2.1 Planen mit System

Die moderne Einbauküche öffnet sich heute mehr denn je in Richtung Wohnlandschaft – mit fließenden Übergängen hin zu den anderen Wohnräumen. In diesem Sinne kann man von einer Art Wohnküche sprechen, obwohl damit im klassischen Sinn eine Einbauküche definiert ist, die ins Wohnzimmer integriert wurde. Selbst in kleinen Wohnungen und Appartementküchen zeichnet sich ein Trend zu mehr Behaglichkeit und Wohlfühlambiente ab. Was in keiner Küche fehlen sollte, ist ein Essplatz – zumindest jedoch eine Gelegenheit, sich hinsetzen zu können, um den Rücken zu entlasten (Sitzarbeitsplatz).

Vor der Planung einer neuen Einbauküche sind viele grundsätzliche Überlegungen anzustellen, z. B.:

  • Geht es um Ersatzbedarf, eine Küchenmodernisierung oder um die Anschaffung einer neuen Küche?
  • Wie sind die baulichen und architektonischen Gegebenheiten?
  • Welche Installationsarbeiten für elektrische Anschlüsse sind im Vorfeld erforderlich bzw. möglich?
  • Liegt eine exakte maßstabsgetreue Bauzeichnung bzw. Skizze vor, in der alle Anschlüsse für Strom, ggf. Gas und Wasser sowie Türen und Fenster mit Fensterbanktiefe und -höhe sowie Kamine und Mauervorsprünge eingezeichnet sind?
  • Wie sind die Lichtverhältnisse? Gibt es ein Fenster? Aus welcher Himmelsrichtung fällt das Licht ein?
  • Ist eine Wohnküche geplant?
  • Welche Küchenform wird bevorzugt?
  • Soll die Küche auf einem Sockel oder Füßen ruhen?
  • Wie und von wem wird die Küche überwiegend genutzt?
  • Sind kleine Kinder im Haushalt (siehe Kindersicherheit)?
  • Nutzen gehandicapte Personen die Küche (siehe Barrierefreie Küche)?
  • Alter der hauptsächlichen Nutzer und deren Mobilität?
  • Ist ein Essplatz, eine Essbar oder eine Esstheke gewünscht? Wenn ja, wie groß soll er sein und wie vielen Personen Platz bieten?
  • Soll eine Sitzbank oder ein Podest mit berücksichtigt werden?
  • Welche Elektro-Groß- und Kleingeräte sind vorgesehen?
  • Wie stehen die Käufer zum Thema Energieeffizienz/Nachhaltigkeit von Elektrogeräten?
  • Sollen die Geräte sichtbar sein oder hinter Möbelfronten integrierbar?
  • Inwieweit müssen bereits vorhandene Geräte mit berücksichtigt werden?
  • Sollen Einbau-, Unterbau- und/oder Sologeräte (Standgeräte) und ggf. vollintegrierbare Geräte eingeplant werden?
  • Sind Elektrogeräte mit Edelstahlverkleidung und Antifingerprint-Oberflächen vorgesehen?
  • Wie soll die Gestaltung des Umfeldes aussehen (Decke, Boden, Wände)?
  • Wird bei der Kücheneinrichtung zunächst nur mit einer Grundausstattung begonnen, die später bei Bedarf erweitert werden kann, oder soll die Küche komplett eingerichtet werden?
  • Wo soll ein Sitzarbeitsplatz eingeplant werden?
  • Wie groß sind die hauptsächlichen Nutzer (siehe Ergonomie)?
  • Wie viel Stauraum wird benötigt?
  • Wie soll die Stauraumorganisation aussehen (Inneneinteilung und -ausstattung von Auszügen, Schubkästen und Schränken)?
  • Welche Hochschränke und/oder Sideboards sollen eingeplant werden?
  • Sind automatisch wirkende Schließdämpfungen erwünscht und/oder eine mechanische, elektrische oder vollelektronische Öffnungsautomatik der Möbelfronten?
  • Welche Ansprüche werden an die Oberflächen und Werkstoffe sowie die Verarbeitung der Küchenmöbel gestellt?
  • Welche Wünsche bestehen hinsichtlich Design, Küchenstil und der Farbstellungen?
  • Welches Budget ist für den Kauf einer neuen Küche eingeplant?

Eine hervorragende Einstiegslektüre für alle Kücheninteressierten ist der „Ratgeber Küche”. Auf 68 Seiten informiert er aktuell, kompetent und firmenneutral rund um die Planung und Gestaltung moderner Einbauküchen. Herausgeber ist die AMK – (www.amk.de). Der neue Ratgeber kann gegen eine Schutzgebühr und Versandkostenpauschale bezogen werden.