Presse

12.03.2013

Die elektrische Anlage richtig planen

Initiative ELEKTRO+ klärt über weit verbreitete Irrtümer und Vorbehalte in Bezug auf die Elektroinstallation in Haus und Wohnung auf

überlastete Mehrfachsteckdosen, ungenügender überspannungsschutz und unzureichendes Licht im Eingangsbereich – mit etwas Umsicht bei der Planung von elektrischen Anlagen lassen sich solche Ausstattungsfehler vermeiden. Ist die Elektroinstallation richtig dimensioniert, wird der Alltag sicherer und komfortabler – außerdem lässt sich auch noch Energie sparen. Die Initiative ELEKTRO+ aus Berlin berichtigt einige der weit verbreiteten Irrtümer in Sachen Elektroinstallation.

Irrtum Nr. 1: „Die Elektroplanung im Haus ist Sache des Elektrikers – und auf eine Steckdose mehr oder weniger kommt es letztlich nicht an.“

Steckdosen oder auch Leuchtenauslässe fehlen öfter, als man meint – zum Beispiel, wenn Zimmer im Laufe der Jahre umgeräumt oder anders genutzt werden. „Eine vorausschauende Planung beim Hausbau oder der Modernisierung ist daher entscheidend“, bestätigt Hartmut Zander von ELEKTRO+. „Liegen die Stromkreise erst einmal unter Putz und wurden die verschiedenen Auslässe positioniert, sind die Nutzungsmöglichkeiten der heimischen Elektroanlage auf Jahre festgelegt.“ Für mehr Komfort, Flexibilität und Sicherheit ist es also besser, die Planung mit den eigenen Nutzungsgewohnheiten abzustimmen – und besser die eine oder andere Steckdose mehr zu installieren. Wird ein Installationsrohrsystem verwendet, in das die elektrischen Leitungen eingezogen werden, so sind spätere Veränderungen an der Elektroinstallation deutlich einfacher und mit weniger Aufwand möglich. Keinesfalls sollte der Standard unter der Mindestausstattung nach DIN-Norm 18015 angesetzt werden. Eine gute, leicht verständliche Planungshilfe bietet die Richtlinie RAL-RG 678, die Ausstattungen von Elektroinstallationen, also die Anzahl von Steckdosen, Kommunikationsanschlüssen, Beleuchtungsanschlüssen und Stromkreisen, festlegt. Diese Richtlinie kann unter www.elektro-plus.com kostenfrei abgerufen werden. In einem bis zu 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer sind zum Beispiel elf Steckdosen und drei Kommunikationsanschlüsse für Telefon, PC, Radio und Fernseher das Minimum für einen zeitgemäßen Standard.

Irrtum Nr. 2: „Fehlen Steckdosen, hilft ein Mehrfachstecker.“

Steckdosenleisten sollten nicht als Dauerlösung genutzt oder sogar hintereinander geschaltet werden, denn: Der Einsatz vieler Geräte über Mehrfachsteckdosen überfordert schnell die Steckdosenleiste. Ihre überlastung führt zu Wärmeentwicklung, die schlimmstenfalls einen Brand auslösen kann. Wozu das führt, zeigt die Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer: Defekte an Elektrogeräten und -installationen waren bei etwa einem Drittel der untersuchten Brandfälle die Ursache. „Sind nicht genügend Steckdosen vorhanden, lässt sich die bestehende Elektroinstallation in Haus und Wohnung auch nachträglich noch erweitern“, klärt Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+ auf. „Dafür können sogenannte Sockelleistenkanäle und elegante Aufputzinstallations- kanäle mit integrierten Steckdosen verwendet werden, die sich leicht anbringen lassen, ohne dass die Wand aufgestemmt werden muss“.

Irrtum Nr. 3: „Solange der Kirchturm höher ist als mein Haus, muss ich mir wegen eines Blitzeinschlags keine Sorgen machen“

Verlassen sollte man sich darauf besser nicht. Jeder Quadratkilometer in Deutschland wird bis zu vier Mal im Jahr vom Blitz getroffen und der hat es in sich. „Der einzig wirksame Schutz vor Gewitterschäden ist eine fachgerecht installierte Blitzschutzanlage“, so Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+. „Schlägt ein Blitz in ein Haus ohne Schutz ein, entlädt sich die enorme Blitzenergie unkontrolliert, wodurch erhebliche Brandgefahr entsteht. Eine Blitzschutzanlage am Gebäude kann also Leben retten.“ Ein anderer weitverbreiteter Irrglaube ist der, dass Blitzableiter Blitze erst recht anziehen würden. Richtig ist, dass selbst Blitzeinschläge in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern ihren Weg leicht über die Leitungen ins Haus finden und dort überspannungsschäden verursachen können. In Sekundenschnelle sind so empfindliche Geräte wie Computer, Drucker, aber auch Fernseher, HiFi- Anlage oder Telefon und Videosprechanlage lahmgelegt. Ein mehrstufiges Blitzschutzsystem aus Blitz- und überspannungsschutz hingegen leitet die Blitzenergie kontrolliert in die Erde ab und gleicht überspannungen zuverlässig aus. Ist die Anlage installiert, sollte regelmäßig, spätestens nach vier Jahren, eine Prüfung erfolgen. Eine marode oder verrostete Anlage kann einen Blitzschutz nicht mehr gewährleisten.

Irrtum Nr. 4: „Wozu ein Rauchwarnmelder? Einen Brand bemerkt man wegen Hitze und Rauch selbst noch rechtzeitig.“

Zwei Drittel aller Brandopfer werden im Schlaf überrascht. Besonders gefährlich ist dabei der Rauch. Eine Rauchvergiftung wirkt bereits nach zwei Minuten oder ein paar tiefen Atemzügen tödlich. Aber auch in der Küche wird schnell einmal ein Topf auf dem Herd vergessen, so dass es zu einem Brand kommt. Ein Rauchwarnmelder schlägt hier rechtzeitig Alarm und rettet im besten Falle Leben. Daher ist er in vielen Bundesländern bereits Pflicht und wird beim Hausbau oder bei Modernisierungs- maßnahmen automatisch installiert. ELEKTRO+ empfiehlt fehlende Rauchwarnmelder auf jeden Fall nachzurüsten. Dabei rät die Initiative eindringlich, auf hochwertige Markenprodukte zu setzen. Diese erkennen auch feinste Rauchpartikel, unterscheiden zwischen gefährlichem Rauch und Wasserdampf und reagieren schon auf die Temperaturveränderung bei raucharmen Schwelbränden. Im Fachhandel gibt es inzwischen auch Geräte, die ohne aufwändige Bohr- und Schraubarbeiten einfach an der Decke angebracht werden können. Im Einfamilienhaus sollten die Rauchwarnmelder miteinander vernetzt werden. So hört man auch im Schlafzimmer, wenn im Kinderzimmer oder im Keller ein Rauchwarnmelder angesprochen haben sollte. Sind Elektroinstallationsrohre vorhanden, so ist die Vernetzung auch nachträglich ohne großen Aufwand möglich.

Irrtum Nr. 5: „Ein Stromkreis pro Raum genügt.“

Das kommt auf die Nutzung der jeweiligen Räume an. Mehrere Stromkreise sind beispielsweise in der Küche notwendig: Im Schnitt 15 elektrische Geräte hat die Initiative ELEKTRO+ in deutschen Haushalten gezählt, die meisten davon in der Küche. Einen Festanschluss mit eigenem Stromkreis benötigen der Elektroherd, der Dampfgarer und Kochfelder in Einbauküchen, die nicht mit dem Backofen in einem Kombigerät integriert sind. Der Anschluss aller anderen Geräte erfolgt über Steckdosen. Um die Elektroinstallation nicht zu überlasten, benötigen auch diese ab einer Anschlussleistung von 2.000 Watt einen eigenen Stromkreis. Hierzu zählen der Geschirrspüler, Backöfen und auch viele Mikrowellengeräte. Beim Entwurf einer neuen Küche oder einer Küchenrenovierung sollte deshalb die Elektroinstallation schon früh einbezogen werden. Ein genauer Installationsplan stellt sicher, dass später genügend Anschlüsse für die Haushaltsgeräte zur Verfügung stehen. Für den Betrieb von Kaffeemaschine, Toaster und anderen Kleingeräten sollten zudem ausreichend Steckdosen eingeplant werden.

Irrtum Nr. 6: „Eine Hausautomation ist nur etwas für große, ganz moderne Häuser.“

Aus jedem normalen Haus kann ein „intelligentes“ Haus werden, das mehr Komfort bietet und für weniger Energieverbrauch sorgt. Hausautomation bedeutet, dass viele Abläufe im Haus selbsttätig erfolgen. Die schlaue Technik denkt mit und reguliert zum Beispiel die Heizung automatisch, sobald ein Fenster geöffnet wird. Inzwischen gibt es dafür einfache Lösungen auf Funkbasis, die sämtliche gebäudetechnischen Komponenten miteinander vernetzen. Alle Informationen werden über entsprechende Schnittstellen untereinander verteilt. Intelligent wird dieses System durch das Zusammenspiel von Sensoren und Aktoren, also Steuer- und Regeleinrichtungen wie Raumtemperaturregler, Bewegungssensoren, Regen-, Wind- und Außentemperatur- oder Helligkeitssensoren sowie automatische Motorantriebe für die Rollläden und Jalousien.

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