Bauformen
Kochstelle, Kochfeld, Kochmulde oder Kochzone: Diese Begriffe werden vielfach synonym verwendet. Im Folgenden werden sie wie folgt benutzt:
- Kochstelle
übergreifend für das Kochgerät - Kochmulde
(veralteter) technischer Begriff für ein Kochgerät bei dem in eine vertiefte Edelstahl- oder Stahlemailfläche Kochplatten aus Gusseisen, sogenannte Massekochplatten oder Gasbrenner eingelassen sind. - Kochfeld
ein Kochgerät, i.d.R. aus Glas- oder Glaskeramik das mit mehreren Kochzonen ausgestattet ist. - Kochzone
Teil eines Glas-(keramik)-Kochfeldes, unter dem sich die Beheizung für den Kochtopf befindet. Die Zonen sind i.d.R. auf dem Kochfeld markiert.
Die Entscheidung, welche Bauform und Ausstattung beim Kauf einer Kochstelle gewählt werden, hängt ab von:
- Größe und Möblierung der Küche
- Zahl der zu verköstigenden Personen
- Ess- und Kochgewohnheiten
- finanziellen Möglichkeiten und
- optischen Ansprüchen
Um einen unkomplizierten Einbau der Geräte ohne Vor- oder Rücksprünge und Fugen zu ermöglichen, müssen Geräte und Möbel aufeinander abgestimmt sein. Grundlage für die Festlegung der Geräteabmessungen bildet die Norm DIN EN 1116 „Koordinationsmaße für Küchenmöbel und Geräte“.
Darin werden Vorgaben über Tiefe und Höhe für Ein- und Unterbaugeräte sowie die entsprechenden Einbauöffnungen getroffen; für Standgeräte gelten Richtmaße. Die Breite ist in 10 cm-Schritten von 50 bis 90 cm möglich; Ausnahme: 45 cm.
Kochstellen werden in verschiedenen Bauformen und Abmessungen angeboten:
Standgerät
Kochstellen werden als Teil von Standherden angeboten. Siehe HEA-Fachwissen „Herde und Backöfen“
Tischgeräte
Tischgeräte sind steckerfertige Geräte, die auf einer freien Fläche, z.B. Arbeitsplatte, betrieben werden können. Sie eignen sich aufgrund ihrer kleinen Maße z.B. für kleine Haushalte und Camping. Angeboten werden
- Einzelkochplatte bzw. Glaskeramikkochfeld mit einer Kochzone
- Doppelkochplatte bzw. Glaskeramikkochfeld mit zwei Kochzonen
- Tischherd mit zwei Kochplatten oder -zonen
Einbaugeräte
Einbaugeräte ermöglichen zusammen mit den passenden Küchenmöbeln eine individuelle Planung sowie Gestaltung der Küche und bieten viele Kombinationsmöglichkeiten.
Einbaukochstelle
Unter einer Einbaukochstelle versteht man sowohl Einbaukochmulden als auch Einbaukochfelder, die in die Arbeitsplatte eingebaut werden und alle notwendigen Bauteile für die Wärmeabgabe an ein Kochgeschirr enthalten. Sie unterscheiden sich lediglich durch die Anbringung der Bedienelemente und durch die Ausführung. Die Höhe (= Einbautiefe) schwankt je nach Bauart zwischen 1,5 und 16,5 cm.
Einbaukochmulde
Die Einbaukochmulde besteht aus Edelstahl oder emailliertem Stahl und wird in unterschiedlichen Formen, mit 2, 3 oder 4 Gusskochplatten und zum Teil mit zusätzlicher Abstellfläche angeboten. Die Gerätegröße (= Einbaumaße) variiert von 26 bis 75 cm Breite und 46,8 bis 49,5 cm Tiefe.
Einbaukochfeld
Das Glaskeramikkochfeld verfügt über einen hochstehenden oder flach aufliegenden Rahmen, seitliche Lisenen oder ein Frontprofil aus emailliertem oder beschichtetem Metall, Edelstahl oder Aluminium. Die nicht eingefassten Ränder haben i.d.R. einen Facettenschliff, d.h. eine schräg nach unten verlaufende Kante.
Rahmenlose Kochfelder zum flächenbündigen Einbau können komplett in eine Arbeitsfläche eingelassen werden, z.B. aus Naturstein oder Massiv- bzw. Vollholz; teilweise ist auch der Einbau in eine geflieste Arbeitsfläche möglich.
Einbaukochfelder gibt es in verschiedenen Formen und Größen mit einer unterschiedlichen Zahl an Kochzonen auf einer Glaskeramikfläche.
Verfügt das Einbaukochfeld über 4 bis 6 Kochzonen, erfolgt die Anordnung der Kochzonen nebeneinander, paarweise hintereinander oder versetzt. Sie werden z.T. durch eine Warmhaltezone oder Abstellfläche ergänzt. Der Gerätemarkt bietet Kochfelder in einer Breite von 30 bis 90 cm. Die Tiefe liegt zwischen 35,3 und 52 cm. Ein 90 cm breites und 35 cm tiefes Kochfeld z.B. bietet ergonomische Vorteile, u.a. für kleine Personen oder auch Rollstuhlfahrende.
Teilweise werden autarke Induktionskochfelder angeboten, die trotz einer Breite von 70 cm, über einen 60 cm Unterschrank montiert werden können, ohne dass die Seitenwände des Unterschrankes ausge).
Einbaukochstelle zur Kombination mit einem Einbauherd oder Schaltkasten
Einbaukochstellen zur Kombination mit einem Einbauherd oder Schaltkasten verfügen weder über ohne Bedienelemente noch eine Steuerungseinheit. Sie können nur in Verbindung mit einer externen Steuer- bzw. Regeleinheit genutzt werden, die sich befinden können in einem
- direkt darunter gebauter Einbauherd; oder in einem
- Einbauschaltkasten für den Einbau in einen Unter- oder Oberschrank
Da der (Hoch-)Einbau des Backofens, getrennt vom Kochfeld immer beliebter wird, ist auch der Anteil der autarken Einbaukochstellen stark gestiegen. Der Marktanteil der Einbaukochstellen ohne Bedienelement hat deshalb in den letzten Jahren stark abgenommen. Einbauschaltkästen sind nur noch vereinzelt v.a. für den Ersatzbedarf am Markt verfügbar.
Einbauschaltkasten
Der Einbauschaltkasten umfasst alle Bedienelemente für das Einbaukochfeld. Er wird in einen Möbelschrank unter der Arbeitsplatte oder in einem Oberschrank installiert.
Autarke Einbaukochstelle
Autarke Einbaukochstellen sind eigenständige Geräte und können räumlich getrennt vom Backofen eingebaut werden, da die notwendige Steuer- bzw. Regeleinheit, sowie die Bedienelemente für die Kochstellen und Sonderausstattungen, wie z.B. Timer, bereits im Gerät integriert sind.
Kochfeld mit integriertem Dunstabzug
Sie erlauben eine höhere Flexibilität bei der Positionierung des Kochfeldes im Raum wie z.B. in einer freistehenden Kochinsel.
Domino- bzw. Modularkochfelder
Sie bieten die Möglichkeit, Kochfelder aller Beheizungsarten, Gas-, Induktion, Strahlung, Rohrheizkörper, lückenlos zu kombinieren mit Sondergeräten wie Einbaugrill, Einbaufritteuse, Einbauwok und Einbau Teppanyaki .
Die Kochfeldbreite schwankt bei Domino- bzw. Modularkochfeldern zwischen 30,2 und 36 cm, die Kochfeldtiefe zwischen 50 und 52 cm.
Das Teppanyaki ist ein Flächengrill, bei dem die Speisen direkt auf einer Edelstahl-Grillfläche mit oder ohne Fett zubereitet werden. Dieser wird als eigenständiges Gerät (siehe Bild oben), aber auch als Sonderzubehör für Kochfelder angeboten.
Kochzonen können mit verschiedenen Beheizungsarten ausgestattet sein (s. “Beheizungsarten von Kochzonen”).
Bedienelemente
Der Markt bietet eine Reihe verschiedener Bedienelemente für Kochstellen.
Drehwähler
Sie sind bei Gaskochfeldern häufig, bei Elektrokochfeldern eher selten vertreten. Häufig sind sie in der Front oder am Rand des Kochfeldes angeordnet.
Sensorbedienung
in Form von Sensortasten, -slidern oder Twisttouch
- Bei der Bedienung über Sensortasten sind Symbole auf dem Kochfeld aufgedruckt, über deren Berührung („Touch-Control“) u.a. Kochzonen aktiviert, und Leistungsstufen eingestellt werden können. Die dabei verwendeten Symbole variieren in Abhängigkeit vom Hersteller.
- Beim Slider kann die gewünschte Leistungsstufe durch Entlangführen eines Fingers oder Tippen an der Leistungsskala ausgewählt werden. Bei der Direktanwahl werden in einer Zahlenreihe Leistungsstärke und Zeiten direkt ausgewählt.
- Twisttouch bildet die Twistpadbedienung (s.u.) mittels Sensorbedienung ab.
Twistpads
sind magnetische Aufsätze in Form eines Drehschalters für Kochfelder. Dabei hat der Magnetaufsatz selbst keine Schaltfunktion, die eigentlichen Schaltelemente sind unter der Glaskeramikkochfläche angebracht. Der Drehschalter verfügt über einen sternförmigen Eisenkern, der ein sternförmiges Magnetfeld erzeugt. Dadurch können die Sensoren in den Schaltelementen unter der Glaskeramik eine Drehung oder Verschiebung erkennen und die gewünschten Schaltfunktionen ausführen. Beim Abnehmen des Drehschalters wird je nach Ausführung die vom Schalter angesteuerte Kochstelle oder das ganze Kochfeld abgeschaltet. Die Drehschalter sind spülmaschinengeeignet (Bosch, Neff, Siemens).
Touch-Display
Hier erfolgt die Bedienung mit Hilfe von Touch- und Scrollaktionen auf einem TFT Display. Bei Induktionskochfeldern mit flexiblen Kochzonen wird die Position des Kochgeschirrs und die Leistungsstufe angezeigt. Die Klartextanzeige erleichtert die Bedienung von Automatikprogrammen und Hilfemenüs.
TFT steht für „This Film Transition“, eine Bildschirmtechnologie die:
- eine hohe Bildqualität
- schnelle Reaktionsfähigkeit
- Multitouch-Fähigkeit
aufweist, womit eine ansprechende und intuitive Bedienoberfläche gewährleistet wird.
App Bedienung
Einige Hersteller bieten Induktionskochfelder an, die sich über WLAN oder Bluetooth mit einer Mobilgeräte App verbinden lassen. Über die App können je nach Modell und Hersteller verschiedene Funktionen des Kochfelds genutzt werden, wie:
- Ein- und Ausschalten
- Leistungsstufe oder Temperatur einstellen
- Timer nutzen
- Schritt für Schritt Rezepte verwenden
- Automatikprogramme starten
- Status abfragen
Allerdings erlauben viele Hersteller aus Sicherheitsgründen keinen vollständigen Fernstart ohne eine aktive Betätigung des Kochfelds vor Ort. Oft ist nur das Nachregeln, Pausieren oder Ausschalten aus der Ferne möglich.
Für einen Fernstart sind folgende Sicherheitsaspekte zu beachten:
- Kindersicherung:Viele Hersteller setzen voraus, dass eine Kindersicherung oder ein spezieller Sicherheitsmodus deaktiviert ist, bevor ein Fernstart möglich ist.
- Besetzter Topf-Erkennung: I.d.R. erfolgt eine Prüfung per Topferkennung, ob sich auf der angewählten Kochzone ein Topf befindet: Kein Topf = kein Start.
- App-Autorisierung: Das mobile Endgerät muss für das Kochfeld explizit autorisiert werden, z.B. über die Aktivierung des Fernstarts am Gerät oder in der App.
- Beaufsichtigungspflicht: Trotz Fernbedienungsmöglichkeit empfehlen die Hersteller grundsätzlich, das Kochfeld nicht unbeaufsichtigt zu lassen.
- Vermeidung von Brandgefahr: Es dürfen keine brennbaren oder feuchten Gegenstände auf oder rund um das Kochfeld liegen.