Presse

12.12.2012

Beim Hausbau auf das Kleingedruckte achten

Klare Vorgaben für die Elektroinstallation sind ein Muss: Lückenhafte und ungenaue Leistungsbeschreibungen gehen auf Kosten der Käufer

Der Weg zum Eigenheim könnte so einfach sein: Anstatt alles selbst zu planen, entscheidet man sich für den Kauf eines schlüsselfertigen Hauses. Doch der Traum von den eigenen vier Wänden kann für den Käufer zum großen ärgernis werden, zum Beispiel wenn Umfang und Ausstattung der Elektroinstallation nicht detailliert im Bauvertrag vereinbart wurden. „Unseriöse Bauträger oder Fertighausanbieter lassen die Bau- und Leistungsbeschreibung bewusst knapp und ungenau ausfallen – mit der Folge, dass später oft Leistungen wie eine ausreichende Anzahl an Steckdosen fehlen“, berichtet Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+. „Der neue Hausbesitzer erhält nur das, was schriftlich vereinbart wurde. Jede weitere Steckdose und jeder zusätzliche Schalter kostet extra.“ Spätere Nachinstallationen oder änderungen sind aufwendig und bis zu fünf Mal teurer, als wenn alle Komponenten direkt verbaut worden wären. In der Bau- und Leistungsbeschreibung sollte daher jedes wichtige Detail aufgenommen und konkrete Angaben zu Umfang und Abmessung der Installationen gemacht werden. Hierzu gehört auch, dass die Anwendung von DIN- oder VDE-Normen sowie Richtlinien, z.B. DIN 18012 bis DIN 18015 und auch die RAL-RG 678 vereinbart werden. Auch Qualität und Hersteller der verwendeten Materialien sollten vertraglich festgelegt werden. Dadurch erhält der Auftraggeber nicht nur eine umfassende Kostenkontrolle, sondern auch Rechtssicherheit, denn die vereinbarten Leistungen sind konkret überprüfbar und können im Ernstfall vor Gericht eingefordert werden.

Ausstattung nicht unter zwei Sternen

Elektrische Anlagen müssen gut durchdacht und mit Weitsicht geplant werden. Bauherren sollten sich genau überlegen, welche elektrischen Geräte später in Haus oder Wohnung tatsächlich betrieben werden. „Orientierung für die Ausstattung der Elektroinstallation bietet die Richtlinie RAL-RG 678“, erklärt der Experte von ELEKTRO+. Dieser Leitfaden gibt Auskunft darüber, welche Anforderungen an eine gut ausgestattete Elektroanlage in jedem Raum erfüllt werden müssen. Die ausführliche Beschreibung der gewünschten Ausstattungsstufe sollte dann in der Bau- und Leistungsbeschreibung genau festgehalten werden. Dazu gehört die Anzahl der Anschlüsse für Elektrogroßgeräte, Beleuchtung und Kommunikation, aber auch die genaue Anzahl der erforderlichen Stromkreise, Schalter und Steckdosen. Außerdem sollte die Art der Installation (Rohr- oder Sockelinstallation) und möglicherweise auch ein System an leeren Reserve-Installationsrohren vermerkt werden. Wer bei der Planung der Elektroausstattung auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Bau- und Leistungsbeschreibung sowie die Ausführungspläne – vor Vertragsunterschrift – einem Elektriker vorlegen und von ihm genau prüfen lassen.

Sichere Planung mit der RAL

Die RAL-RG 678 beschreibt drei Ausstattungsstufen, die mit einem Stern, zwei oder drei Sternen gekennzeichnet sind. Hier sind auch höhere Anforderungen an Elektroanlagen – beispielsweise die Kindersicherheit – mit einbezogen. Dazu kommen neuerdings die sogenannten „plus“-Ausstattungsstufen 1 plus, 2 plus und 3 plus. Sie ergänzen die jeweilige Basisausstattung und legen die technischen Voraussetzungen fest, die gegeben sein müssen, um Elemente für eine Gebäudesystemtechnik installieren zu können. Je nach Anspruch erhält der Verbraucher klare Angaben für die Mindestausstattung bis hin zur komfortabelsten Lösung. „Wir empfehlen mindestens Ausstattungsstufe 2. Die Mindestausstattung wird den heutigen Anforderungen moderner Haushalte, in denen zahlreiche elektrische Geräte genutzt werden, die eine entsprechende Zahl an Steckdosen benötigen, nicht mehr gerecht“, so Zander.

Weitere Informationen zur neuen erweiterten RAL-Richtlinie gibt es in der Broschüre „Raumplaner“ und online unter www.elektro-plus.com.

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