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Gaskochstellen: Aufbau und Funktion

Gemessen an der Gesamtbevölkerung spielt das Kochen mit Gas in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle. Anhänger des Kochens mit Gas schätzen folgende Vorteile:

Bauformen Gaskochfelder

Bei Gaskochmulden können prinzipiell Bauformen unterschieden werden:

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(von li.) : Gaskochmulde aus Edelstahl (Beispiel: Bosch); Gaskochmulde aus Glaskeramik (Beispiel: Siemens); Gasbrenner unter Glaskeramik (Beispiel: Oranier)

Wie Elektrokochfelder werden Gaskochmulden angeboten als:

Auch hinsichtlich der Einbaubreite gibt es mit 30, 60, 70, 80 oder 90 cm eine vergleichbare Varianz wie bei Elektrokochfeldern.

Je nach Kochfeldgröße weisen haushaltsübliche Gaskochfelder meist zwischen einer Kochzone (z. B. bei einer 30 cm-Domino- bzw. Modularkochstelle) und sechs Kochzonen (z. B. bei einem 90 cm breiten Gaskochfeld) auf.

Aufbau Gaskochfeld

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Beispiel Aufbau eines Gaskochfeldes (Quelle: Siemens); 1. Rost- bzw. Topfträger, 2. Bedienknebel, 3. Sparbrenner, 4. Normalbrenner, 5. Starkbrenner, 6. Doppelbrenner mit Wok-Topfträger

Gasbrenner

Je nach Größe und geplanter Anwendung sind Gaskochfelder mit verschiedenen Gasbrennern ausgestattet:

Genaue Angaben dazu, welche Topfgröße auf welchem Brenner verwendet werden kann, sind den Herstellerangaben zu entnehmen.

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Aufbau eines Gasbrenners (Beispiel Siemens); 1. Zündkerze, 2. Thermoelement, 3. Brennerring mit Düsen, 4. Brennerkelch, 5. Brennerdeckel

Funktionsweise

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Aufbau Gasbrenner mit thermoelektrischer Zündsicherung (Beispiel: Oranier)

Im Brenner wird Gas mit Luft gemischt, entzündet, die entstehenden Flammen strömen durch die Düsen des Brennerrings an den Boden des Kochgeschirrs, um das darin enthaltene Gargut zu erwärmen.

Zündvorgang

Je nach Geräteausstattung kann der Zündvorgang erfolgen mittels:

Für den manuellen Zündvorgang muss das Bedienelement auf Maximalstellung tief eingeschoben und gehalten werden. Nach dem Anzünden der Brennerflamme mit einem Streichholz oder Feuerzeug muss diese Stellung noch etwa 5 Sekunden gehalten werden.

Bei der elektrischen Zündeinrichtung ist der Gasbrenner mit einer Zündkerze ausgestattet, die beim Auslösen der Automatikzündung über die Bedienknebel einen Funkenschlag an den Brennern erzeugt und so die Flamme entzündet. Die Notwendigkeit zum Halten des Bedienelements bis zum stabilen Brennen der Flamme bleibt bestehen.

Die Start- und Zündautomatik übernimmt die Zündung automatisch und ersetzt das manuelle Halten des Bedienelements.

Steuerung von Gaskochstellen

Die Leistungssteuerung von Gaskochstellen erfolgt über die Regulierung der Gaszufuhr mit Hilfe des mit dem Bedienknebel verbundenen Ventils:

Je weiter das Ventil geöffnet ist, desto mehr Gas kann durchfließen, d. h. je höher der Gasdurchfluss und desto größer die Flamme.

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Vergleich Leistung Standard-Ventil und FlameSelect® -Ventil (Quelle: BSH)

Bei FlameSelect® (Bosch, Neff) bzw. stepFlame Technology (Siemens) besteht jedes Ventil aus neun Ventilen unterschiedlicher Größe, die jeweils einer von neun klar definierten Leistungsstufen auf dem Bedienelement entsprechen. Dies ermöglicht eine exakte Leistungswahl und Einstellung – wie beim Elektrokochfeld.

Die Einstellkennzeichnung sowie die Einstellbereiche sind mit denen von Elektrokochstellen vergleichbar. Hinsichtlich der Anwendungen sollte die Gebrauchsanleitung des jeweiligen Herstellers beachtet werden.

Gas – Infrarotstrahler (Gasbrenner unter Glaskeramik)

Ein Anbieter (Oranier) bietet ein Glaskeramikkochfeld mit Gas-Infrarotstrahlern unterhalb der Glaskeramik an. Das Kochfeld bietet dabei zwei Ankochzonen, im vorderen Bereich, unter denen sich die Gas-Infrarotstrahler befinden. Die Fortkochzonen im hinteren Bereich des Kochfeldes werden durch die Abluft der vordereren Brenner erwärmt.

Sicherheitseinrichtungen

Die thermoelektrische Zündsicherung sorgt dafür, dass kein Gas unkontrolliert ausströmen kann.

Die Funktionsweise ist im Bild „Aufbau Gasbrenner mit thermoelektrischer Zündsicherung“ dargestellt:

Beim Entzünden der Gasflamme wird das Bedienelement ca. 5 Sekunden gehalten. In dieser Zeit erhitzen die Gasflammen das neben dem Brennerkopf befindliche Thermoelement. Der entstehende Thermostrom erzeugt ein Magnetfeld im Wicklungsbereich des Elektromagneten, der für das Öffnen und Schließen des Gasventils zuständig ist. Solange das Magnetfeld besteht, bleibt das Ventil geöffnet. Kühlt das Thermoelement ab, baut auch das Magnetfeld ab und das Ventil wird geschlossen.

Mit Hilfe der elektronischen Flammenüberwachung wird eine automatische Wiederentzündung der Flamme eingeleitet, sobald diese z.B. durch Zugluft erlischt. Gelingt das Wiederanzünden nicht, wird die Gaszufuhr abgeschaltet.

Bei Gaskochfeldern mit Steuerungselektronik sind vergleichbare Sicherheitseinrichtungen wie bei Elektrokochfeldern zu finden, beispielsweise Sicherheitsabschaltung und Restwärmeanzeige.