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Elektroherde: Aufbau und Funktion

Backofentür: Ausführungen

Ausfuehrungen backofentuer
Abb: v. l. n. r.: oben Klapptür (Foto: Miele), seitlich angeschlagene Tür (Foto: Gaggenau); unten versenkbare Tür (Foto: Neff), Backwagen (Foto: Siemens).

Einbauherde bzw. -backöfen verfügen i.d.R. über eine Backofentür mit einem Sichtfenster.

In den meisten Fällen wird die Backofentür nach unten aufgeklappt, sie kann aber auch zur Seite geschwenkt (Gaggenau) oder unterhalb des Backofens versenkt werden (Neff). Bei Backwagen-Modellen ist die Tür nach vorne ausfahrbar. Zur leichteren Reinigung lässt sich der Backwagen einfach herausheben bzw. die Backofentür aushängen oder abnehmen.

Backofentür: Aufbau

Türscheiben

Für möglichst niedrige Temperaturen an der Außenseite der Backofentür während des Betriebes kann diese ausgestattet sein mit:

Mehrfachverglaste backofentuer
Mehrfachverglaste Backofentür (Quelle: www.ersatzeilcheck.de)

Die Türdurchlüftung kann durch natürliche oder erzwungene Konvektion realisiert sein. Insbesondere bei durchlüfteten Türen können ggf. Verschmutzungen zwischen den Türscheiben entstehen, weshalb die Backofentüren idealerweise ohne Sonderwerkzeug zur Reinigung zwischen den Scheiben zerlegt werden können.

Türdichtung

Eine am Backofenflansch angebrachte Dichtung sorgt dafür, dass die im Garraum entstehende Hitze möglichst dort gehalten wird. Je nach Reinigungssystem handelt es sich hier um eine Glasseide- (Pyrolyse), Gummi- oder Silikondichtung. Letztere können teilweise zur leichteren Reinigung ausgehängt werden.

Türkontaktschalter

Bei einigen Geräten wird über einen Kontaktschalter die Beheizung und das Umluftgebläse beim Öffnen der Tür ausgeschaltet, um ein Anblasen des Nutzers mit heißem Wrasen zu vermeiden.

Gerätekühlung

Einbauherde und Einbaubacköfen sind i.d.R. mit einer Gehäusekühlung und einer gezielten Wrasenabführung ausgestattet. Ein Querstrom- oder Axiallüfter vermischt den aus dem Backofen-Innenraum abgesogenen, teilweise gefilterten Wrasen mit kühler Raumluft bevor dieser zur Austrittsöffnung an der Front geführt wird.

Luftfuehrung im backofen
Luftführung im Backofen

Backofen-Innenraum

Der Backofen-Innenraum besteht aus:

Die katalytische Beschichtung kann direkt auf dem Innenraum oder auf zusätzlich angebrachten Blechen aufgebracht sein. Weit verbreitet ist die Ausstattung eines emaillierten Garraums mit einer katalytisch beschichteten Backofenrückwand.

Es können zusätzliche Beschichtungen auf dem Email aufgebracht sein (Miele PerfectClean), die der leichteren Reinigung dienen.

Backofen innenraum
Abb: v. l. n. r.: oben Emailliert (Foto: AEG), Katalytisch beschichtet (Foto: Neff); unten Katalyse-Bleche (Foto: Küchenatlas), Edelstahl-Innenraum (Foto: Miele)

Zubehörträger

Als Auflage für Backbleche, Roste, Fettpfanne und weiteres Zubehör dienen:

Zubehoertraeger
Abb: v. l. n. r.: oben Einhängegitter (Foto: Neff), 3-fach Teleskopauszug (Foto: Constructa); unten Variable Teleskopschienen (Foto:Miele), Geprägte Einhängeleisten (Foto: Siemens)

Mit Hilfe von Teleskopauszügen, können je nach Ausführung auf 1 bis 4 Ebenen Bleche bzw. Roste einzeln voll oder teilweise ausgezogen werden. Die Nachrüstung von Teleskopauszügen ist bei Geräten mit Einhängegittern oftmals möglich. Einige Hersteller bieten die Möglichkeit, bevorzugte Einschubebenen einzeln mit Teleskopauszügen aus- bzw. nachzurüsten. Teleskopauszüge sind meist aushängbar bzw. auseinandernehmbar und z.T. geschirrspülmaschinengeeignet und/oder pyrolysefähig.

Beim Backwagen befinden sich an der Türinnenseite befestigte Zubehörhalterungen diese werden beim Öffnen nach vorne ausgezogen. Der Backwagen kann von oben und von der Seite bedient werden.

Einhaengeleisten backwagen
Zubehörleiste Backwagen (Bild: Siemens)

Sonderausstattungen im Backofen-Innenraum

Im Backofen-Innenraum können zusätzliche Funktionseinheiten und/oder Steckvorrichtungen angebracht sein.

Steckvorrichtungen dienen dem Anschluss zusätzlicher Ausstattungen wie:

Manche Backöfen sind mit einem Garraumteiler ausgestattet, der u.a. der Energieersparnis bei der Zubereitung kleiner Mengen dient. Die beiden entstehenden Garräume können unabhängig voneinander oder gleichzeitig betrieben werden. Bei Entnahme des Garraumteilers entsteht ein normal großer Garraum, so dass auch hohe Lebensmittel oder Gargefäße positioniert werden können.

Kamera

Einige Backöfen sind mit einer Kamera ausgestattet. Die Position der Kamera im Backofeninnenraum ist herstellerabhängig. Die Kamera dient der manuellen Überwachung des Garvorgangs über ein per Wlan verbundenes Mobilgerät, über das (Zeitraffer-)aufnahmen der zubereiteten Gerichte geteilt werden können. Je nach Hersteller wird die Kamera aber auch für die Erkennung von Gerichten und/oder für die Überwachung des Bräunungszustandes des Gargutes eingesetzt.

Bei der Gericht-Erkennung wird das Gargut mit Hilfe entsprechender künstlicher Intelligenz erkannt. Das Gerät schlägt eine passende Zubereitungsart vor, wie z.B. ein Automatikprogramm oder eine Einstellempfehlung.

Für die Überwachung des Bräunungszustandes wird die Kamera als Bräunungssensor verwendet: Die Bräunung des Garguts wird über die kontinuierliche Aufnahme der Gargutoberseite während des Garvorganges erfasst. Die Auswertung der gewonnenen Daten erfolgt über KI Modelle, mit deren Hilfe der Garvorgang bei Erreichen des zuvor vom Nutzer ausgewählten Garzustandes beendet wird.

Backofenbeheizungen

Folgende Beheizungsarten sind möglich:

Weitere Beheizungsarten werden durch Kombination oder Abwandlung erzielt.

Beheizung durch Ober- und Unterhitze

Die Beheizung des Backofens erfolgt meist durch einen oben im Backofen-Innenraum liegenden Rohrheizkörper, d.h. durch eine innen- und freiliegende Oberhitze und eine Unterhitze, die unterhalb des Backofenbodens, d.h. außenliegend und verdeckt, angebracht ist (siehe Bild). Die Gesamtleistung liegt zwischen 2.000 und 3.400 W und kann auf Ober- und Unterhitze unterschiedlich verteilt sein, wie z.B. Oberhitze 1.100 W und Unterhitze 1.500 W.

Die Gesamtbeheizung des Backofens (Ober- und Unterhitze) wird normalerweise gemeinsam geschaltet. Bei einigen Modellen ist sowohl eine Solo-Oberhitze und/oder Solo-Unterhitze als separate Beheizungsform wählbar. Die Innentemperatur ist über den Temperaturwähler zwischen einstellbar. Der einstellbare Temperaturbereich liegt je nach Hersteller zwischen 30 bzw. 50 und 230, 250, 260, 275 oder 300 °C.

Ober unterhitze
Wärmeübertragung durch Strahlung und natürliche Konvektion bei Ober- und Unterhitze

Anwendungshinweise:

Die Beheizung mit Ober- und Unterhitze wird in der Norm DIN EN 60350 auch als konventionelle Heizfunktion bezeichnet.

Beheizung durch Umluft/Heißluft

Bei der Beheizungsart Umluft wird die erwärmte Luft immer mit Hilfe eines Ventilators bewegt, der sich an der Rückwand des Backofens hinter einem Luftleitblech befindet. Durch die in der Mitte liegenden Öffnungen des Leitblechs wird die Luft angesaugt und durch seitliche Öffnungen wieder in den Backofen gedrückt (laut Norm DIN EN 60350: Zwangsumluftfunktion).

Die Beheizung erfolgt entweder durch

Hb mikrowellen
Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Heißluftbetrieb (Beheizung durch Ringheizkörper, Luftumwälzung durch Ventilator)
Hb umluftbetrieb 02
Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Umluftbetrieb (Beheizung durch Ober- und Unterhitze, Luftumwälzung durch Ventilator)

Anwendungshinweise:

Grillbeheizung

Die Grillbeheizung besteht aus einem oben im Backofen-Innenraum liegenden Rohrheizkörper, der mit dem Heizkörper der Oberhitze teilweise oder ganz identisch ist. Er ist überwiegend fest und z.T. in einer Mulde vertieft eingebaut, in einigen Geräten zur leichteren Reinigung abklappbar oder als Einsteckgrill über eine dafür vorgesehene Steckdose in der Backofenrückwand angeschlossen. Die Leistung der Grillbeheizung beträgt je nach Gerät ca. 2.000 bis 3.150 W und kann in Stufen oder stufenlos eingestellt werden.

Hb strahlung grillen
Wärmeübertragung durch Strahlung beim Grillen

Die Oberflächentemperatur des Rohrheizkörpers liegt während des Grillens zwischen 800 und 900 °C. Die Wärmeübertragung erfolgt durch Wärmestrahlung, die überwiegend im Infrarotbereich liegt und durch den glühenden Heizkörper erzeugt wird. Die Temperaturen im Backofen-Innenraum liegen während des Grillens bei ca. 240 °C (Stufe 1), 260 °C (Stufe 2) und 280 °C (Stufe 3) oder können bei stufenloser Regelung durch Einsatz von Elektronik bis 300 °C erreichen.

Es gibt zweiteilige Grillheizkörper, bei denen sich zwei verschieden große Grillflächen einschalten lassen (Groß- und Kleinflächengrill), die eine Heizleistung von ca. 850–1.600 W (kleinere Grillfläche) bis 2.400–3.150 W (gesamte Grillfläche) haben.

Anwendungsmöglichkeiten und -hinweise:

Kombinationen von Beheizungsarten

Backöfen mit Kombinationen von Beheizungsarten bieten die Möglichkeit, je nach Gargut und Menge die günstigste Beheizungsart aus Ober- und Unterhitze, Umluft oder Grillbeheizung auszuwählen.

Die genannten Beheizungsarten können einzeln oder kombiniert auftreten und eine Vielzahl an Beheizungsarten hervorbringen, z. B.

Hb umluftgrillen 03
Umluftgrillen

Die Gebrauchsanweisungen der Hersteller geben wichtige Hinweise und Tipps, um für die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten die optimale Beheizungsart, Einschubhöhe, o. ä. zu finden.

Backofen mit integrierter Mikrowelle

Diese Backöfen sind – zusätzlich zu den bisher beschriebenen Beheizungsarten – mit einem Mikrowellenteil zur Erzeugung und Verteilung von elektromagnetischen Wellen ausgestattet. Die maximale Mikrowellenausgangsleistung beträgt je nach Fabrikat 600–1.200 W. Die verschiedenen Hersteller bieten feste Stufen oder eine stufenlose Einstellung an.

Die unterschiedlichen Backofenbeheizungsarten und die Mikrowellenerzeugung können einzeln, aber auch gemeinsam in Betrieb genommen werden. Beim Kombinationsbetrieb verringert sich die Gardauer um bis zu 40 %. Im Kombinationsbetrieb kann jedoch nur auf einer Ebene gearbeitet werden. Das mitgelieferte Zubehör ist so abgestimmt, dass es für alle Anwendungen wie Garen, Backen, Braten oder Grillen im Mikrowellen-Kombinationsbetrieb einsetzbar ist, auch wenn es aus Metall besteht.

Hb mikrowellen
Wärmeerzeugung durch Mikrowellen hier: kombiniert mit Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Heißluftbetrieb

Anwendungsmöglichkeiten und -hinweise:

Backofen mit integrierter Dampffunktion

Diese Backöfen sind neben einem Beheizungssystem (Heißluft oder Multifunktion) mit einem drucklosen Dampfgarsystem ausgestattet.

Je nach Bauart benötigen sie feste Anschlüsse für den Wasserzu- und Wasserablauf oder die Wasserversorgung erfolgt über einen Wassertank. Hinsichtlich der Befüllung des Wassertanks bieten die verschiedenen Hersteller unterschiedliche Lösungen an.

Die Dampferzeugung erfolgt entweder in einem separaten Dampferzeuger außerhalb des Garraums oder innerhalb des Garraums. Innerhalb des Garraums kann die Dampferzeugung z.B. mit Hilfe des Heißluftheizkörpers plus Ventilator erfolgen.

Je nach Hersteller haben die Geräte einen Innenraum aus Edelstahl oder Spezialemail.

Um dem Dampf im Garraum zu halten sind die Geräte mit besonders gut abgedichtet.

Generell können die Backöfen mit Dampffunktion wie folgt aufgeteilt werden:

Icon Icon
Backofen mit integrierter Dampffunktion
Dampfgarfunktion vorhanden
Backofen mit Dampfunterstützung
Dampf kann bei konventionellen Heizarten zuschaltet, bzw. zugegeben werden

Während Geräte mit Dampfgarfunktion i.d.R. auch die Möglichkeit bieten, eine Dampfunterstützung zu anderen Heizarten zuzuschalten, ist dies umgekehrt nicht der Fall.

Backofen mit Dampffunktion (Volldampf-, Fullsteamgeräte)

Fullsteamgeräte bieten die Möglichkeit zum Dampfgaren (Dämpfen). Dabei werden Lebensmitteln in reinem Dampf schonend gegart.

Je nach Gerät und Hersteller werden folgende Dampffunktionen angeboten:

Bei Geräten mit Dampfsensor wird der Feuchtigkeitsgehalt im Backofen permanent gemessen, und die optimale Dampfmenge automatisch zugefügt.

Backofen mit Dampfunterstützung

Backen, Braten, Garen mit Dampfunterstützung, d.h. der Dampf kann in Kombination mit den im jeweiligen Gerät vorhandenen Heizarten zum Einsatz kommen. Je nach Hersteller wird dies als Dampfunterstützung, ProSteam, SteamBake, SteamCrisp, addSteam, VarioSteam oder Kombi-Dämpfen bezeichnet.

Beim Backen unterstützt der Dampf das weitere Aufgehen des Teiges im Backprozesses und sorgt für eine besonders knusprige und glänzende Kruste. Mit Dampfunterstützung zubereitete Braten trocknen weniger aus und erhalten ebenfalls eine knusprige Kruste.

Je nach Hersteller und Gerät stehen folgende Funktionen mit Dampfunterstützung zur Verfügung:

Die Dampferzeugung für die Dampfunterstützungsfunkton erfolgt je nach Gerät und Hersteller unterschiedlich:

Die Wasserversorgung wird gewährleitest:

Die Ausführungsvarianten unterscheiden sich hinsichtlich des Anwendungskomforts und der Effektivität der Beschwadung: Am komfortabelsten und effektivsten ist die Dampfversorgung mittels externer Dampferzeugung.

Einige Hersteller bieten Zubehör-Einsätze für Backöfen an, die das Dampfgaren in Geräten ohne Dampfgarfunktion ermöglichen: Eine Auffang-Pfanne mit Glasdeckel wird mit Wasser befüllt, mit der Backofen-Unterhitze aufgeheizt, so dass das Wasser verdampft. In gelochten Garbehältern können Lebensmittel im Dampf gegart werden. Der Backofen muss immer vorgeheizt sein, die Bedienung erfolgt über den Backofen.

Backofen mit integrierter Mikrowelle und Dampfunterstützung

Einige Hersteller bieten Kombinationsbacköfen an, die sowohl Mikrowellen- als auch Dampffunktionen beeinhalten, d.h. die oben beschriebenenen Kombinationen aus konventionellen Heizarten mit Mikrowellen- oder Dampfunterstützung, sowie die Nutzung von reiner Mikrowelle ist möglich.

Eine Kombination von reiner Mikrowelle mit Dampf ist bei den aktuell am Markt befindlichen Kombibacköfen für den Haushalt nicht möglich.

Bedienblende

Backofen

Moderne Haushaltsbacköfen bieten eine große Bandbreite an Bedien- und UI (User Interface)-Technologien – von klassischen Drehreglern über Touchdisplays und Sensorik bis zu KI (Künstliche Intelligenz)-Features und App-Steuerung. Die Entwicklung geht verstärkt zu mehr Automatisierung, Personalisierung und Integration ins “Smart Home”, also ein „intelligentes Zuhause“.

Die Bedienelemente für den Backofen können entsprechend der Ausstattung stark abweichen. Einfache Geräte mit nur einer Beheizungsart verfügen oft nur über einen stufenlos einstellbaren Temperaturwähler.

Bei Backöfen mit kombinierter Ausstattung erfolgt die Einstellung durch:

Einstellung der Temperatur und Beheizungsart (Beispiele)

Einstellung temperatur beheizungsart beispiele
v. l. n. r.: oben Temperaturwähler mit Knebelbedruckung, Temperaturwähler mit Umfeldbedruckung; unten Funktionswähler mit Klartextbedruckung, Funktionswähler mit Symbolbedruckung
Mehrzweckschalter
Mehrzweckschalter
Display drehwaehler sensortasten
Display für Temperatur und Zeit, Bedienung über Drehwähler und Sensortasten (Beispiel BSH)
Display sensortasten
TFT-Display mit Bedienung über Sensortasten (Beispiel Miele)
Display touchscreen
TFT-Display mit Touchscreen (Beispiel AEG)

Betriebsartensymbole

Die auf den Funktionswählern oder im Backofendisplay angezeigten Symbole für Heizarten oder Funktionen sind nicht standardisiert, und insbesondere die grafische Darstellung variiert stark von Hersteller zu Hersteller.

Nichtsdestotrotz hat sich die Darstellung der bei der jeweiligen Betriebsart in Funktion befindlichen Funktionseinheiten des Gerätes weitgehend durchgesetzt:

Symbole 1
Betriebsartensymbole

Auch die Symbole für einige andere Funktionen haben Hersteller übergreifende Verbreitung gefunden:

Symbole 2

Kochstellen und Backofen

Bei Standgeräten sowie Unterbau- und Einbauherden enthält die Bedienblende alle notwendigen Bedienelemente für die Nutzung der Kochstellen und des Backofens. Je nach Ausstattung sind noch weitere Bedienelemente, wie z.B. für die Wahl der Beheizungsart, Schaltuhr, Bratautomatik, Bratthermometer, pyrolytische Selbstreinigung, Automatikprogramme, Abschaltautomatik, Uhr, Kurzzeitwecker angebracht.

Die Bedienung kann durch Drehschalter, z.T. versenkbar, Drucktasten, Sensortasten oder einen Touchscreen erfolgen.

Bedienblende einbauherd
Bedienblende Einbauherd (Foto: Bosch)

Bedienung per App

Vernetzte Geräte bieten die Möglichkeit, das Gerät über ein mobiles Endgerät (Mobiltelefon, Tablet etc.) zu bedienen. Damit Einstellung für Programme, Heizarten, Temperaturen und Zusatzfunktionen direkt an den Backofen übertragen werden können, muss das Gerät mit der mobilen App des jeweiligen Herstellers „gepairt“, d.h. verbunden werden.

Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, den Fernstart des Gerätes explizit zu genehmigen.

Der Start des Backofens direkt aus Rezepten auf dem mobilen Endgerät heraus erleichtert die Wahl der richtigen Einstellung, insbesondere bei Kombinationsbacköfen.

Außerdem kann über die App der Fortschritt des gewählten Programms verfolgt werden. Backöfen mit integrierter Kamera bieten zudem die Möglichkeit, den Garprozess online zu verfolgen. Das über die Kamera übertragene Medien, oder auch eine Zeitrafferaufnahme vom des fortschreitenden Garprozesses kann über soziale Medien geteilt werden.

Steuerung und Regelung des Backofens

Um den Backofen sicher und energiesparend einsetzen zu können und die Temperaturen für die verschiedenen Garmethoden genau einzuhalten, sind Steuer- und Regeleinrichtungen notwendig.

Die Temperaturregelung im Backofen kann elektromechanisch durch Stab- oder Flüssigkeitsausdehnungsregler oder mittels PTC-Widerstände und einer Elektroniksteuerung erfolgen.

Beim Stabausdehnungsregler wird die unterschiedliche Ausdehnung von zwei verschiedenen Materialien genutzt. In einem Metallrohr ist innen ein Stab befestigt, der sich bei Erwärmung nicht verändert, also invariabel ist (deshalb die Bezeichnung: Invarstab). Der Stab ist einseitig mit dem Metallrohr verbunden, am anderen Ende ist ein Schaltmechanismus befestigt. Erwärmt sich das Rohr, wird es länger und zieht den Stab in sich hinein. Diese Bewegung bewirkt eine Veränderung des Abstandes, wodurch ein oder mehrere Schaltkontakte betätigt werden können. Bei Backöfen mit Pyrolyse wird der Stabausdehnungsregler auch als Überhitzungsschutz genutzt.

Beim Flüssigkeitsausdehnungsregler macht man sich die Ausdehnung von Flüssigkeit zu nutze. Er besteht aus einem Temperaturfühler, einem Kapillarrohr und einer Membrandose.

Temperaturfühler und Membrandose sind durch das Kapillarrohr, in dem sich eine Flüssigkeit befindet, verbunden. Beim Erwärmen dehnt sich die Flüssigkeit aus, wodurch sich die Membrandose wölbt. Durch diese Bewegung wird ein Schaltkontakt geöffnet bzw. geschlossen.

Mit dem Einsatz der Elektronik zur Temperaturregelung im Backofen ist die Möglichkeit einer exakteren Regelung mit geringeren Toleranzen gegeben. Dazu werden Kaltleiter, sogenannte PTC-Widerstände (Positiver Temperatur Coeffizient) eingesetzt. Der PTC-Fühler hat ab einer bestimmten Temperatur einen sehr hohen Temperaturbeiwert, d.h. sein Widerstand wird mit zunehmender Erwärmung höher, der Temperaturkoeffizient ist positiv. Der Widerstand ist am kleinsten bei niedriger Temperatur, d.h. er leitet besser, wenn er „kalt“ ist, daher der Name „Kaltleiter“.

Weitere Ausstattungen für den Backofen

Automatikprogramme

Einige Hersteller bieten Herde oder Backöfen mit Automatikprogrammen an. Der Benutzer wählt entsprechend der gewünschten Anwendung ein Programm aus, das er der Gebrauchsanweisung, der Displayanzeige oder der App entnimmt. Es steht ein z. T. vielfältiges Angebot zur Auswahl, vom Auftauen über das Garen bis zum Braten, Backen oder Grillen. Lediglich das Programm und z. T. das Gewicht muss eingegeben bzw. ausgewählt werden. Die passenden Funktionseinstellungen wie Beheizungsart, Dauer und Temperatur oder Temperaturverlauf sind bereits vorprogrammiert und laufen vollautomatisch ab. Die Zubereitung erfolgt je nach Speisenart im offenen oder geschlossenen Geschirr; dieses muss hitzebeständig und ggf. mikrowellengeeignet sein.

Automatikprogramme für die Anwendung im geschlossenen Geschirr (Bosch, Siemens, Neff) bieten den Vorteil einer verschmutzungs- und geruchsarmen Zubereitung. Wichtig ist hierbei die Wahl eines geeigneten Geschirrs. Ideal ist die Verwendung von Brätern aus hitzebeständigem Glas. Auch der Einsatz von Kasserolen aus dunkler Emaille oder Gussmaterial ist möglich. Weniger geeignet ist Bratgeschirr aus Aluminium, Edelstahl oder unglasiertem Ton, da diese Materialien die Strahlungswärme schlechter absorbieren, Fond und Gargut bräunen weniger.

Das Garen mit Automatikprogrammen ist einfach und ohne Sachkenntnis möglich. Sie sorgen für eine gedankliche Entlastung bei gutem Ergebnis.

Sensorgesteuerte Automatikprogramme

Eine besondere Form der Automatik stellen die sensorgesteuerten Automatikprogramme dar, wie z.B. die Funktion “Autokochen” (AEG) oder die Funktion „Backsensor“ (Bosch, Siemens). Hier wird über den Funktionswähler lediglich die Zubereitungsart (z. B. „Kuchen in Form") gewählt. Die Elektronik bewertet selbständig das eingesetzte Gargut und berechnet die Garzeit. Sie legt selbständig die Beheizungsart und Temperatur fest sowie die Gardauer. Außerdem gibt sie vor, welches Geschirr in welcher Einschubebene zu verwenden ist.

Für die Gestaltung von Automatikprogrammen können folgende Parameter zum Einsatz kommen:

Anhand der Auswertung einzelner oder mehrerer der Parameter erkennt die Elektronik z.T. unter Anwendung von künstlicher Intelligenz die Charakteristik des Garguts und bestimmt darüber die notwendige Einstellung. Die Bedienung sorgt für sicheres Gelingen auch ohne Kocherfahrung.

Bratautomatik

Die Bratautomatik ist ein Temperatur-Zeitprogramm für die Zubereitung von Braten und Fleischgerichten, welches nach fest hinterlegten Daten abläuft und den Benutzer gedanklich entlastet. Die Einstellung ist je nach Hersteller unterschiedlich:

Bratautomatik
Bratautomatik, Beispiel für Zeit-Temperatur-Verlauf

Variante 1:

Variante 2:

Crisp- bzw. Crisp finish Funktion

Die Lüftungsfunktion Crisp- bzw. Crisp finish Funktion entzieht dem Garraum Feuchtigkeit, sodass die zubereiteten Speisen knuspriger werden. Zu welchen Betriebsarten die Funktion dazugewählt werden kann ist Hersteller abhängig.

Niedertemperaturgaren (Sanftgaren)

Mit der Funktion Niedertemperaturgaren bzw. Sanftgaren können angebratene zarte Fleischstücke (wie z.B. Filet) im Temperaturbereich zwischen 70–120 °C langsam und schonend gegart werden. Dieses Garverfahren bietet auch für Ungeübte eine hohe Gelingsicherheit bei der Zubereitung von rosa gebratenen Fleischstücken.

Kerntemperaturfühler

Der Kerntemperaturfühler, auch Fleischthermometer, -spieß, Speisenthermometer oder Bratenthermometer genannt, ist ein spießförmiger Temperaturfühler, der die Kerntemperatur im Fleisch erfasst. Er wird von der Seite aus tief in die Mitte des Fleischstückes eingesteckt und über eine Einsteckbuchse im Backofen-Innenraum mit einer elektronischen Temperaturregelung verbunden. Die Übertragung der Temperatur kann auch drahtlos erfolgen (Miele). Der Benutzer stellt die gewünschte Kerntemperatur gemäß dem gewünschten Garergebnis im Bereich von 30–99 °C ein sowie die Beheizungsart und evtl. die Backofentemperatur. Nach Erreichen der Kern-Solltemperatur ertönt ein Signal und die Beheizung schaltet automatisch ab.

Hb kerntemperaturfuehler
Kerntemperaturfühler

In der Spitze des Temperaturfühlers registriert ein Heißleiter – NTC-Widerstand (Negativer Temperatur Coeffizient) – die Kerntemperatur und vergleicht diese mit dem vorgewählten Sollwert. Beim NTC-Fühler nimmt der Widerstand mit zunehmender Erwärmung ab, der Temperaturkoeffizient ist negativ, d.h. er leitet im heißen Zustand besser.

Bei einem Hersteller (Miele) wird vor Erreichen der eingestellten Kerntemperatur die Beheizung automatisch ausgeschaltet, um die vorhandene Nachwärme bis zum Erreichen der Kerntemperatur zu nutzen. Darüber hinaus wird über eine Anzeige die noch notwendige Zeit bis zum Erreichen des Garzeitendes anzeigt.

Bei anderen Herstellern (AEG, Bosch, Siemens, Neff) muss lediglich die Fleischart eingegeben werden. Das Gerät schlägt die optimale Beheizungsart, Temperatur und Einschubebene, sowie eine ideale Kerntemperatur vor.

Besondere Gelingsicherheit bieten Mehrpunkttemperaturfühler (Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau): Im Temperaturspieß befinden sich mehrere Messpunkte, die es ermöglichen, den kältesten Punkt zu detektieren. Etwaige Fehler beim Stechen des Temperaturfühlers können auf diese Weise ausgeglichen werden.

Der Kerntemperaturfühler ist bei verschiedenen Beheizungsarten einsetzbar (Herstellerangaben beachten), und ermöglicht die Zubereitung eines Bratens ohne Vorkenntnisse. Es sorgt für ein gutes Bratergebnis bei gedanklicher Entlastung.

Kurzzeitwecker

Der Kurzzeitwecker ist eine „akustische Gedächtnisstütze“, die aber keinerlei Schaltvorgänge ausführen kann. Der Benutzer kann eine Kurzzeit einstellen und wird durch einen Signalton, z.T. mit einem optischen Signal kombiniert, auf das Ende dieser Zeitspanne aufmerksam gemacht. Er ist meist in der Schaltuhr integriert oder separat in die Bedienblende eingebaut.

Zeitschaltautomatik für Backofen und Kochstelle

Elektroherde werden mit Zeitschaltern oder Schaltuhren angeboten und sind in Verbindung mit einer eingebauten Automatikkochstelle (nur in Kochfeldern) und einem temperaturgeregelten Backofen einsetzbar.

Der Zeitschalter ist an keine Tageszeitanzeige gekoppelt. Hierbei handelt es sich um einen Zeitmesser mit elektrischem Schalter, der lediglich nach Ablauf einer vorgewählten Dauer selbsttätig ausschaltet, z.B. Mikrowellenfunktion, Kochstellen mit bis zu 99-Minuten-Timer-Funktion, pyrolytische Selbstreinigung.

Die Schaltuhr ist eine Tageszeituhr mit einem elektronischen oder elektrischen Schaltelement, das nach vorgewählter Zeit selbsttätig aus- (Halbautomatik) bzw. ein- und ausschaltet (Vollautomatik). Je nach Hersteller kann eine Schaltuhr entweder eine, zwei oder alle vier Automatikkochstellen und/oder den Backofen mit gleichen oder unterschiedlichen Zeiten steuern.

Der Benutzer muss dazu verschiedene Eingaben vornehmen, z.B.: Garzeitende 12.30 Uhr, Gardauer 60 Minuten oder 1 Stunde. Daraus ergibt sich, dass die Schaltuhr um 11.30 Uhr die Stromzufuhr freigibt und sie um 12.30 Uhr sperrt. Auf diese Art und Weise können auch Bratthermometer und Bratautomatik ein- und ausgeschaltet werden.

Der Einsatz bringt bei der Benutzung zeitliche Unabhängigkeit und gedankliche Entlastung.

Zeitschaltuhr
Zeitschaltuhr

Vorschlagstemperatur

Bei elektronischen Geräten wird dem Benutzer beim Einstellen einer Heizart eine angepasste Temperatur vorgeschlagen, die er im weiteren Einstellprozess abändern kann. Neben der Information über eine geeignete Temperatur bietet die Vorschlagstemperatur den Vorteil, dass die Temperatur nicht aus der Nullposition eingestellt werden muss.Teilweise kann die Vorschlagstemperatur über die Grundeinstellungen den persönlichen Vorlieben angepasst werden.

Assistenzfunktionen und Infotexte

Geräte mit Klartextdisplay bieten z.T. Einstellhinweise wie Heizart, Temperatur, empfohlenes Geschirr, Einschubhöhe für bestimmte Gerichte oder die Einsatzmöglichkeiten von Heizarten. Die Einstellung wird erleichtert und der Blick in die Gebrauchsanweisung erübrigt sich.

Infotexte, sog. „Notifications“, die jeweils zum notwendigen Zeitpunkt im Display erscheinen, informieren über notwendige Sachverhalte wie z.B. „Entkalken erforderlich“, oder geben wertvolle Hinweise passend zum jeweiligen Zubereitungsschritt.

Memoryfunktion/ Speicherfunktion

Mit Hilfe der Memoryfunktion können oft genutzte Einstellungen mit eigenem Namen gespeichert und immer wieder abgerufen werden.

Backofen-Reinigungssysteme

Beim Einsatz des Backofens können Verschmutzungen entstehen. Diese lassen sich verringern oder ganz vermeiden durch:

Ist eine Reinigung trotzdem notwendig, so wird diese erleichtert durch

Die Reinigung wird durch Reinigungshilfen vereinfacht oder durch eine Selbstreinigung ganz abgenommen.

Reinigungshilfen

Automatisches Reinigungsprogramm (Dampfbacköfen)

Einige Hersteller bieten für Dampfbacköfen ein automatisches Reinigungsprogramm an. Es wird dabei entweder:

Hydrolyse

Bei der “Hydrolyse-Reinigung”, Hersteller abhängig als „Easyclean“, „Aquaclean“, „HydroClean“ o.ä. bezeichnet, wird i. d. R. Wasser in eine Vertiefung auf dem Backofenboden gegeben, welchem ggf. eine geringe Menge Spülmittel zugesetzt wird. Das Wasser wird über ein gesondertes Reinigungsprogramm, oder mit Hilfe einer manuellen Einstellung verdampft. Der auf den Oberflächen kondensierende Wasserdampf unterstützt das Lösen von Schmutzpartikeln auf den Oberflächen.

Als energiesparende Reinigungsmethode eignet sich die Hydrolyse-Reinigung insbesondere für geringere Verschmutzung und die regelmäßige Pflege des Backofens.

Unterstützung von Backofensprays

Diese Zusatzfunktion ist anzuwenden, wenn der Backofenspray-Hersteller eine Anwendung im erwärmten Backofeninnenraum empfiehlt. Der Backofen wird auf 80 °C erhitzt, ein Signal ertönt. Spray einsprühen und einwirken lassen. Dadurch wird eine bessere Reinigungswirkung des Backofensprays erzielt (AEG).

Fettfilter/Katalysator

Beim Garen im Backofen entsteht Wrasen, der Fett, Geruchs- und Schwebstoffe enthält. Die angereicherte Backofenluft wird durch das Lüfterrad angesaugt und über den Fettfilter und/oder Katalysator geführt.

Der Fettfilter besteht aus einem Aluminium- oder Edelstahlgewebe (ähnlich einem Fettfilter in der Dunstabzugshaube) und muss je nach Nutzungshäufigkeit entnommen und von Hand oder im Geschirrspüler gereinigt werden.

Der Katalysator ist ein Geflecht, das mit einer Platin- oder Platinpaladiumschicht überzogen oder zu 100 % aus hochempfindlichem Paladium besteht. Im Katalysator werden die fetthaltigen Verbindungen zu geruchlosen Verbindungen und Feuchtigkeit umgewandelt; Back- und Bratgerüche verschwinden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Katalysator seine Betriebstemperatur erreicht. Dies kann beim Einsatz des Ringheizkörpers durch die parallel erfolgende Miterwärmung oder durch eine Zusatzbeheizung von Beginn an erfolgen. Der Katalysator ist ein Dauerfilter und muss nicht gereinigt werden.

Katalytische Reinigungshilfe

Durch die katalytische Beschichtung der Innenwände und/oder der Backofendecke erfolgt der Abbau von fetthaltigen Schmutzrückständen. Die Reinigung erfolgt durch ein Spezialemail bzw. eine Spezialkeramik, wobei in beiden Fällen die Oberfläche besonders rau und porös ist. Die vergrößerte Oberfläche bewirkt, dass sich Fettspritzer und -dämpfe großflächig auf dem Spezialemail verteilen (Löschblatteffekt).

In der Oberfläche eingelagerte Metalloxide (Katalysatoren) lassen in Verbindung mit Luftsauerstoff und Hitze Fett oxidieren und in Wasser und Kohlendioxid zerfallen. Je höher die Temperatur, umso schneller und besser ist die Reinigung. Die Reinigung geschieht während des Backens und Bratens, wenn Temperaturen von mehr als 200 °C erreicht werden.

Katalytische Innenwände können serienmäßig eingesetzt sein oder werden als Sonderzubehör (Katalyse-Set) zum Einhängen oder Aufschrauben für Backofenrückwand und -decke angeboten. Wenn bei herkömmlichen katalytischen Beschichtungen die Reinigungswirkung nachlässt, sind die Bleche auszutauschen. Der Zeitpunkt hängt von der Nutzungshäufigkeit ab.

Die poröse katalytische Oberfläche darf nicht mit Backofenspray, scheuernden Reinigungsmitteln, festen Bürsten, Scheuerschwämmchen oder verseifter Putzwolle behandelt werden. Die Reinigung sollte mit einem weichen, mit Spülmittel getränkten Schwamm erfolgen.

Pyrolytische Selbstreinigung

Bei der pyrolytischen Reinigung werden automatisch sämtliche Verunreinigungen im Backofen bei hohen Temperaturen verschwelt. Dies geschieht in einem gesonderten Programm. Danach müssen lediglich die veraschten Rückstände vom Benutzer mit einem feuchten Tuch entfernt werden.

Der Backofen wird mit verschiedenen Heizleitern mit einer Gesamtheizleistung von ca. 3.000 W aufgeheizt. Eine temperaturabhängig gesteuerte Türverriegelung verschließt die Tür automatisch bei Backofeninnentemperaturen von mehr als 300 °C. Während der weiteren Aufheizphase wird herstellerspezifisch u. U. der Wrasenaustritt zur Verhinderung einer Geruchsbelästigung geschlossen und ein Gebläse zur gleichmäßigen Wärmeverteilung zugeschaltet. Bei Temperaturen von ca. 420 - 500 °C und relativ geringer Luftzufuhr verschwelen bzw. veraschen alle organischen Schmutzrückstände. Die dabei entstehenden Dämpfe werden z. T. über einen Katalysator geführt, oxidiert (Zerfall in Kohlendioxid und Wasser), dadurch geruchsmäßig neutralisiert und nach außen geführt.

Pyrolytische selbstreinigung
Temperaturverlauf bei der pyrolytischen Selbstreinigung

Je nach Hersteller müssen die Einhängegitter, Auszugssysteme sowie Bleche vor dem Reinigungsbeginn entfernt werden; u. U. wird der Benutzer daran erinnert, oder ein Sensor detektiert das Vorhandensein der Gitter und verhindert den Start des Pyrolysevorgangs.

Der spezielle Reinigungsvorgang wird entweder

Der Backofen kühlt langsam ab und ist bei Temperaturen unter 300 °C wieder zu öffnen.

Die hohen Temperaturen erfordern zum Schutz der nebenliegenden Möbelteile eine besondere Geräteausstattung:

Das Reinigungsprogramm verbraucht zwischen 2,5 und 9 kWh, je nach Programm. Dafür kann auf den Kauf von Backofenreinigern verzichtet werden. Die Reinigungswirkung ist über die gesamte Lebensdauer des Herdes nutzbar.

Backbleche und Backformen

Backformen gibt es in verschiedenen Formen, Farben und Materialien. Das Backergebnis wird vor allem durch das Material beeinflusst.

Backformen sollen:

Die unterschiedliche Oberflächenbehandlung der Backformen ermöglicht es, diesen Anforderungen zu entsprechen. Auf dem Markt werden folgende Backformen angeboten:

Backbleche aus emailliertem Stahlblech und/oder Aluminium werden mit jedem Herd mitgeliefert. Formen mit dunkler Außenfläche garen und bräunen gut. Gusseisen sollte nach jeder Reinigung eingeölt werden. Mit Kupferformen werden aufgrund der sehr guten Wärmeleitung gute Backergebnisse erreicht. Schwarzblechformen nehmen die Hitze leicht auf und leiten sie rasch und gleichmäßig an das Gebäck weiter. Von beschichteten Formen lässt sich das Gebäck leicht lösen und sie sind einfach zu reinigen. Weißblechformen und Formen aus Aluminium reflektieren die Hitze stark und bräunen nur langsam. Formen aus hitzebeständigem Spezialglas, Keramik und Steingut lassen die Hitze nur langsam an das Gargut gelangen. Sie garen sehr gleichmäßig, erfordern aber eine etwas längere Garzeit. Tonformen sind dampfdurchlässig und eignen sich besonders gut zum Brotbacken.

Für die Beheizung mit Ober- und Unterhitze, die überwiegend mit Strahlungswärme arbeitet, gilt folgendes:

Für die Beheizung mit Heißluft, bei der die Wärme durch erzwungene Konvektion übertragen wird, spielt die Oberflächenbeschaffenheit der Backformen und Bleche eine untergeordnete Bedeutung. Für den Einsatz in Backöfen mit Mikrowelle eignen sich sowohl für den Solo- als auch für den Kombinationsbetrieb Formen aus feuerfestem Glas, Keramik und Steingut. Für den Kombinationsbetrieb können auch Metallformen verwendet werden. Der Abstand zur Garraumwand sollte aber mindestens 3 cm betragen.

Vernetzungsfähigkeit

Einige Hersteller bieten unter anderem Backöfen an, die vernetzungsfähig sind. Sie sind in der Produktbeschreibung gekennzeichnet durch Begriffe wie Connectivity (Bauknecht), Home Connect (Bosch, Siemens) oder Miele@home (Miele). Vernetzte Geräte sind mit Funktionen ausgestattet, über die sie mit dem Internet, einem Smart Meter oder einer Steuereinheit verbunden werden können. Die Nutzung durch den Kunden erfolgt mittlerweile üblicherweise via App über PC bzw. mobile Endgeräte wie Smartphone oder ein Tablet. Der Funktionsumfang umfasst je nach Gerät und Hersteller:

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