10.2 Werkstoffe und deren Entsorgung

10.2.1 Kältemittel/Isolierschaum

Bis Anfang der 90er Jahre wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe – FCKW – (R12) in Kühl- und Gefriergeräten eingesetzt. Sie kamen zum Einsatz aufgrund ihrer guten Eigenschaften wie Ungiftigkeit für Mensch, Flora und Fauna, nicht brennbar, geruchs- und geschmacksneutral, reaktionsarm mit anderen Stoffen, Wärme dämmend, industriell leicht zu verarbeiten und preiswert herzustellen. Es gilt inzwischen jedoch als sicher, dass FCKW maßgeblich für den Abbau der Ozonschicht in unserer Atmosphäre verantwortlich sind und zudem noch den Treibhauseffekt der Erde verstärken, indem sie eine Sperrschicht in der Troposphäre bilden und so die Abstrahlung der Erdwärme verhindern. Nachdem man dies festgestellt hatte, erfolgte zuerst eine Umstellung auf Fluorkohlenwasserstoffe (R134a)

- FCKW - und dann ab 1994 auf das gänzlich FCKW/FKW-freie Kältemittel Isobutan (R600a). Dieser Kohlenwasserstoff enthält weder Fluor- noch Chloratome und ist somit sowohl unschädlich für die Ozonschicht als auch ohne Auswirkung auf den Treibhauseffekt. Entsprechend fand eine Umstellung beim Isolationsmaterial statt. Während bis 1993 PUR-Isolierschaum (FCKW R11 oder R11/R12 gemischt) eingesetzt wurde, begann ab 1994 die Umstellung auf Cyclopentan oder n-Pentan (FCWK/FKW-frei). Heute gibt es nur noch vereinzelt Geräte auf dem Markt, die FKW enthalten.

2002 mussten knapp 80.000 t FCKW-haltige Elektrogeräte entsorgt werden. Schätzungen nach werden bis zum Jahre 2010 alle zu entsorgenden Geräte FCKW/FKW-frei sein. Bis dahin hat die Verhinderung von FCKW/FKW-Emissionen die höchste Priorität bei der Entsorgung von Altgeräten. Hochmoderne Verfahren ermöglichen es aber, Kühl-Gefriergeräte fast vollständig in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Beim Recycling der Altgeräte findet als Erstes eine Vorzerlegung (Entnahme von Glas, Kabeln, Kondensatoren, Quecksilberschalter) und Sortierung nach verwendeten Kältemitteln und Isolationsmaterialien statt. Dann werden Kältemittel und Kältemaschinenöl mit einer geschlossenen Absaugvorrichtung entnommen. Das FCKW wird in Druckgasflaschen und das Öl zur späteren Entgasung in spezielle Druckbehälter abgefüllt. Später werden die FCKW-haltigen Kältemittel in einem Spaltreaktor aufgebrochen und in zwei wieder verwertbare Endprodukte Flusssäure und Salzsäure zurückgeführt. Danach wird entweder die FCKW-haltige Isolierung entnommen und entgast oder das Altgerät wird komplett im gasdichten Schredder zerkleinert und separiert. Durch eine Poren- und anschließende Matrixentgasung kann das restliche FCKW zurück gewonnen werden. FCKW geht an die Hersteller zurück und PUR-Mahlgut wird als Ölbindemittel im Umwelt- und Katastrophenschutz verwendet.

10.2.2 Kunststoffe, Metalle, Elektrik/Elektronik

Haushalts-Kältegeräte haben einen hohen Anteil an Kunststoffen beim Innengehäuse, teilweise in den Außenwänden, Innenteilen und der Innenausstattung. Außerdem im Gerätesockel, Gerätedeckel sowie im Isolierschaum, der nicht nur zur Dämmung, sondern auch zur Stabilität des Gerätes beiträgt.

An Metallen werden in den Geräten Stahl (Eisen) für das Gehäuse, den Verdichter und den Verflüssiger (teilweise auch Aluminium) verwendet. Außerdem Kupfer für Rohre und elektrische Komponenten.

Des Weiteren sind an elektrischen Bauteilen Kabel, Schalter, Leuchten und zum Teil auch Heizungen vorhanden. In den letzten Jahren erhielten die Geräte immer mehr Elektronikbauteile für die Regelung des Kältekreislaufs/Kompressors und/oder als Bedienelemente.

Bei der Altgeräteentsorgung werden die einzelnen Komponenten separiert und den entsprechenden Verwertern zugeführt.