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Sicherheit

Die Gebrauchstauglichkeit eines Geschirrspülers wird nicht allein durch seine Eignung für den Verwendungszweck bestimmt. Verschiedene Sicherheitseinrichtungen sind erforderlich, um den Geschirrspüler, das Spülgut und nicht zuletzt den Benutzer vor Schaden zu bewahren.

Gerätesicherheitsgesetz

Damit nur solche technischen Arbeitsmittel in den Verkehr gebracht werden, die nach dem geltenden Stand der Sicherheitstechnik gefertigt sind, müssen Elektrogeräte dem Gerätesicherheitsgesetz (GSG) entsprechen. Das GSG stellt die gesetzliche Grundlage für die sicherheitstechnischen Festlegungen verschiedener Institutionen wie VDE, DIN, DVGW, VDI und TÜV dar.

Typschild

Wichtige Hinweise über die Sicherheit von Elektrogeräten kann man dem Typschild entnehmen, das auf den Geräten angebracht ist. Es enthält Sicherheitszeichen und wesentliche Kenndaten für den richtigen Anschluss und die bestimmungsmäßige Nutzung des Gerätes. Werden Geräte in einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit anerkannten Prüfstelle einer Bauartprüfung unterzogen und sind alle Anforderungen des GSG erfüllt, so wird entweder das VDE-Zeichen oder GS-Zeichen in Verbindung mit dem Zeichen oder der Nummer der Prüfstelle vergeben (z.B. TÜV-GS). Folgende Prüf- und Schutzzeichen sollten auf dem Typschild vorhanden sein:

Sicherheitseinrichtungen in der Wasserführung

Bei der elektromechanischen Türverriegelung wird beim Öffnen der Tür durch einen Mikroschalter der Programmablauf unterbrochen.

Ein Trockengehschutz (Druckwächter, Niveauregler) sorgt dafür, dass die Heizung erst eingeschaltet wird, wenn die vorgegebene Wassermenge eingelaufen ist. Bei Maschinen mit zeitlich gesteuertem Wassereinlauf wird ein separater Druckwächter verwendet. Er ist mit dem Austrittsstutzen der Umwälzpumpe verbunden. Erst wenn die Umwälzpumpe Wasser fördert, ist ein Pumpendruck vorhanden, durch den der Druckwächter schaltet und den Stromkreis für die Heizung freigibt.

Die freie Fließstrecke in der Wassertasche verhindert, dass bei einem Sog in der Wasserleitung Spülwasser zurück in die Trinkwasserleitung gelangt.

Sicherheitseinrichtungen gegen Wasserschäden

Zum Schutz vor Wasserschäden werden bei den meisten Geschirrspülern Wasserschutzsysteme eingebaut, die mehrere Sicherheitsfunktionen beinhalten. Dazu sind die Geräte mit zusätzlichen Bauteilen ausgestattet, deren Schutzfunktionen aufeinander abgestimmt sind (Bild unten):

Dadurch ergeben sich für alle denkbaren Fehlfunktionen und Fehlbedienungen z. T. mehrere, nacheinander geschaltete Sicherheitsfunktionen

Gs Sicherheit 02
Wasserschutzsysteme (Beispiel)

Schutz gegen Ausfall des Magnetventils

Das Doppelmagnetventil besteht aus zwei unabhängig voneinander wirkenden Ventilsystemen, deren hydraulische Teile in Reihe geschaltet sind. Im spannungslosen Zustand sind beide Ventile geschlossen, damit ist der Zulaufschlauch auch bei geöffnetem Wasserhahn drucklos. Die Funktion ist auch bei Stromausfall gewährleistet. Sollte ein Ventil durch einen Fremdkörper nicht schließen, so ist die Absperrfunktion noch durch das zweite in Reihe geschaltete Ventil gewährleistet. Die Störung muss dann vom Kundendienst beseitigt werden.

Schutz gegen Überlaufen des Geschirrspülers

Damit bei einem Defekt oder einer Fehlbedienung nicht zu viel Wasser in den Geschirrspüler läuft, schaltet der Überlaufdruckwächter die Magnetventile und damit die Wasserzufuhr ab. Bei einigen Geräten wird gleichzeitig die Ablaufpumpe eingeschaltet.

Schutz bei Undichtigkeiten des Geschirrspülers

Auslaufendes Wasser wird in einer Bodenwanne aufgefangen. Ein Schwimmerschalter schaltet das Magnetventil am Wasserzulaufventil über einen Mikroschalter elektrisch ab, es fließt kein Wasser mehr nach. Bei einigen Geräten wird durch gleichzeitiges Einschalten der Ablaufpumpe das Wasser aus dem Innenbehälter gepumpt. Das Abpumpen erfolgt z.T. auch bei ausgeschaltetem Gerät (AEG, Miele).

Schutz bei Undichtigkeiten des Wasserzulaufschlauches

Das Leckwasser wird durch den Hüllschlauch, der den Zulaufschlauch umgibt, in die Bodenwanne geleitet. Der Schwimmerschalter schaltet die Wasserzufuhr über das Magnetventil ab. Bei einigen Geräten lässt das Leckwasser einen gepressten Schwamm aufquellen, der sich im oberen Teil des Schlauches befindet. Der Schwamm unterbricht dann mechanisch den Wasserzulauf (Bauknecht).

Schutz bei Ausfall der Ablaufpumpe oder bei verstopftem Wasserablauf

Falls der Wasserstand im Geschirrspüler bis zur Sicherheitsgrenze ansteigt, schaltet ein Überlaufschutzschalter die Wasserzufuhr ab, bevor die Maschine überläuft.

Schutz bei Versagen des Überlauf-Druckwächters

In diesem Fall erfolgt ein gezielter Überlauf an der unteren Kante des Spülbehälters. Das Wasser wird von der Bodenwanne aufgenommen. Der Schwimmerschalter schaltet die Magnetventile ab und die Ablaufpumpe ein.

Diese Sicherheitseinrichtungen sind in unterschiedlichem Umfang in Geschirrspülern eingebaut. Von Art und Umfang der Sicherheitseinrichtungen ist abhängig, ob das Ventil (Wasserhahn) geöffnet bleiben kann. Ebenfalls von Art und Umfang der Sicherheitseinrichtungen abhängig ist die Haftungsgarantie des Herstellers bei Wasserschäden. Voraussetzung ist in jedem Fall eine vorschriftsmäßige Installation der Geräte (Herstellerangabe beachten). Höchstmögliche Sicherheit vor Wasserschäden bietet jedoch nur ein geschlossenes Wasserzulaufventil.

Weitere Sicherheitseinrichtungen

Kindersicherung

Um Kinder vor heißem Dampf und spitzen Gegenständen zu schützen, verhindert bei einigen Geräten eine Kindersicherung das Öffnen der Tür. Der Benutzer verriegelt die Tür mit einer speziellen Vorrichtung.

Motorschutzschalter

Bei Überlastung wird der Motor der Umwälzpumpe abgeschaltet. Motorschutzschalter sind Thermoschalter, die den Motor nach Abkühlung selbsttätig wieder einschalten.