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Auswahlkriterien

Bei der Planung einer Dunstabzugshaube sind wichtige Punkte zu berücksichtigen:

Breite von Kochfeld und Dunstabzugshaube sowie Abstand zueinander

Die Breite der Dunstabzugshaube ist abhängig von der Breite des darunterliegenden Kochfeldes. Bedingt durch Luftströmungen im Küchenraum steigt der beim Kochen entstehende Wrasen meist nicht senkrecht nach oben. Um den Wrasen trotzdem effektiv einfangen zu können, sollte die Dunstabzugshaube breiter als das Kochfeld sein. Da bei Kochinseln mit stärkeren Querströmungen zu rechnen ist, als bei Kochfeldern in der Küchenzeile, sollten Inselhauben das darunterliegende Kochfeld weiter überlagern. Bei Wandhauben ist eine Überdeckung von x = 5–8°, bei Inselhauben von x = 10–12° empfehlenswert.

Bei einem Abstand zwischen Kochfeld und Dunstabzugshaube von H = 65–75 cm werden folgende Haubenbreiten empfohlen:

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Empfehlungen für die Haubenbreite

Kann die Dunstabzugshaube aus Platzgründen nicht breiter sein als das Kochfeld, sollte eine Haube mit Randabsaugung eingesetzt werden. Sie haben im Randbereich eine deutlich höhere Strömungsgeschwindigkeit als Hauben mit Flächenabsaugung. Dies führt dazu, dass bei diesen Hauben der Kochdunst am Haubenrand besser eingefangen werden kann.

Art des Kochfeldes und konstruktive Form der Dunstabzugshaube

Die Wirkungsweise einer Dunstabzugshaube wird durch ihre konstruktive Form stark beeinflusst. Im Hinblick auf das Strömungsverhalten der Abluft ist eine Dunstabzugshaube in Pyramidenform mit großem Schwadenfangraum am effektivsten. Je flacher der Haubenschirm gestaltet ist, desto höher werden die Gegendrücke auf das Gebläse. Moderne Dunstabzughauben bieten vielfältigste Designvarianten. Um aber einen hohen Wirkungsgrad der Dunstabzugshaube zu erreichen, sollten Design und Form auf die Kochstelle abgestimmt werden.

Bei Kochfeldern mit starker Hitzeentwicklung wie z.B. Gaskochfelder, Fritteusen oder Grills entstehen hohe Temperaturen, die den Kochwrasen stark beschleunigen und schnell nach oben drücken. Damit der Wrasen optimal eingefangen und abgeführt werden kann, sollten wrasenintensive Kochstellen auf jeden Fall mittig unter der Dunstabzugshaue geplant werden. Ablufthauben mit Schwadenfangraum begünstigen das Einfangen des Wrasens.

Leistungsermittlung / Berechnung der theoretischen Luftfördermenge

Für die Ermittlung der erforderlichen Leistung einer Dunstabzugshaube wird die Luftfördermenge berechnet. Sie definiert die Luftmenge pro Zeiteinheit in m3/h, die von der Dunstabzugshaube abgeführt bzw. umgewälzt wird.

Basis für die Errechnung der Luftfördermenge (Q) ist die Raumgröße in m3 (V). Nach den neusten Empfehlungen ist ein 2- bis 6-facher Luftwechsel (f) pro Stunde für den Küchen- bzw. Koch-Wohnbereich ausreichend. Dies bedeutet, dass die Raumluft (in m3) 2- bis 6-mal pro Stunde umgewälzt bzw. erneuert wird. Zum Ausgleich von Leistungsverlusten wird bei Einsatz eines Aktivkohlefilters (bei Umluftbetrieb) oder nicht optimaler Abluftführung ein Sicherheitszuschlag empfohlen. In diesen Fällen sollte mit einem 8-fachen Luftwechsel gerechnet werden. Zusätzlich können bei geschlossenen Küchen 20 % für die Küchenmöbel abgezogen werden. Bei offenen Wohnküchen wird ohne Abzug kalkuliert.

Luftvolumenstrom Q, in m3/ h
Berechnung Küchenvolumen A (Raumfläche in m2)
3 m x 4m x 2,50
= 30 m3
Neue Berechnungsgrundlage AMK Empfehlung
Luftwechsel Grundluftbedarf geschlossene Küche offene Küche
abzgl. 20% Küchenmöbel ohne Abzug
24m3 30m3
min. Luftwechsel 2x* 100m3/h 148m3/h 160m3/h
max. Luftwechsel 6x 150m3/h 294m3/h 330m3/h
mit Zuschlag 8x** 200m3/h 392m3/h 440m3/h

*geräuscharmer Dauerbetrieb, **max. Kurzzeitbetrieb (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V., AMK-MB–008, Ausgabedatum 02/2014)

Bei großen, offenen Wohnküchen sollte der Küchenbereich als Basis für die Berechnung zugrunde gelegt werden, da Fette als schwere Stoffe (wenn sie beim Kochen nicht direkt von der Dunstabzugshaube aufgenommen werden), verhältnismäßig schnell kondensieren. D.h. sie setzen sich auf Arbeitspatten, Wänden oder Möbeln ab und werden auch von einer extrem hohen Luftwechselrate nicht wieder eingefangen. Die Berücksichtigung eines großen Wohnraumes würde die zu berechnenden Volumenströme extrem erhöhen und sehr große Gebläse erfordern. Die Nachführung der Luft (Abluft braucht Zuluft) könnte damit zu hohem Wärmeverlust führen.

Die errechnete Luftfördermenge bei Dauerbetrieb sollte bei einer Haube in einer niedrigen Leistungsstufe erreicht werden. Dies hat den Vorteil eines geräuscharmen Dauerbetriebes mit einer ausreichenden Leistungsreserve für extremen Küchenwrasenanfall (z.B. Anbraten) bei kurzfristigem Maximalbetrieb.

Angabe der Luftfördermenge nach NORM

Eine wichtige Aussage für die Vergleichbarkeit von Dunstabzugshauben ist die Angabe der Luftfördermenge. Von einigen Herstellern wird die Luftfördermenge „freiblasend“ angegeben. Dieser Wert wird bei maximal erreichbarem Fördervolumen, ohne zusätzliche Rohrwiderstände direkt am Gebläse gemessen. Dieser Wert ist nicht praxisbezogen, da in der Praxis immer zusätzliche Rohrwiderstände vorhanden sind. Um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen werden Leistungsmessungen nach der Europäischen Norm DIN EN 61591 durchgeführt. In dieser Norm sind definierte Messmethoden u.a. zur Bestimmung der Lüfterleistung, Geräuschentwicklung, Fettabscheidegrad und Leistung der Lichtquelle festgelegt.

Für die Leistungsermittlung ist in der DIN EN 61591 eine Messanordnung definiert, die eine in der Praxis übliche Abluftleitung mit den daraus resultierenden Gegendrücken vorsieht. An den Abluftstutzen der Haube schließt folgende Verrohrung an:

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Messaufbau ähnlich DIN EN 61591

Bei der Auswahl und beim Vergleich von Dunstabzugshauben ist immer darauf zu achten, ob die Leistungswerte der Hauben „freiblasend“ oder nach DIN angegeben sind!

Geräusch

Ohne begleitende dB(A)-Angaben sind Beschreibungen wie „leise“ oder „flüsterleise“ bei Dunstabzugshauben wenig aussagekräftig. Auch dB(A)-Angaben zu Aussagen wie „auf mittlerer Stufe” ermöglichen keinen objektiven Vergleich.

Die Geräusche einer Dunstabzugshaube entstehen im Wesentlichen durch die Luftströmung und das Gebläse. Für einen geräuscharmen Betrieb ist es daher unerlässlich das Gebläse zu dämmen und die Abluftleitung sorgfältig zu planen und auszuführen. Hinzu kommt, in welcher räumlichen Umgebung die Dunstabzugshaube betrieben wird. So hat ein mit Möbel gefüllter Raum eine bessere Schalldämmung als ein spärlich eingerichteter.

Geräusche sind Druckwellen, die durch die Luft mit einer Geschwindigkeit von rund 333 m/s übertragen werden und als hörbarer Schall an unser Ohr gelangen. Grundsätzlich können Geräuschangaben nach zwei unterschiedlichen Messmethoden angegeben werden, und zwar als

Schalldruckpegel sind von den Messbedingungen abhängige Werte. Sie können nur bei exakt gleichen Messbedingungen verglichen werden und sind aus diesem Grund für vergleichende Geräuschangaben nicht geeignet. Die Messung des Schalldrucks ist z.B. eine Messmethode für Nachbarschaftslärm nach VDI 2058.

Der Schall-Leistungspegel ist der Kennwert für die Geräuschabstrahlung einer Schallquelle. Er wird unmittelbar am Ort des Gerätes bestimmt und ist damit eine vergleichbare Größe, unabhängig vom umgebenden Raum und Messabstand.

Um eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Schallquellen, z. B. Dunstabzugs-hauben zu ermöglichen, ist daher die Messung des Schalldrucks nicht ausreichend. Allein die Bestimmung der Schallleistung lässt dies zu. Hierfür sind standarisierte Messverfahren eingeführt worden, welche in der internationalen Norm IEC 60704-x beschrieben sind. Nach dieser Norm wird die Schallleistung von Hausgeräten in „dB re 1 pW“ (Dezibel, relative Bezugsgröße 1 Picowatt) ausgedrückt.

Ein Unterschied im Schall-Leistungspegel von 3 dB bedeutet eine Verdoppelung der Schallleistung bzw. der Geräuschentwicklung des Gerätes. Die Verdoppelung der Lautstärke wird bei einer Erhöhung des Schall-Leistungspegels von 10 dB empfunden.

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Schallleistung – Leistungsangaben von Geräuschen (Quelle: Miele)

Die von den Geräteherstellern vorgenommenen Maßnahmen zur Geräuschreduzierung bei Dunstabzugshauben, wie z. B. der Einsatz von strömungstechnisch optimierten Motoren und speziellen Schalldämmmatten und Schalldämpfern, werden häufig durch die Einbausituation negativ beeinflusst. Deshalb sollten die Hinweise zur Planung der Abluftleitung unbedingt beachtet werden.

Ab 1. Januar 2015 müssen alle neu in den Handel gebrachten Dunstabzugshauben mit einem Energielabel ausgezeichnet sein, hierauf erfolgt auch die Angabe des Schallleistungspegels in Dezibel (dB(A)) (Details siehe "Energieverbrauchskennzeichnung (Energielabel)").

Energieverbrauch

Mit der Zunahme energieeffizienterer Geräte im Haushalt haben sich die Leistungsdaten auch bei Dunstabzugshauben verändert. Standardmotoren wurden im Energieverbrauch gesenkt, aber vor allem die inzwischen immer häufiger eingesetzten bürstenlosen Motoren mit Inverter-Technologie sorgen bei Haushaltsgeräten für deutlich geringere Energieverbräuche. Sie eignen sich für den Einsatz in Dunstabzugshauben besonders gut, da sie einen guten Wirkungsgrad haben, angenehm leise arbeiten und besonders verschleißarm und daher ausgesprochen langlebig sind. Mit einem solchen Motor kann im Vergleich zu einem Standardmotor bis zu 70 % Energie eingespart werden.

Das Energielabel ist ab dem 1. Januar 2015 für Dunstabzugshauben Pflicht (siehe auch "Energieverbrauchskennzeichnung (Energielabel)"): Eingeteilt werden die Geräte zunächst in die Energieeffizienzklassen A (höchste Effizienz) bis G (geringste Effizienz). Nach einem Jahr erfolgt die Umstellung des Labels auf A+ bis F und nach je zwei weiteren Jahren auf A++ bis E und A+++ bis F. Neben der Energielabelklasse ist auf dem Energielabel auch der Stromverbrauch pro Jahr in kWh angegeben. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt aber von der jeweiligen Nutzung im Haushalt ab.

Die gesetzlichen Vorgaben für den Aus- Zustand bzw. Standby-Betrieb liegen seit 2013 bei max. 0,5 W, werden im Standby-Betrieb bestimmte Anzeigefunktionen bereitgestellt, darf die Leistungsaufnahme max. 1 Watt betragen.

Betriebsart

Unter Berücksichtigung der baulichen Gegebenheiten und der geplanten Kochfeldeinheit muss abgeklärt werden, welche Betriebsart erforderlich bzw. möglich ist: Abluft- oder Umluftbetrieb? Eine Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb lässt sich in jedem Haus/in jeder Küche installieren. Soll die Küche mit einer Ablufthaube ausgestattet werden, muss der bestmöglichste Weg für die Verlegung der Abluftleitung und der Zuluftführung ermittelt sowie die gesetzlichen Vorgaben in Punkto Sicherheit und Außengestaltung eingehalten werden.

Dunstabzugshauben in Energiesparhäusern

Der Begriff „Energiesparhaus“ ist ein Sammelbegriff. Per Definition gibt es verschiedene Haustypen, die auf unterschiedlichen Standards basieren. Die Anzahl dieser Häuser steigt und mit der Neufassung der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) wird ab 2021 sogar vorgegeben sein, dass alle in der EU entstehenden Neubauten „Nearly Zero Energy Buildings“ (Fast-Nullenergie-Häuser) sein müssen. Erreicht wird dies durch besonders gute Wärmedämmung, neue Fenstertechnik, wärmebrückenfreie Konstruktion, eine luftdichte Gebäudehülle und effiziente Haustechnik für Lüftung, Heizung und Warmwasser.

Die meisten Energiesparhäuser sind mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. Sie bringt frische Luft in alle Räume und transportiert die verbrauchte Luft ins Freie. Für den Abtransport des Kochwrasens im Küchenbereich ist die Hauslüftung nicht geeignet, da hier eine deutlich höhere Luftwechselzahl als für die Raumbelüftung erforderlich ist. Der Anschluss einer Dunstabzugshaube an die Wohnraumlüftungsanlage ist ebenfalls nicht möglich, da sich Fette und Feststoffe in den Luftkanälen ablagern und so zur Beeinträchtigung der Lüftungsanlage und zu erhöhter Brandgefahr führen würden.

Da eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb die hauseigene Lüftungsanlage beeinflusst, wird bei energieeffizienten Gebäuden häufig eine Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb empfohlen. Eine Umlufthaube kann aber die beim Kochen entstehende Feuchtigkeit nicht abtransportieren, so dass der Anfall an Feuchtigkeit im Küchenraum zum Problem werden könnte. Hier ist regelmäßiges Stoßlüften unabdingbar.

Grundsätzlich ist der Betrieb einer Ablufthaube in Häusern mit interner Lüftungsanlage nicht verboten, aber viele Planer und Institute, wie z.B. das Passivhaus-Institut in Darmstadt halten im Passivhaus „eine direkte Rohrdurchführung nach draußen für absolut ungeeignet.”

Soll eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb eingesetzt werden, muss dies mit dem zuständigen Architekten und dem Lüftungsbauer abgesprochen und ein Lüftungskonzept angefertigt werden. Für die Durchführung der Abluftleitung nach draußen gibt es z.B. Mauerkästen mit Blower-Door-Zertifikat (siehe "Mauerkästen").

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