1 Die moderne Einbauküche

Kein anderer Raum hat sein Aussehen in den vergangenen Jahrzehnten so stark verändert wie die Küche. Früher galt sie als reiner Funktions- und Arbeitsraum, den man vor Gästen möglichst hinter geschlossenen Türen versteckte, da er im Gegensatz zum Wohnzimmer alles Andere als repräsentativ war. Wie stark die Küche einst vorwiegend auf schnelle Arbeitsverrichtungen ausgelegt war, zeigt sich am Beispiel der „Frankfurter Küche” – dem Urmodell der heutigen Einbauküche. Sie entstand in den frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zu Zeiten des Taylorismus, der auf eine Optimierung aller Arbeitsprozesse abzielte. In der so genannten Frankfurter Küche, die von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky konzipiert wurde, galt als oberstes Ziel, alle Arbeitsabläufe zu rationalisieren. Aufgrund der damals sehr beengten Wohnsituation war dieses neue Küchenmodell sensationell, da es zwar klein, jedoch kompakt und praktisch war und zudem sehr kurze Arbeitswege garantierte.

Wohlfühl- statt Arbeitsraum

Dieses Bild hat sich in den letzten 15 Jahren aufgrund neuer Lebens- und Essgewohnheiten sowie eines neuen Geschmacks und Wohnstils sehr stark verändert: Der kleine, verschlossene Arbeitsraum ist zum Mittelpunkt der Wohnung bzw. des Hauses avanciert, zu einem Wohnraum mit einem hohen Wohlfühl- und Entspannungsfaktor; zu einem modernen Kommunikations- und Erlebniszentrum, in dem man sich mit der Familie, zu zweit, mit Freunden und Gästen trifft und ebenso gerne auch alleine aufhält. Statt reinem Arbeiten stehen heute Emotionen, Komfort und Genuss im Mittelpunkt. Daneben haben Effizienz und Funktionalität höchsten Stellenwert. Damit dies alles nach dem Kauf einer neuen Einbauküche auch Realität wird, ist es wichtig, sie den Bedürfnissen, Ansprüchen, Nutzungsgewohnheiten und dem persönlichen Lebensstil ihrer Nutzer anzupassen. Die beste Adresse hierfür ist der qualifizierte Küchenfachhandel.

Wohlfühl- statt Arbeitsraum

Bild: Wohlfühl- statt Arbeitsraum (Nolte Küchen)

Durchschnittsalter: Über 16 Jahre

Wie qualitativ hochwertig Einbauküchen sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Im Durchschnitt bringen sie es auf eine Lebensdauer von 18,6 Jahren. Auch weit über 20 Jahre sind keine Seltenheit. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass heute über ein Drittel aller Küchen in Deutschland älter als 16 Jahre ist (Quelle: AMK, 2008). Vergleichsweise lang werden die Elektro-Großgeräte genutzt – durchschnittlich knapp 14 Jahre. In vielen deutschen Haushalten hat sich demnach ein enormer Ersatz- und Modernisierungsbedarf aufgestaut, denn etwa 9 Millionen Einbauküchen sind, was ihre Ausstattung (Möbel, Elektro-Geräte, Zubehör) anbelangt, vollkommen veraltet und müssten dringend ausgetauscht werden. Von den Themen Hygiene, Ausstattung, Leistung, Komfort und Energieeffizienz, die eine neue Einbauküche bietet, ganz zu schweigen.

Da heutzutage eine große Vielfalt an Möbeln, Geräten und Küchenzubehör am Markt angeboten wird, sind der planerisch-kreativen Gestaltung kaum noch Grenzen gesetzt. Auch bei kleinen, schwierigen und verwinkelten Grundrissen sind attraktive Planungen möglich. Allerdings muss betont werden, dass nur jene Einbauküchen ihren Besitzern reibungslose Arbeitsabläufe und Freude garantieren, die sehr sorgfältig und individuell geplant wurden, beispielsweise auch unter ergonomischen Gesichtspunkten. Diese Fachinformation will dazu beitragen – unter Beachtung allgemeingültiger Planungsgrundsätze – grundlegende Kenntnisse zur Küchenplanung zu vermitteln.