Platzmangel im Zähleranschlussraum – Kompakte Lösungen für den Blitz- und Überspannungsschutz
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Fachbeitrag

Platzmangel im Zähleranschlussraum – Kompakte Lösungen für den Blitz- und Überspannungsschutz

Fachbeitrag von Alexander Schneck*

Die geforderte Installation von Überspannungsschutzgeräten, gerade mit Blick auf die schrittweise Einführung intelligenter Stromzähler, fordert kosten- und bauraumoptimierte Lösungen. Besonders bei Bestandsbauten sind unter Umständen Installationsort und Platzangebot stark eingeschränkt, was in der Praxis zu Problemen führt. Moderne Blitz- und Überspannungsschutzgeräte stellen nicht nur den zuverlässigen Schutz von Menschen und Sachwerten sicher, sondern berücksichtigen auch schwierige Rahmenbedingungen beim Einbau. Darüber hinaus sollten sie sich in bestehende ebenso wie in zukünftige Applikationsumgebungen bestmöglich und einfach integrieren lassen.

Intelligente Kommunikation im Versorgungsnetz

Die Grundanforderung einer sicheren und störungsfreien Stromversorgung für Neu- und Bestandsbauten werden von der TAB (Technische Anschlussbedingungen) [1] und der seit April 2019 geltenden VDE-AR-N 4100 [2] geregelt. Wichtige Bausteine hierfür sind die Installation und der Betrieb von intelligenten Messeinrichtungen, denn laut MsbG (Messstellenbetriebsgesetz) [3] hat der Messstellenbetreiber (in der Regel der regionale Versorgungsnetzbetreiber) einen Anspruch auf den Einbau von smarten Messeinrichtungen. Deren Kernkomponente, das Smart Meter Gateway (SMG), dient als Schnittstelle zwischen dem Wohn- oder Zweckgebäude und dem Versorgungsnetzbetreiber. Dabei übernimmt das SMG vielfältige Aufgaben (Bild 1).

Platzmangel im Zähleranschlussraum – Kompakte Lösungen für den Blitz- und Überspannungsschutz
Bild 1: Smart Meter Gateway (SMG)

Bis 2050 ist in Deutschland ein Anteil von 80 % an erneuerbarer Energie geplant. Daher ist umso mehr die Transparenz im Bereich Niederspannung notwendig, um bei Unstimmigkeiten im Versorgungsnetz schnell reagieren zu können. Hierbei unterstützt das SMG durch digitales Steuern, Kommunizieren, Messen und Informieren den reibungslosen Betrieb der Stromversorgung.

Bei einem Neu- oder Umbau des Zählerplatzes muss die Spannungsversorgung für die intelligente Messeinrichtung von der Elektrofachkraft vorgesehen werden. Im Vorzählerbereich, dem NAR (Netzseitiger Anschlussraum), aus dem diese Spannungsversorgung zum RfZ (Raum für Zusatzanwendungen) und APZ (Abschlusspunkt Zählerplatz) erfolgen sollte, reicht der zur Verfügung stehende Platz schnell nicht aus. Im Vergleich zu früher, als ein mechanischer Zähler für ein Wohngebäude ausreichte, befinden sich heutzutage im Zählerschrank bis zu vier elektronische Zähler, damit die vielfältigen Anwendungen wie z. B. PV-Anlage, eMobility und Wärmepumpe abgedeckt werden.

Diese Komponenten müssen im NAR untergebracht werden:

Überspannungsschutzlösungen für den Einsatz im NAR

Die unterschiedlichen Netzformen in Deutschland, aber auch die Vorgaben zur Spannungsversorgung des intelligenten Messsystems je nach regionalem Versorgungsgebiet, können mit modernen Überspannungsschutzgeräten bedient werden und dies schnell, einfach, platzsparend sowie kostengünstig.

Kompakt zum passgenauen Einbau in ein Zählerfeld wird neben dem Überspannungsschutz auch die nach VDE-AR-N 4100 geforderte Spannungsversorgung für das intelligente Messsystem über eine integrierte Sicherung inklusive zwei Spannungsabgriffen sichergestellt.

Hierfür bietet z.B. die Firma DEHN SE + Co KG unterschiedliche Varianten des Überspannungsschutzableiters DEHNshield ZP an, je nach Art des auszuführenden Spannungsabgriffs für das intelligente Messsystem. Dieser kann gemäß Vorgabe des regionalen Versorgungsnetzbetreibers über Schmelzsicherung (Variante SG - Sicherung Gateway) oder über Leitungsschutzschalter (Variante LSG -Leitungsschutzschalter Gateway) erfolgen. Die schmale Bauform ermöglicht darüber hinaus den passgenauen Einbau eines optionalen Einspeisadapters.

Mit derartigen Überspannungsschutzgeräten der neuesten Generation lässt sich der Spannungsabgriff für das intelligente Messsystem schnell und einfach realisieren. Alle im NAR geforderten Komponenten können durch bauraumoptimierte Lösungen dieserart in einem Zählerfeld untergebracht werden.

Platzmangel im Zähleranschlussraum – Kompakte Lösungen für den Blitz- und Überspannungsschutz
DEHNshield ZP, © DEHN

Literatur

[1] TAB 2019 - Technische Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz (Stand: März 2019);BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Reinhardstraße 32, 10117 Berlin

[2] VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2019–04 - Technische Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb (TAR Niederspannung)

[3] Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (Messstellenbetriebsgesetz - MsbG) vom 29. August 2016 (BGBl. I S. 2034), das zuletzt durch Artikel 90 des Gesetzes vom 20. November 2019 (BGBl. I S. 1626) geändert worden ist

[4] DIN VDE 0100–520 (VDE 0100–520):2013–06 Errichten von Niederspannungsanlagen; Teil 5–52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen (IEC 60364–5–52:2009, modifiziert + Corrigendum Feb. 2011); Deutsche Übernahme HD 60364–5–52:2011

* Alexander Schneck ist Business Development Manager TGA / Building Services bei der DEHN SE + Co KG in Neumarkt. Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.dehn.de.

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