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Aufbau und Funktion

Gehäuse

Die Gehäuse der Dunstabzugshauben können aus Aluminium, Edelstahl, lackiertem Stahl oder Kunststoff bestehen und zum Teil mit Glas kombiniert sein. Nach unten ist das Gehäuse in der Regel durch einen Fettfilter oder eine Edelstahl bzw. Glasplatte und die Beleuchtungseinrichtung abgeschlossen. Die Bedienelemente zur Einstellung des Gerätes und die Betriebsanzeigen befinden sich im unteren Griffbereich oder vorn in der Bedienblende. Flachleitschirme bzw. Wrasenleitschirme dienen der Vergrößerung des Ansaugbereiches und sind zum Teil nach vorn ausziehbar bzw. ausklappbar.

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Aufbau einer Dunstabzugshaube

Betriebsarten

In der Regel werden Dunstabzugshauben mit internem Gebläse in Abluftausführung geliefert und können durch Einbau eines Geruchsfilters zu Dunstabzugshauben für den Umluftbetrieb umgerüstet werden.

Umluftbetrieb

Der Küchenwrasen wird über der Kochstelle abgesaugt mit Hilfe von Fett- und Geruchsfilter gereinigt und dem Raum wieder zugeführt.

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Dunstabzughaube im Umluftbetrieb

Die Luft befindet sich in einem ständigen Kreislauf, daher bleibt die Menge der Raumluft konstant und es kann kein Unterdruck in der Küche entstehen.

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Luftbewegung in der Küche bei Umluftbetrieb

Luftreinigungserfolge sind beim Umluftbetrieb insbesondere von der Ausführung und Qualität der verwendeten Filter abhängig. So muss z. B. die Menge der Aktivkohle im Geruchsfilter auf die Luftfördermenge der Dunstabzugshaube abgestimmt sein. Durch den Einsatz eines Aktivkohlefilters wird ein zusätzlicher Widerstand in den Luftweg integriert, was zur Folge hat, dass sich der Volumenstrom und somit die Strömungsgeschwindigkeit verringert. Damit die Geruchsmoleküle ausreichend Zeit haben, um sich an die Aktivkohle anzulagern, ist es wichtig, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Wrasens nicht so hoch ist. Gleichzeitig bedeutet der Einsatz eines zusätzlichen Filters aber eine deutliche Reduzierung der Luftfördermenge. Abhängig vom Gerät, kann sich mit einem Aktivkohlefilter die Luftfördermenge einer Dunstabzugshaube im Vergleich zum Abluftbetrieb um 25–70 % reduzieren.

Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, wird nur zu einem geringen Teil von Fett- und Geruchsfilter aufgenommen. Aus diesem Grund ist es gerade bei Umluftbetrieb wichtig, den Küchenraum nach dem Kochen mit weit geöffnetem Fenster zu lüften. Durch das Lüften wird vermieden, dass die beim Kochen zusätzlich entstandene Feuchtigkeit im Raum verbleibt und zu Schimmelpilzbildung führt.

Für die optimale Wirkungsweise des Geruchsfilters beim Umluftbetrieb ist der Nachlauf der Haube für den Geruchsfilter von besonderem Vorteil. Nach dem Kochen sollte das Gerät noch ca. 15 Minuten auf kleinster Stufe nachlaufen, um den Küchenwrasen völlig zu entfernen und um den Geruchsfilter zu trocknen.

Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb werden häufig in geschlossenen Küchen, Niedrigenergie- und Passivhäusern sowie in Häusern mit nicht ausreichender Zuluft bei gleichzeitigem Betrieb eines raumluftabhängigen Heizungssystems eingesetzt. Da die meisten Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb nicht so effizient arbeiten wie im Abluftbetrieb, ist der Umluftbetrieb bei geplantem Einbau von Grill, Fritteuse oder Wok nicht empfehlenswert.

Um den Geruchsreduzierungsgrad zu verbessern, gibt es Anbieter, die als Sonderzubehör ein nachrüstbares Aktivkohle-Modul anbieten, das geräuscharm die Effektivität der Haube verbessert. (Bosch, Gaggenau, Neff, Siemens) Nach dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. sind Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb nur für Gaskochgeräte bis 11 kW zulässig. Werden für einzelne Hauben auch größere Gaskochstellen zugelassen, obliegt die Verantwortung dem Hauben-Hersteller (z.B. bis 18 kW, Gaggenau)

Vorteile von Umluftbetrieb:

Nachteile von Umluftbetrieb:

Abluftbetrieb

Der Küchenwrasen wird auch hier über der Kochstelle abgesaugt und über den Fettfilter gereinigt. Dann wird er über eine Abluftleitung ins Freie geführt. Für die Ableitung nach draußen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Ableitung über einen Mauerkasten (Mauerdurchbruch)

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Abluftleitung über Mauerkasten

Luftführung über einen Luftschacht (kein Abgaskamin!)

Wird ein stillgelegter Schornstein für die Luftführung vorgesehen, ist der Schornsteinfeger zu befragen. Beim Übergang in den Schacht ist ein Rohrumlenkstück erforderlich, zusätzlich ist das Einziehen eines geeigneten Abluftrohres in den Schacht zu empfehlen. Bei Mehrfamilienhäusern mit einem gemeinsamen Luftschacht ist jeweils eine Rückstauklappe erforderlich

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Abluftleitung über Luftschacht

Luftführung über eine Dachentlüftung

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Unterschiedliche Abluftführung; 1 Entlüftung über Außenwand in der Küche, 2 Entlüftung über Außenwand in einen anderen Raum, z.B. Dachboden, 3 Entlüftung über das Dach

Um einen Rückstau der abgeführten Luft bei einer Dachentlüftung, oder das Flattern einer Rückstauklappe beim Mauerkastens zu vermeiden, ist in allen Fällen darauf zu achten, dass der Luftaustritt auf der dem Wind abgewandten Hausseite liegt. Damit es nicht zu Leistungsverlusten der Haube und höherer Geräuschentwicklung kommt, muss der freie Querschnitt der Ausblasöffnung unbedingt dem Querschnitt des Abluftsystems entsprechen.

Vorteile von Abluftbetrieb:

Nachteile von Abluftbetrieb:

Kombinierter Abluft-/Umluftbetrieb

Es gibt die Möglichkeit beide Betriebsarten zu kombinieren. Über das Bedienfeld wird eingestellt, ob die Haube im Abluft- oder Umluftbetrieb arbeiten soll. In warmen Sommermonaten kann die Abluft durch den Mauerkasten nach draußen geführt werden, während im Winter der Mauerkasten geschlossen bleibt und die Haube im Umluftbetrieb arbeitet. So wird keine warme Raumluft nach außen geleitet, sondern gereinigt in den Küchenraum zurückgeführt. (AEG, berbel, Gutmann)

Abluft braucht Zuluft!

Wenn bei einer Ablufthaube zu wenig Frischluft nachströmt, entsteht ein Unterdruck im Raum. Dies führt dazu, dass die Luftleistung des Ventilators sinkt, was die Luftreinigung verschlechtert. Zudem sorgt ein zu geringer Nachschub von Zuluft für eine Drehzahlerhöhung des Ventilators und damit für stärkere Geräuschentwicklung/-belästigung. Welche Gefahr von Unterdruck im Raum, in Verbindung mit raumluftabhängigen Feuerstätten ausgeht, ist hier aufgeführt.

Zuluft sollte immer von oben und möglichst von der Seite kommen, die dem Kochfeld gegenüber liegt. Da die Zuluft in der Regel kälter und damit schwerer als Raumluft ist, reißt sie den im Raum nach oben steigenden Kochwrasen mit herunter und führt ihn durch die gleichmäßige Luftzirkulation gezielt zur Dunstabzugshaube. Es ist darauf zu achten, dass weitere Fenster und Türen geschlossen bleiben, da Durchzug eine gezielte Luftströmung zerstört, zu Verwirbelungen führt und den Wrasen von der Dunstabzugshaube wegführt.

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Vermeidung von Querverwirbelungen

Für die Zuluftführung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

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Luftbewegung in der Küche bei Abluftbetrieb (mit einem Teleskop-Abluft-Zuluft-Mauerkasten)
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Abluft-Zuluft-Mauerkasten

Wichtig ist, dass die Zuluft immer im oberen Teil des Raumes eintritt, da sie sonst von der Luftströmung im Raum nicht erfasst wird. Werden Zuluft-Abluftmauerkästen in Verbindung mit raumluftabhängigen Heizungssystemen eingesetzt, sind sie kritisch bewerten, da der Zuluftquerschnitt meistens nicht ausreicht, um einen Druckausgleich herbeizuführen.

Motor/Gebläse

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Axial- und Radialgebläsen. Da Radialgebläse höheren Gegendrücken standhalten können, kommen sie in der Regel bei Dunstabzugshauben zum Einsatz. Bei Radialgebläsen wird die Luft ein- oder beidseitig in axialer Richtung angesaugt und durch die Zentrifugalkraft, die durch die Drehbewegung des Ventilators entsteht, senkrecht zur Drehachse aus der Ausblasöffnung des Motors gedrückt.

Immer häufiger kommen bürstenlose Gleichstrommotoren (EC/DC-Motoren) zum Einsatz. Sie sind nahezu verschleißfrei und laufen deutlich effizienter und leiser als vergleichbare Standardmotoren. Gegenüber Wechselstrommotoren (AC Motoren) kann bis zu 70 % Energie eingespart werden. Die Luftfördermengen der Ventilatoren liegen zwischen 150 m3/h und 1200 m3/h, bei Sonderanfertigungen auch mehr. Die Motorleistungen liegen zwischen 120 und 800 W, bei externen Gebläsen beträgt die Leistungsaufnahme auch über 1000 W.

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Radialgebläse, doppelseitig Luft ansaugend

Die Charakteristik des Gebläses einer Dunstabzugshaube wird durch ihre Luftleistungskennlinien angegeben. Im Diagramm wird das Luftfördervolumen in m3/h in Abhängigkeit vom Druck in Pa dargestellt. Die Widerstandswerte werden ohne Aktivkohlefilter ermittelt. (siehe Kapitel 6.5).

Gebläsearten

Interne Gebläse

Dunstabzugshauben können sowohl mit internem als auch mit externem Gebläse/Ventilator betrieben werden. Die meisten Dunstabzugshauben werden mit internem Gebläse verkauft. Hierbei liegt der Ventilator im Gehäuse der Dunstabzugshaube. Diese Variante ist in der Regel die kostengünstigere. Wie lang die Abluftleitung bei einer Dunstabzugshaube mit internem Motor sein darf, ist abhängig von der Gestaltung des Abluftweges. Werden kaum Bögen und Reduzierungen verwendet, können auch mit internen Gebläsen Abluftwege von 15m und mehr realisiert werden. Das Material hat den größten Einfluss auf die Länge des Abluftweges. Bögen mit Luftleitprofilen vermindern Druckabfall und Geräusche.

Externe Gebläse

Bei externen Gebläsen/Ventilatoren für Dunstabzugshauben besteht der entscheidende Unterschied in der räumlichen Trennung von Gebläse (Ventilator) und Haube. D.h. der Ventilator wird außerhalb des Haubenkorpus installiert.

Aus Designgründen werden für interne Gebläse kleinere Lüfterräder verwendet als bei externen Gebläsen. Daher ist bei internen Gebläsen die Leistung durch die Größe des Gebläses bzw. Lüfterrades begrenzt. Externe Gebläse können höhere Luftmengen fördern und bieten einen Geräuschvorteil, da die vom Gebläse verursachte Geräuschbelästigung aus dem Kochbereich verlagert wird. Sie eignen sich für Kochsituationen in denen hohe Luftaustauschmengen benötigt werden, wie z.B. beim Kochen mit sehr starken Gasbrennern. Um die Atmosphäre in der Küche möglichst ruhig zu halten, sollte das externe Gebläse nicht direkt an der Küchenaußenwand montiert werden. Je weiter das Gebläse von der Haube entfernt ist, desto geringer ist das wahrnehmbare Geräusch im Wohn- bzw. Küchenraum. Mit entscheidend ist hierfür auch das Material und die Verlegung des Abluftkanals.

Bei externen Gebläsen werden vier Grundtypen unterschieden:

Das Außenwandgebläse wird direkt an der Außenwand des Hauses/der Wohnung angebracht

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Externe Gebläse – Außenwandgebläse

Das Wandeinbaugebläse mit teleskopierbarem Gehäuse und Rohrdurchführung im Mauerwerk wird in einem zuvor ins Mauerwerk eingebrachten Rahmen eingesetzt.

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Wandeinbaugebläse

Dachgebläse gibt es für Flach- und Schrägdächer. Der Dachventilator für das Schrägdach sollte möglichst im Windschatten liegen, um einen Luftrückstau zu vermeiden.

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Dachgebläse für Flachdach
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Dachgebläse für Schrägdach

Das Zwischenkammergebläse kann sowohl auf dem Dachboden, im Nebenraum oder auch getrennt im Küchenraum installiert werden. Der Anschluss nach draußen erfolgt über einen Teleskop-Mauerkasten oder eine Dachentlüftung.

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Innenliegendes Gebläse
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Einsatz von externen Gebläsen; a Entlüftung über Außenwandgebläse, b Entlüftung über Wandeinbaugebläse, c Dachgebläse für Schrägdach, d Dachgebläse für Flachdach

Einige Fabrikanten bieten Dunstabzugshauben ausschließlich mit internem Gebläse an. Andere Hersteller haben beide Varianten im Programm. Welche Dunstabzugshauben für einen Betrieb mit externem Gebläse geeignet sind, wird vom Hersteller angegeben. Haube und Gebläse sind ausschließlich vom gleichen Hersteller kombinierbar. Die Steuerung der externen Gebläsemotoren erfolgt über das Bedienpaneel der Dunstabzugshaube.

Filtertechnik

Grundsätzlich unterscheidet man bei Dunstabzugshauben zwei Filterarten:

Fettfilter

Die Aufgabe des Fettfilters ist es Kochwrasen aufzunehmen und Fett- und Staubpartikel im Filter festzuhalten. Eingesetzt werden Vliesfilter (Wegwerffilter) und Metallfettfilter (Dauerfilter).

Vliesfilter
Vliesfilter bestehen entweder aus einer Wirrlage aus Holz (Cellulose) und Kunststoff (Polyester/Rayon) mit einer Dicke von ca. 1 mm oder aus Kunststofffasern (Polyester) mit einer Stärke von ca. 5 mm. Sie haben hohe Kapillar- und Adhäsionseigenschaften. Vliesfilter werden in Mattenform hergestellt und müssen vor Gebrauch auf die gewünschte Größe zugeschnitten werden. Die Häufigkeit des Filterwechsels ist von den Kochgewohnheiten abhängig und wird für den Nutzer in Form eines Indikators sichtbar. Diese Fettsättigungsanzeige beruht auf dem Zusammenwirken einer fettlöslichen, farbgebenden Substanz und den Kapillarkräften des Vlieses, ähnlich der eines Löschblattes. Als Häufigkeit des Filterwechsels wird je nach Hersteller zwischen 4 und 10 Wochen angegeben. Ausgewechselte Vliesfilter können im Hausmüll entsorgt werden.

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Vliesfilter

Metallfettfilter – Maschenfilter
Maschenfilter bestehen aus mehreren übereinander angeordneten Lagen Aluminium- oder Edelstahlgeflecht. In der Regel werden die Filterlagen von einem Metallrahmen zusammen gehalten und in Form einer Kassette von unten in die Dunstabzugshaube eingesetzt. Je nach Hersteller gibt es verschiedene Varianten der Maschengestaltung und sehr unterschiedliche Schichtstärken. Der Fettabscheidegrad eines Maschenfilters richtet sich aber nicht ausschließlich nach der Anzahl der Metalllagen. Für jede Haube ist eine sorgfältige Abstimmung zwischen Filterstärke und Gebläsetyp erforderlich. Die Fettablagerung im Filter erfolgt durch das Prinzip der Trägheit: Der Wrasen wandert durch die dicht zusammen liegenden Matten der Filterkassette und die im Wrasen enthaltenen Fettpartikel bleiben am Maschengewirr hängen.

Der Maschenfilter ist ein Dauerfilter, der bei regelmäßiger Reinigung über mehrere Jahre genutzt werden kann. Die Reinigung erfolgt von Hand oder bequemer in der Geschirrspülmaschine. Damit sich keine Speisereste am Filter festsetzen, sollte die Reinigung der Filter ohne Geschirr erfolgen. Getrocknet werden die Filter an der Luft.

Bei Aluminiumfiltern können die aggressiven Reinigungsmittel der Geschirrspülmaschine zu Verfärbungen führen, die aber bezüglich ihrer Funktion keine Auswirkungen haben. Um diese Verfärbungen zu kaschieren, bieten viele Hersteller Dunstabzugshauben an, bei denen die Aluminiumfilter mit einem gelochten, geschlitzten oder anders verzierten Edelstahlblech abgedeckt sind.

Zu den Reinigungsintervallen der Fettfilter machen die Hersteller sehr unterschiedliche Angaben. Einige Hersteller befürworten, die Filter bereits nach 15 Betriebsstunden, oder unabhängig von den geleisteten Betriebsstunden, alle zwei Wochen zu reinigen. Andere empfehlen, eine Reinigung erst nach ca. 30–40 Betriebsstunden bzw. einmal monatlich. Die kurzen Reinigungsintervalle werden empfohlen, um einem Verharzen der Fette im Filter vorzubeugen. Verharzte Fette lassen sich auch bei heißen Reinigungstemperaturen nicht mehr aus dem Filtergeflecht entfernen.

Gehalten werden die Filterkassetten durch eine Steckverbindung oder eine Magnetbandhalterung. Der Vorteil einer Magnetbandhalterung liegt darin, dass die Verbindung zwischen Filterkassette und Haubenkörper geschlossen ist und damit der Wrasen nicht ungefiltert in die Haube dringen kann. Damit die Filter beim Herausnehmen nicht ausversehen auf das Kochfeld fallen, sichern einige Hersteller ihre Fettfilter mit einer kleinen Kette.

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Metallfettfilter/Maschenfilter (Quelle: AEG)

Kaskadenfilter
Absaugung durch Doppelfiltersystem: Bei Dunstabzugshauben mit Kaskadenfilter, wird der heranströmende Wrasen über zwei hintereinander platzierte Metallfettfilter geführt. (Siemens).

Labyrinthfilter
Die Fettabscheidung im Labyrinthfilter funktioniert durch Fliehkraft. Der aus Edelstahl bestehende Filter sitzt wie der Maschenfilter in einer Kassette, die von unten in die Haube eingesetzt wird. Der Labyrinthfilter ist im Inneren (wie ein Labyrinth) von kleinen Edelstahlkanälen durchzogen, durch die der Kochwrasen geführt und immer wieder umgelenkt wird. Aufgrund der Fliehkräfte wird das Fett bei jeder Umlenkung an die Wandung gedrückt, lagert sich dort ab und wird so vom restlichen Wrasen getrennt, der über die Abluftleitung nach draußen oder über den Aktivkohlefilter wieder in den Küchenraum geführt wird. Die Reinigung dieses Filters kann wie beim Maschenfilter von Hand oder in der Geschirrspülmaschine erfolgen. Je nach Herstellerangaben sollte er nach ca. 100 Betriebsstunden gereinigt werden.

Zentrifugalabscheidung
Neben den oben genannten Fettfiltern gibt es filterlose Dunstabzugshauben, bei denen die Fett- bzw. Ölpartikel und Wasser mit Hilfe von Zentrifugalkraft vom Kochwrasen getrennt werden. Die angesaugte Luft wird so stark beschleunigt und gezielt umgeleitet, dass Wasser und Fettpartikel herausgeschleudert werden und in eine Auffangschale fallen. Die Auffangschalen befinden sich an der Position, an der andere Dunstabzugshauben ihren Vlies-, Maschen- oder Labyrinthfilter haben. Zum Entfernen der Rückstände werden die Auffangschalen nach dem Kochen ausgewischt. Im Umluftbetrieb wird bei einer Haube mit Zentrifugalfilter ebenfalls ein Aktivkohlefilter eingesetzt, der die Geruchspartikel bindet. (berbel)

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Zentrifugalabscheidung (Quelle: berbel)

Brandgefahr: Alle genannten Filter sind im Neuzustand oder im gereinigten Zustand nicht brennbar. Dies trifft auf fettbeladene Fettfilter nicht zu! Um eine Brandgefahr zu vermeiden ist es daher sehr wichtig, dass die Reinigungsintervalle regelmäßig eingehalten werden, und dass unterhalb einer Dunstabzugshaube nicht flambiert wird!

Geruchsfilter

Im Abluftbetrieb kann der vom Fett befreite Wrasen mit aller Feuchtigkeit und allen Gerüchen einfach nach draußen geleitet werden. Im Umluftbetrieb muss er im Anschluss an den Fettfilter über einen Geruchsfilter geführt werden.

Aktivkohlefilter
Aktivkohlefilter haben in der Regel eine Kassettenform und enthalten ein Granulat, an das sich die Geruchsstoffe des Kochwrasens anlagern. Je nach Haube und Hersteller gibt es regenerierbare und nicht regenerierbare Aktivkohlefilter.

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Aktivkohlefilter (Quelle: AEG)

Das Aktivkohlegranulat besteht in seinem Inneren aus einem mikrofeinen Gewirr von Kanälen. Wenn Luft hindurch strömt, werden an den Wänden dieser Kanäle die Geruchsstoffe abgelagert. Zum Einsatz kommen Stein- und Kokoskohle. Die Kohle wird verkokst, um die feinporige Aktivkohle freizulegen. Das Aktivkohlegranulat hat eine Körnung von 3 bzw. 4 mm Durchmesser. Durch die feinporige Ausführung vergrößert sich die aktive geruchsabsorbierende Oberfläche dieses Granulates. 8 g Aktivkohle entsprechen der Fläche eines Fußballfeldes. Durch diese Struktur ist die Aktivkohle sehr aufnahmefähig.

Um einen möglichst großen Anteil der Geruchsmoleküle zu neutralisieren, muss das Aktivkohlegranulat gleichmäßig nebeneinander in der Filterkassette verteilt sein. Viele Hersteller bieten daher Filter an, bei denen die Aktivkohlepartikel fest auf einem Kunststoffträgermaterial angeordnet sind. Die gleichmäßige Verteilung der Aktivkohle auf dem Kunststoffträger gewährleistet zusätzlich einen gleichmäßigen Luftstrom und damit einen geringen Druckverlust der Haube.

Aktivkohlefilter, bei denen sich das Granulat lose in der Kassette befindet, müssen vor dem Einsetzen in die Haube leicht gerüttelt werden, dass sich die Partikel gleichmäßig innerhalb der Kassette verteilen können. Diese Form findet man nur bei nicht regenerierbaren Filtern.

Der Wirkungsgrad regenerativer und nicht regenerativer Geruchsfilter unterscheidet sich im Neuzustand nicht. Für die Reinigung bzw. für Wechselintervalle der Filter müssen die Herstellerangaben beachtet werden. Wie beim Fettfilterwechsel weichen diese relativ stark voneinander ab. Demnach sollten nicht regenerierbare Aktivkohle-Filter nach ca. 120–200 Betriebsstunden (alle 3–4 Monate) ausgetauscht werden. Andere Hersteller empfehlen den Austausch nach einem Jahr. Da die Aktivkohlefilter keine Schadstoffe enthalten, können sie problemlos im Hausmüll entsorgt werden.

Regenerierbare Filter sollten nach ca. 160 Betriebsstunden gereinigt, bzw. regeneriert werden. Es gibt Filter, die zunächst in der Geschirrspülmaschine (ohne Geschirr!) bei max. 65 °C gereinigt werden. Anschließend werden sie im Backofen getrocknet bzw. regeneriert. Andere Filter werden ausschließlich im Backofen regeneriert. Die Effektivität der Filter lässt mit der Zeit nach, so dass empfohlen wird, sie nach drei Jahren gegen Neue auszutauschen.

Die Anzahl der Hauben, bei denen notwendige Filterwechsel am Gerät optisch angezeigt werden, steigt. Die Gerätehersteller geben die Anzahl der Betriebsstunden werkseitig vor. Je nach Haube können diese Vorgaben vom Anwender an die individuellen Kochgewohnheiten angepasst werden. Hierbei sollten jedoch die Empfehlungen der Gerätehersteller beachtet werden.

Um eine gute Wirkungsweise der Aktivkohle zu erreichen, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

Plasmafilter
Während Dunstabzugshauben mit Plasmafilter in der Gastronomie bereits häufiger zum Einsatz kommen, sind sie im Privathaushalt derzeit sehr selten. Plasmafilter können anstatt herkömmlicher Aktivkohlefilter in den Schacht einer Umlufthaube eingesetzt werden. Auch bei diesem Prinzip werden Fette und Kleinstpartikel aus dem Kochwrasen in Metall-Fettfiltern abgeschieden. Im nachgeschalteten Plasmafilter wird eine Hochspannung erzeugt. Dies führt dazu, dass die im Filter enthaltene Luft in einen „Plasmazustand“ gebracht wird. Die Eigenschaften eines Plasmas werden überwiegend durch freie Ladungsträger bestimmt. Werden nun gasförmige, organische Kohlenstoffverbindungen wie zum Beispiel Geruchsmoleküle aber auch Keime und Bakterien in das Plasma geleitet, so wird ein Zersetzungs- und Oxidationsprozess initiiert, bei dem die Kohlenstoffverbindungen entweder zu Reaktionen angeregt werden oder direkt mit dem Sauerstoff reagieren. Sollten doch ein paar Geruchsmoleküle den Plasmafilter passieren, werden sie von einem Aktivkohle-Dauerfilter aufgenommen. Endprodukte eines Plasmafilters sind Sauerstoff, Wasser (Luftfeuchtigkeit) und Kohlendioxid.

Da der Aktivkohlefilter ständig mit dem Plasma in Berührung ist, wird er laufend regeneriert und ist damit wartungsfrei. Nach ca. 5 Jahren sollte er ausgetauscht werden. Die Fettfilter sollten ca. alle 4 Wochen gereinigt werden. (O + F A-Line)

Ionisationsfilter
Ionen sind Atome oder Moleküle, die ein Elektron oder mehrere Elektronen mehr oder weniger haben als im Neutralzustand. Die kontrollierte bipolare Ionisation der Dunstabzugshaube mit Ionisator soll ein Gleichgewicht zwischen positiv und negativ geladenen Teilchen der Raumluft herstellen und 70–95 % der Gerüche beseitigen.

Dunstabzugshauben mit Ionisator sind reine Umlufthauben. Auch bei diesen Hauben sind die Verkaufszahlen im Moment sehr gering. Wie bei einer „normalen“ Umlufthaube oder einer Dunstabzugshaube mit Plasmafilter wird die Luft bzw. der Kochwrasen eingangs über einen Metallfettfilter geführt, um Fette und Kleinstpartikel zu entfernen. Anschließend wird der Wrasen in eine Ionisationskammer geleitet. Ansaugleistung des Motors und Ionisierung müssen aufeinander abgestimmt sein. Die Ionisierung führt zu einer Verringerung von Gerüchen, da sie organische Moleküle aus der Luft entfernen kann. Sie inaktiviert Viren, Bakterien und Allergene, indem sie deren äußere Membran aufbricht und macht so Schimmelpilze und Sporen unschädlich. Auch wenn nicht gekocht wird, schaltet sich die Haube bei aktiviertem Automatikbetrieb ein, um die Raumluft zu reinigen und keimfrei zu machen. Für die „entwischten“ Geruchsmoleküle ist auch der Ionisationskammer ein Filter nachgeschaltet. Es ist ein Kombinationsfilter aus Aktivkohle und Zeolithe. Aktivkohle bindet die Geruchsmoleküle. Zeolithe sind Mineralien mit hoher Mikroporosität, die Wasserdampf absorbieren und so die Feuchtigkeit aus dem Kochwrasen aufnehmen können. Der Aktivkohle/Zeolith-Filter sollte nach ca. 18 Monaten im Backofen bei 200 °C für ca. 2 Stunden regeneriert und nach ca. 3 Jahren erneuert werden. (falmec)

Absaugvarianten bei Dunstabzugshauben

Flächenabsaugung

Der beim Kochen entstehende Wrasen wird vom Filter der Dunstabzugshaube flächig, d.h. an allen Stellen des Filters gleichmäßig abgesaugt.

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Flächenabsaugung (Quelle: Miele)

Randabsaugung

Bei Hauben, die mit Randabsaugung arbeiten, sind die Fettfilter von einer Edelstahl- oder Glasplatte verdeckt. Der aufsteigende Wrasen wird an der Platte entlang nach außen geführt, an den Außenkanten abgesaugt und zum dahinter liegenden Filter geleitet. Am Rand der Dunstabzugshaube entsteht eine hohe Strömungsgeschwindigkeit, die dafür sorgt, dass der Wrasen seitlich nicht entweichen kann und sehr gut abgeführt wird. Dunstabzugshauben mit Randabsaugung sind daher auch bei geringerer Leistungsstufe sehr effizient und können über Kochfeldern mit gleicher Breite eingesetzt werden.

Mehrzonenrandabsaugung

Das Prinzip ist mit der Randabsaugung identisch. Hier wird der Wrasen aber zusätzlich in die Mitte der Haube an einer oder mehreren Stellen abgesaugt. (AEG, Bosch, Gaggenau, Gutmann, Miele, Neff, Siemens)

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Mehrzonenrandabsaugung (Miele)

Zusatzgebläse

Coanda-Effekt
Ein kleiner Zusatzlüfter lässt entlang der Hauben-Vorderkante einen zusätzlichen Luftstrom entstehen. Dieser wird durch den sogenannten Coanda-Effekt um einen Zylinder herum nach hinten umgelenkt und treibt somit den Wrasen in Richtung Fettfilter. Dadurch wird der Kochdunst auch bei kleiner Leistungsstufe vor der Gerätekante in den Filterbereich der Abzugshaube geleitet. (Gaggenau)

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Wrasenlenkung durch Coanda-Effekt

Düsenabsaugung
Die Absaugung erfolgt über ein im Mittelteil der Haube befindliches Edelstahlpaneel. Durch den Düseneffekt wird eine hohe Strömungsgeschwindigkeit erzielt, so dass Kochschwaden in der Mitte der Haube konzentriert aufgenommen und abgeführt werden können. (Gutmann)

Bedienelemente

Alle Geräte haben für die Inbetriebnahme einen Ein-/Aus-Schalter. Die Drehzahl des Ventilators, über die die Luftfördermenge variiert wird, sowie die Anwahl verschiedener Optionen können auf unterschiedliche Weise erfolgen. Je nach Wertigkeit verfügen die Hauben über Druck-, Dreh- oder Schiebeschalter. Folien-, Kurzhub- oder Sensortasten, die in Stufen (elektromechanisch oder elektronisch) oder stufenlos (elektronisch) einstellbar sind. Hochwertige Hauben verfügen zum Teil über ein digitales Display und/oder eine Fernbedienung. Hinzu kommen Geräte, die mit einem Sensor ausgestattet sind, der auf aufsteigenden Kochwrasen reagiert und solche, die mit dem darunterliegenden Kochfeld kommunizieren können.

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Bedienblende mit Kurzhubtasten (Beispiel AEG)
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Bedienblende mit Slider-Bedienung (Beispiel AEG)

Ausstattungsmerkmale

Zusätzliche Ausstattungen sind inzwischen bei vielen Gerätetypen üblich und erleichtern dadurch erheblich die Anwendung. Dunstabzugshauben können folgendermaßen ausgestattet sein:

Höhenverstellbare Dunstabzugshauben
Bei einigen Modellen lässt sich die Höhe des Wrasenschirms motorisch variieren. So kann der Arbeitsraum unter der Dunstabzugshaube der Körpergröße des jeweiligen Benutzers angepasst werden. Zusätzlich kann bei starker Wrasenentwicklung durch Absenken des Wrasenschirms eine bessere Erfassung der Kochdünste erreicht werden. Die Hauben sind werkseitig so ausgestattet, dass bei korrekter Montage die vom Hersteller angegebenen Mindestabstände zum Kochfeld immer eingehalten werden. (berbel, Miele) (siehe auch Kapitel 8 Sicherheit) (berbel, Miele)

Intensivstufe
Die Einschaltung der Intensivstufe (auch powerBoost-Funktion) erfolgt über eine spezielle Taste oder ist über eine leichte Rastung einzuschalten. Sie aktiviert die höchste Gebläsestufe und kann für den kurzfristigen Betrieb bei starkem Wrasenanfall (z. B. Anbraten) gewählt werden. Bei vielen Geräten erfolgt die Rückstellung auf die vorher gewählte Stufe automatisch. (AEG, Bosch, Gaggenau, Gutmann, Miele, Neff, Siemens)

Gebläsenachlauf
Wenn das Gerät entsprechend eingestellt ist, läuft der Ventilator je nach Modell auf der zuletzt eingestellten, der kleinsten oder einer frei wählbaren Lüfterstufe zwischen 5 und 20 Minuten weiter und schaltet sich dann automatisch ab. So können die noch in der Luft schwebenden Geruchs- und Fettpartikel eingefangen werden und der Aktivkohlefilter bei Umlufthauben kann nachtrocknen. (AEG, Bosch, Gaggenau, Gutmann, Miele, Neff, Siemens)

Sensorautomatik
Ein Sensor aktiviert das Gebläse der eingeschalteten Dunstabzugshaube und passt die Luftfördermenge automatisch dem Bedarf an (AEG, Bosch, Gaggenau, Neff, Siemens). Zum Einsatz kommen Ultraschall- und Luftgütesensoren, welche jede Sekunde die Intensität des Wrasenaufkommens bzw. die Geruchsmoleküle im Wrasen messen und die Lüfterstufe der Dunstabzugshaube entsprechend anpassen. Ist der Kochvorgang beendet und kein Wrasen steigt mehr zur Dunstabzugshaube auf, schaltet sich diese automatisch nach einer programmierten Gebläsenachlaufzeit ab. (Bosch, Gaggenau, Siemens)

Intervall-Lüftung
Ist die Intervall-Lüftungsfunktion aktiviert, wird die Raumluft (24 Stunden am Tag) in jeder Stunde für 5 Minuten auf der niedrigsten Leistungsstufe umgewälzt. (Bosch, Gaggenau, Neff, Siemens)

Silence Taste
Diese Funktion ermöglicht, dass der Geräuschpegel auf Wunsch in jeder Leistungsstufe reduziert wird. Bei Aktivierung der Silence Taste senkt die Dunstabzugshaube ihre Leistung und ihr Geräusch automatisch auf ein mittleres Niveau. Eine Geräuschreduzierung bis zu 2 dB(A) ist hierbei möglich. (Neff)

Funksteuerung
Bei der Funksteuerung gibt es verschiedene Systeme:

Betriebsstundenzähler
Bei höherwertigen Dunstabzugshauben mit Metallfettfiltern wird der Filterwechsel bzw. die Filterreinigung über einen Betriebsstundenzähler angezeigt. Der Gerätehersteller gibt die Anzahl der Betriebsstunden vor, nach denen der Filter gewechselt oder gereinigt werden soll. Bei einigen Modellen können die Betriebsstunden vom Benutzer dem Nutzungsverhalten entsprechend verändert werden. Die Anzeige kann akustisch oder optisch erfolgen.

Fernsteuerung
Einige Hauben können benutzerfreundlich über eine Fernsteuerung bedient werden. (AEG, Bosch, Gaggenau, Gutmann, Miele, Neff, Siemens)

Sicherheits-Ausschaltung
Nach der vom Gerätehersteller einprogrammierten maximalen Betriebsdauer von 7 oder 10 Stunden wird das Gebläse automatisch ausgeschaltet (AEG, Miele).

Beleuchtung

Als Arbeitsplatzbeleuchtung können eine oder mehrere der folgenden Leuchtmittel in Dunstabzugshauben eingebaut sein:

Je nach Haube und Leuchtmittel lässt sich die Arbeitsplatzbeleuchtung dimmen. Die Beleuchtung kann zu jeder Zeit verwendet werden, auch wenn das Gebläse nicht in Betrieb ist. Spezielle Vorgaben oder Prüfnormen zum Schutz gegen Feuchtigkeit gibt es bei Dunstabzugshauben (bislang) nicht.

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