Presse

14.12.2012

Rahmensetzung für Technologiemärkte

Podiumsdiskussion auf der HEA-Jahrestagung 2012.

Stimmen die Rahmensetzungen für Effizienztechnologie und welche Rollen spielen politische Vorgaben? Sind sie Wegweiser, Motor oder Hemmnis der Energiewende? Zu diesem anspruchsvollen Themenkomplex hatte die HEA renommierte Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Jahrestagung eingeladen.

Im Rahmen der lebhaft geführten Diskussion tauschten MdB Daniela Wagner, Bündnis 90/Die Grünen, Corinna Merzyn, VPB, Siegfried Rehberg, BBU, Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol, BTU Cottbus, Christian Haferkamp, EWE, Hermann Brennecke, Grundfos, ihre Positionen und Argumente aus. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Martin Czakainski, Chefredakteur der Energiewirtschaftlichen Tagesfragen. Trotz aller unterschiedlichen Positionen waren sich die Experten einig darin, dass mehr Energieeffizienz durch sinnvolle Kombination staatlicher und privatwirtschaftlicher Maßnahmen entsteht und Investitionsanreize, wie z. B. steuerliche Förderung, sehr sinnvoll sind. Ein Abwürgen des Trends zur Bestandssanierung befürchtet jedoch Corinna Merzyn beim selbstgenutzten Wohneigentum. Kaum ein privater Bauherr kenne die Vielzahl an Regelungen, geschweige denn überschaue er sie.

Ausgangspunkt definieren

Monitoring, mehr übersichtlichkeit und Transparenz sowie Aufklärung der Endkunden forderte Hermann Brennecke. So haben geringinvestive Maßnahmen ein enormes Einsparpotenzial auch für Eigenheimbesitzer. Deshalb müsse als Ausgangspunkt ein Katalog von Maßnahmen für Gebäudehülle und Technik definiert werden, der die Entscheidung auch nach finanziellen Möglichkeiten erleichtere.

Nach Meinung von Siegfried Rehberg müssen Mieten bezahlbar bleiben. Einen Sanierungsstau sieht der Wohnungswirtschaftler allerdings nicht. Ganz im Gegenteil besäßen 80 bis 85 Prozent des Bestandes in Berlin und Brandenburg mindestens Effizienzhausstandard 70, soweit es die in seinem Verband organisierten Wohnungsbaugesellschaften betrifft. Modernisierungen sind aber aus seiner Sicht nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Frage.

Regulierung ohne Zwang ist das Ziel von Bündnis 90/Die Grünen. MdB Daniela Wagner wirbt in ihrer Partei für eine sinnvolle, verlässliche, dauerhafte Förderung, die unabhängig von Haushaltslage und Wahlergebnis gewährt werde müsse und damit für jeden Bürger nachvollziehbar ist. Auch sie warnte vor sozialen Verwerfungen aufgrund von Zwangssanierungen.

Regionale Besonderheiten berücksichtigen

Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol mahnte die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten an. Bei unterschiedlichen Mietniveaus in den Regionen und massiven Unterschieden zwischen Ballungsgebieten und Perepherie passen Förderanreize nicht immer. Deshalb ist sehr genau darauf zu achten, welche Vorgaben die gewünschten Wirkungen erzielen.

Mit seinem Appell brachte Christian Haferkamp vom Energieversorger EWE die Diskussion auf den Punkt: „Wir müssen bei allen Marktakteuren das Bewusstsein für die gemeinsame Aufgabe schaffen und jeden Einzelnen für Energieeffizienz klar und einfach begeistern, so wie das mit „Energieeffizienz – gefällt mir!“ durch die HEA versucht wird!“

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