4.3 Gerätearten

4.3.1 Kühlgeräte

Die überwiegende Zahl der Kühlgeräte arbeitet mit statischer Kühlung. Der Verdampfer ist an der Innenraum-Rückwand bzw. im oberen Teil des Gerätes angeordnet. Der stärkste Wärmeentzug entsteht unmittelbar am Verdampfer. Durch die größere Dichte der kalten Luft sinkt diese nach unten. Die dort befindliche wärmere Luft steigt zum Verdampfer und wird wiederum abgekühlt. Auf diese Weise entsteht eine natürliche Luftzirkulation. Dadurch bilden sich aber auch unterschiedliche Temperaturbereiche im Gerät.

Bild: Luftzirkulation und Temperaturverteilung im Kühlschrank bei statischer Kühlung.

Je nach Gerätegröße kann es zu einem Temperatur-Unterschied von bis zu 7 °C kommen. Deshalb ist es besonders wichtig die Lebensmittel entsprechend der Temperaturzonen einzuordnen (siehe Kapitel 5.1.1).

Bei Geräten mit dynamischer Kühlung wird die Luft durch einen Ventilator im Kühlraum verteilt. Dadurch wird eine gleichmäßigere Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Gerät erreicht und die eingelagerten Lebensmittel lassen sich schneller kühlen. Bei einigen Modellen befindet sich zusätzlich an der Türinnenseite eine dynamische Kühlung, so dass auch dort die Lebensmittel beliebig mit eingeordnet werden können.

Bild: Luftzirkulation und Temperaturverteilung im Kühlschrank bei dynamischer Kühlung.

Kühlgeräte besitzen je nach Größe unterschiedlich viele kippsichere Abstellflächen, die zumeist aus bruchsicherem Glas oder Kunststoff bestehen, selten auch aus mit Kunststoff überzogenen Rosten. Sie sind verstellbar und herausnehmbar. Eine schnelle Unterbringung von höherem Kühlgut ist durch teil-/unterschiebbare Flächen oder Klappen in den Flächen möglich. Abweichend hiervon besitzt ein Gerät stattdessen Ablageschalen und -behälter, die alle auf Teleskopschienen ausziehbar sind. Im unteren Teil des Kühlraumes befinden sich Obst- und Gemüseschalen zum Teil auf Teleskopschienen, die mit einer Glas- oder Kunststoffplatte abgedeckt sind. Sie sind außerdem vielfach mit einer Feuchteregulierung ausgestattet. Dabei lässt sich manuell über einen Schieberegler die Luftfeuchtigkeit in den Fächern verändern. Ist der Schieberegler geschlossen, so herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ist er dagegen offen, so wird die Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten. Einige Geräte besitzen über dem Gemüsefach eine Ablagefläche mit speziell geriffelter Unterseite. Dadurch werden Wassertropfen und die Luftfeuchtigkeit besser gehalten. Bei einigen Geräten kann vor dem Einlagern größerer Mengen über die Einstellung Super-Kühlen eine Kältereserve geschaffen werden. Die Temperatur wird im Kühlraum auf minimal +2 °C abgesenkt. Eine Rückschaltung auf Normalbetrieb erfolgt durch Tastendruck oder automatisch nach 6 Stunden. Weiterhin gehören zur Innenausstattung verstellbare Abstellfächer mit und ohne Deckel für Flaschen, Butter, Käse, Eier und anderes kleines Kühlgut, welche sich an der Türinnenseite befinden. Außerdem gibt es noch kleine Auszugsschalen unterhalb der Ablageflächen. Viele Kühlgeräte haben auch einen Flaschenablagerost/-bord aus Chrom, Aluminium oder Kunststoff.

Eine Besonderheit bietet ein in der Tür angebrachter Frischwasserspender mit Carbonisierung (Electrolux). Dabei kann von außen frisches, gekühltes und gefiltertes Wasser mit viel oder wenig Kohlensäure gezapft werden. Hierzu benötigt das Gerät einen Festwasseranschluss. Im Gerät befindet sich ein leicht austauschbarer Kohlensäurezylinder, der für 80 bis 100 Liter gesprudeltes Wasser reicht. Gleich daneben sitzt der Wasserfilter, welcher ca. ein Jahr bzw. für ca. 1.000 Liter Wasser ausreicht. Eine Kontrolllampe zeigt den nötigen Wechsel an.

Kühlgeräte sind meist mit einem Flachverdampfer an der Rückwand ausgestattet. Durch einen zusätzlichen U-Verdampfer oder Winkel-Verdampfer entsteht ein Fach mit einem zweiten Temperaturbereich, in dem Temperaturen von 0 °C bis -18 °C oder kälter erreicht werden. Diese Verdampferfächer, die mit einer Klappe verschlossen sind, werden nach DIN ISO 7371 entsprechend den erreichbaren Temperaturen durch Sterne gekennzeichnet und als Niedertemperaturfächer bezeichnet. Wobei laut EN 28187:1991 Geräte mit einem 4-Sterne-Fach zu den Kühl-Gefrierkombinationen zählen.

Sterne-Kennzeichnung und Temperaturen der Verdampferfächer nach DIN EN ISO 7371
Kennzeichnung Anwendung Empfohlene Lagerdauer
Eisfach geeignet zum Gefrieren und Lagern von Wassereiswürfeln
mit einem Stern
nicht wärmer als -6 °C
geeignet zur kurzfristigen Lagerung von gefrorenen Lebensmitteln bis zu einer Woche
** mit zwei Sternen
nicht wärmer als -12 °C
geeignet zur mittelfristigen Lagerung von gefrorenen Lebensmitteln bis zu drei Wochen
*** mit drei Sternen
nicht wärmer als -18 °C
geeignet zur langfristigen Lagerung von gefrorenen Lebensmitteln mehrere Monate, je nach Lebensmittel
**** mit vier Sternen
-18 °C oder kälter
geeignet zum Einfrieren (Beachtung Gefriervermögen) von Lebensmitteln und zur langfristigen Lagerung gefrorener Lebensmittel mehrere Monate, je nach Lebensmittel

Quelle: HEA

4.3.2 Weinkühlgeräte

Viele Hersteller bieten spezielle Weinkühlgeräte an. Hierbei handelt es sich um Kühlgeräte mit dynamischer Kühlung, zusätzlicher Heizung und Frischluftzufuhr über einen Aktivkohlefilter. Die Innenrückwand ist durch ein Gitterblech abgedeckt, um ein Anfrieren der Flaschen am Verdampfer zu verhindern. Die Geräte werden als Stand-, Unterbau- und Einbaugeräte angeboten. Sie erscheinen unter verschiedenen Bezeichnungen auf dem Markt, lassen sich aber in zwei Gruppen gliedern: Weinlagerschränke/Weinklimaschränke und Weintemperierschränke.

Weinlager-/Weinklimaschränke haben nur eine Temperaturzone und dienen der fachgerechten, langfristigen Lagerung von Wein. Dafür sind fünf Kriterien von besonderer Wichtigkeit:

  • konstante Temperatur,
  • gleichmäßige Luftfeuchtigkeit,
  • ruhige, liegende Lagerung,
  • lichtarme Umgebung,
  • Geruchsneutralität.

Um diesen Kriterien gerecht zu werden, besitzen die Geräte eine gradgenaue, elektronische Temperaturregelung. Je nach Hersteller kann die Temperatur von + 5 °C bis +22 bzw. +20 °C (Liebherr, Miele), +6 °C bis +14 °C (Bosch, Neff, Siemens), +6 °C bis +17 °C (Electrolux) oder + 5 bis + 18 °C (AEG) eingestellt werden. Die optimale Lagertemperatur der meisten Weine liegt bei +8 °C bis +12 °C. Je nach Umgebungstemperatur wird die gewählte Temperatur durch die permanente, dynamische Kühlung oder Zuschaltung der eingebauten Heizung im gesamten Innenraum gleichmäßig und konstant gehalten. Außerdem sorgt der Ventilator für die Frischluftzufuhr über den Aktivkohlefilter und erhöht so die Luftfeuchtigkeit im Innenraum auf 50 % bis 80 %. Dadurch bleiben die Korken feucht und geschmeidig, was den Wein „atmen“ und reifen lässt und für die Konservierung entscheidend ist. Der Aktivkohlefilter hält dabei Fremdgerüche ab, die auf Dauer den Wein schädigen könnten. Der Filter muss einmal im Jahr gewechselt werden. Teilweise kann der Ventilator so geschaltet werden, dass er nur parallel mit dem Verdichter arbeitet, was je nach Aufstellungsort und Geräuschempfindlichkeit des Nutzers von Interesse sein kann. Dann ist aber die Luftverteilung nicht mehr im gleichen Maße gewährleistet. Da schon geringe Erschütterungen Bestandteile des Weindepots aufwirbeln können und somit den Reifeprozess und die Qualität beeinträchtigen, sind die Weinkühlgeräte mit besonders vibrationsarmen Verdichtern ausgestattet. Die Lagerung der Flaschen erfolgt zumeist auf höhenverstellbaren Holzborden zum Teil auch auf Metallrosten. Das Fassungsvermögen der Geräte wird in Nutzinhalt in Litern als auch max. Lagerkapazität von 0,75 l Bordeauxflaschen angegeben. Je nach Gerätegröße können zwischen 32 und 231 Flaschen gelagert werden. Damit der Wein besonders lichtarm gelagert werden kann, besitzen die Geräte entweder eine Volltür oder eine isolierte, getönte Glastür, die mit einem schützenden UV-Filter ausgerüstet ist. Die Innenbeleuchtung schaltet sich beim Öffnen des Gerätes oder auch bei Berühren des Türgriffes ein.

Weintemperierschränke dienen zur Vorratshaltung verschiedener Weinsorten in den jeweils benötigten Trinktemperaturen. Für Weißwein empfiehlt sich eine Trinktemperatur von 8 °C bis 14°C und für Rotweine von 16 °C bis 20 °C. Zur Erreichung dieser unterschiedlichen Temperaturbereiche gibt es zwei Gerätevarianten: Die eine Möglichkeit ist durch Temperaturschichtung im Gerät, wobei ein Temperaturbereich zwischen +5 °C (unten) und +18 °C/+22 °C einstellbar ist. Die andere Möglichkeit ist, dass sich im Gerät ein oder zwei Isolationsplatten befinden, wodurch der Kühlraum in zwei bzw. drei Bereiche unterteilt wird. Jeder Bereich ist für sich getrennt gradgenau regelbar. Bei den Geräten, die drei Temperaturbereiche haben und mit zwei Kompressoren arbeiten, kann wahlweise ein Bereich oder die anderen zwei gemeinsam abgeschaltet bzw. betrieben werden. Weintemperierschränke mit separat einstellbaren Temperaturbereichen bieten die Möglichkeit, Wein gleichzeitig optimal zu lagern und auf der individuellen Trinktemperatur zu halten.

Es werden Gerätegrößen von 38 bis 198 Flaschen angeboten. Die Holzborde sind teilweise auf Teleskopschienen gelagert und die Beleuchtung kann zuschaltbar und wie auch die Digitalanzeige dimmbar sein. Weinkühlgeräte sind größtenteils abschließbar.

4.3.3 Gefriergeräte

4.3.3.1 Grundlagen

Gefriergeräte werden nach DIN EN ISO 5155 mit 4-Sternen gekennzeichnet. Die Kälteleistung ist so ausgelegt, dass Temperaturen von -18 °C und kälter erreicht werden und damit frische Lebensmittel eingefroren und gefrorene Lebensmittel über einen längeren Zeitraum gelagert werden können. Zu beachten ist hierbei das Gefriervermögen (Angabe auf dem Typschild). Dieses gibt die Lebensmittelmenge in Kilogramm an, die in 24 Stunden von +25 °C Einlagerungstemperatur (Klimaklasse SN, N und ST) bzw. von +32 °C (Klimaklasse T) auf -18 °C heruntergekühlt werden kann. Nach DIN EN ISO 5155 muss das Gefriervermögen mindestens 4,5 kg pro 100 l Nutzinhalt betragen. Die Geräte werden größtenteils mit einer Temperaturanzeige angeboten, die sich zusammen mit dem Temperaturregler und den Kontrollanzeigen innen oder außen am Gerät befindet (Elektronische Bedienblende). Die Kontrollleuchten haben häufig folgende Farbgebung:

  • grün: Betriebsanzeige
  • gelb: Schaltung auf Dauerbetrieb
  • rot: Warnung bei unzulässigem Temperaturanstieg

Zusätzlich zur optischen Anzeige kann ein akustisches Warnsignal die erhöhte Temperatur melden. Die akustischen Signale sind meist über Tastendruck abwählbar. Außerdem haben Geräte mit elektronischer Anzeige zum Teil auch noch die Anzeige von Fehlercodes bzw. vorübergehenden Netzausfall.

Die Superfrost-Funktion überbrückt den Temperaturregler, so dass der Verdichter dann im Dauerbetrieb arbeitet. Bei einigen Geräten wird der Verdichter temperatur- und/oder zeitabhängig wieder auf Normalbetrieb zurückgeschaltet.

Geräte, die von Hand abgetaut werden müssen, verfügen vielfach über einen Tauwasserablauf.

4.3.3.2 No-Frost-Umluftkältesystem

Bei Geräten mit No-Frost-Umluftkältesystem befindet sich oberhalb oder hinter dem Gefrierraum ein Kompaktverdampfer mit Heizung. Ein Ventilator führt die Luft des Innenraumes zum Verdampfer, wo sich die Luftfeuchtigkeit als Reif niederschlägt. Die trockene, kalte und entfeuchtete Luft wird über Luftkanäle in den Innenraum zurückgeleitet.

Bild: Gerät mit Umluft-Kältesystem.

In den Betriebspausen des Verdichters wird der Verdampfer von einer Intervallheizung periodisch abgetaut. Dies geschieht in einem bestimmten Zeitrhythmus oder bedarfsgerecht, d.h. in Abhängigkeit von der Kompressorlaufzeit und der Türöffnungshäufigkeit/-dauer. Das Tauwasser wird in einer Schale über dem warmen Verdichter an der Rückwand verdunstet. Das Abtauen von Hand entfällt also. Bedingt durch den zusätzlichen Ventilator und die Abtauheizung haben No-Frost-Geräte im Vergleich zu konventionellen Gefriergeräten einen ca. 13 % bis 30 % höheren Energieverbrauch. Dieser relativiert sich jedoch, wenn man den Vergleich zu einem konventionellen Gerät mit Reifschicht und Mehrverbrauch durch nötige Abtauvorgänge zieht.

Zu einigen Gefrierschränken gibt es als Sonderzubehör eine Isolationsplatte (Liebherr, Miele). Hiermit kann der Gefrierraum variabel verkleinert werden, wenn sich nur wenig Gefriergut im Gerät befindet. Mindestens zwei Gefrierfächer von oben sind für den ordnungsgemäßen Betrieb erforderlich. Der Energieverbrauch kann dadurch bis zu 50 % gesenkt werden.

4.3.3.3 Gefrierschränke

Gefrierschränke haben entweder mehrere waagerecht angeordnete Verdampferplatten, die den Gefrierraum in Fächer untergliedern oder einen umwickelten Verdampfer (Liebherr, Miele). Bei letzterem ist der Innenbehälter mit einem Alu-Verdampferrohr umwickelt und herausnehmbare Glasplatten unterteilen den Gefrierraum und dienen als Führung und Abdeckung der Gefrierschubladen. Durch die Entnahme von Zwischenböden entsteht ein sehr variabel nutzbarer Innenraum. Außerdem ist der Abtauvorgang aufgrund des glatten Innenraumes schnell und einfach.

Darüber hinaus werden viele Gefrierschränke mit No-Frost-Technik (in Energieeffizienzklasse A++) angeboten (siehe 4.3.3.2).

Bei einigen Geräten lässt sich die Funktion DuraFreeze (Liebherr)zuschalten. Hierbei wird die Gefrierraumtemperatur auf -28 °C abgesenkt. Ein drehzahlgeregelter Kompressor sorgt im Dauerlauf für die Einhaltung der Temperatur (mit minimalsten Temperaturschwankungen). Durch die niedrigere Gefriertemperatur wird eine Verringerung der Reifbildung und von Gefrierbrand als auch eine Verminderung der Rekristallisation (Bildung großer Kristalle) erreicht. So können Lebensmittel doppelt so lange gelagert werden wie bei -18 °C. Bei gleicher Lagerdauer ist die Qualitätserhaltung höher (Van´t Hoffsche Regel).

Die Innenausstattung der Gefrierschränke besteht aus überwiegend transparenten Gefrierschubladen/-körben und gegebenenfalls Gefrierfächern mit Klappe. Die Schubladen sind zum Teil auf Teleskopschienen gelagert und werden in unterschiedlichen Höhen angeboten – vom Gefriertablett, der Beerenschublade bis zur Big-Box zur Lagerung von sperrigem Gefriergut. Teilweise sind kleine Fächer in der Innentür vorhanden. Weiteres Zubehör sind Eiswürfelbehälter und Kälte-Akkus.

Eine Besonderheit ist ein Gefrierschrank mit integriertem Eiswürfelspender in der Gerätetür. Bis zu 1,6 kg Eiswürfel können pro Tag entnommen werden. Eine Transportschnecke verhindert das Zusammenkleben der Eiswürfel. Das Gerät benötigt einen Festwasseranschluss (Electrolux). Außerdem werden Einbau-Gefrierschränke mit Eiswürfelbereiter oder Dispenser in der Gerätetür für Eiswürfel, crushed ice und Trinkwasser angeboten. Diese Geräte benötigen einen Festwasseranschluss (Bosch, Neff, Siemens)

Eine einfache Möglichkeit der Eiswürfelherstellung/-lagerung bieten Geräte mit iceTwister (Bauknecht, Bosch, Neff, Siemens). Dabei sind zwei Eiswürfelbehälter fest vorhanden, die durch einen Dreh in die sich darunter befindenden Auffangschalen entleert werden. Einige Geräte haben unter der Bedienblende/Kopfleiste eine Beleuchtung eingebaut, so dass das Gefriergut beim Herausziehen der Schubladen direkt beleuchtet wird.

Eine Sonderform bei den Gefrierschränken ist eine Funktion, wodurch das Gerät wahlweise als Gefrierschrank, Kaltlager-Zonen-Schrank oder Kühlschrank nutzbar ist (cool & ice-Funktion bei AEG-Electrolux).

4.3.3.4 Gefriertruhen

Bei den Gefriertruhen ist der Verdampfer in die Seitenwände und die Bodenfläche des Innenbehälters eingeschäumt (s.a. Aufbau und Kältemittelkreislauf einer Gefriertruhe).

Der Verflüssiger ist ringsum in die Außenhaut eingeschäumt, über die die Wärme abgegeben wird. Dadurch wird die Bildung von Kondenswasser und somit auch eine evtl. Korrosion am Gerät verhindert. Gefriertruhen sind daher besonders gut für Räume mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit geeignet.

Für die Lagerung der Lebensmittel sind Gefriertruhen mit Einhänge- oder Einstellkörben ausgestattet. Bei größeren Gefriertruhen entsteht eine Unterteilung des Innenraumes durch eine Trennwand, die teilweise herausnehmbar ist und als Auffangschale beim Abtauen und/oder als Gefriertablett genutzt werden kann.

Die meisten Geräte haben einen gewichtsentlastenden Gerätedeckel, der in einem fest definierten Öffnungswinkel arretiert. Teilweise ist im Innendeckel die Beleuchtung angebracht und im Deckelgriff ist die Temperatur-Elektronik integriert. Außerdem sind viele Geräte abschließbar.

Die Reifbildung in Gefriertruhen entsteht in erster Linie durch die Feuchtigkeit, die beim Einlagern frischer Ware und aus der Raumluft beim Öffnen des Deckels eingebracht wird. Außerdem entsteht während der Kompressorlaufzeit ein Unterdruck im Geräteinnenraum; feuchtwarme Luft strömt über die Deckeldichtung ein. Während der Arbeitspausen des Kompressors entsteht ein Überdruck im Geräteinneren; Luft strömt über die Deckeldichtung nach außen. Dieser Kreislauf wiederholt sich ständig.

Die meisten Gefriertruhen sind mit speziellen Antireifsystemen (low-frost, StopFrost/FreeFrost) ausgestattet. Hier findet der Luftaustausch nicht mehr über die Deckeldichtung statt, sondern über einen speziellen Behälter an der Geräterückwand (low-frost) oder eine Trockenpatrone im Gerätedeckel (StopFrost/FreeFrost). Diese Systeme sorgen dafür, dass keine feuchte Raumluft, sondern nur trockene Luft in den Innenraum gelangt. Dadurch wird die Eis- und Reifbildung im Gerät um 70 % bis 80 % reduziert, der Energieverbrauch ist geringer und es muss seltener abgetaut werden. Außerdem lässt sich der Deckel auch kurz hintereinander leicht öffnen.

Neu auf dem Markt sind Gefriertruhen mit No-Frost-Ausstattung (AEG/Electrolux). Genau wie bei den Gefrierschränken wird mit einem Ventilator eine Luftzirkulation in der Truhe herbeigeführt. Die Luft wird über einen Bodenkanal angesogen, gekühlt und entfeuchtet und dann durch Kanäle im Truhendeckel über Austrittslöcher gleichmäßig im Innenraum verteilt. Im Deckel befinden sich auch zwei Eiswürfelhalterungen.

4.3.4 Kühl-Gefrierkombinationen

Kühl-Gefrierkombinationen sind vom Prinzip her wie Kühlgeräte und Gefriergeräte aufgebaut. Das Gefrierteil kann sich unten, oben, seitlich oder im Kühlteil befinden. Bei letzterem handelt es sich um Kühlschränke mit 4-Sterne-Fach, welche laut EN 28187:1991 zu den Kühl-Gefrierkombinationen gehören.

Kühl-Gefrierkombinationen sind mit einem oder zwei Verdichtern ausgestattet. Bei Geräten mit zwei Verdichtern können beide Teile unabhängig voneinander geregelt und betrieben werden. Geräte, die mit einem Verdichter betrieben werden und nur einen Temperaturfühler besitzen, können nur gemeinsam geregelt und betrieben werden. Teilweise ist aber auch bei den Geräten mit einem Verdichter eine getrennte Regelung über eine Elektronik möglich. Der Kältekreislauf wird dann über ein Magnetventil so gesteuert, dass das Kältemittel entweder nur in den Verdampfer des Gefrierteiles gelangt oder durch beide Verdampfer gleichzeitig geleitet wird. Dadurch ist gewährleistet, dass beide gewählten Temperaturen unabhängig voneinander eingehalten werden bzw. das Kühlteil auch abgeschaltet werden kann.

Anstelle der kompletten Abschaltung des Kühlteils besitzen manche Geräte eine Urlaubsschaltung. Dabei wird der Kühlteil mit ca. +12 °C betrieben. Bei dieser Temperatur können nicht leicht verderbliche Lebensmittel noch für einige Zeit im Kühlschrank lagern. Der Stromverbrauch ist niedriger als im Normalbetrieb. Es kommt aber nicht zur Geruchs- oder Schimmelbildung, wie es im abgeschalteten Gerät vorkommen kann.

Außerdem werden Kühl-Gefrierkombinationen angeboten, die in der Kühlteiltür einen integrierten LCD-TV, CD-Player oder eine Wetterstation haben.

Die Innenbeleuchtung der Kühlteile kann wie bei den Kühlgeräten sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus gibt es bei den Kühl-Gefrierkombinationen Geräte, die einzeln von hinten mit LED’s beleuchtete Glasabsteller haben (Miele).

Wie bei dem flexibel einsetzbarem Gefrierschrank gibt es auch Kühl-Gefrierkombinationen (Bosch, Siemens), die ganz nach Bedarf in unterschiedlichen Funktionen betrieben werden können. Es können drei Temperaturbereiche frei gewählt werden. Der obere Teil kann als

  • Kühlraum mit +2 °C bis +10 °C,
  • Kaltlagerzone (trocken) nahe 0 °C oder
  • Gefrierraum -4 °C bis -7 °C

und der untere Teil als

  • Gefrierraum mit -16 °C und tiefer,
  • Kaltlagerzone (trocken) nahe 0 °C oder
  • Kühlraum mit +2 °C bis +10 °C

genutzt werden.

Eine Besonderheit bei Kühl-Gefrier-Kombinationen ist ein in der Tür angebrachter Fischwasserspender mit BRITA-Wasserfilter (Electrolux). Im Getränkehalter der Türinnenseite befindet sich ein 4-l-Wassercontainer, in dem das eingefüllte Wasser mittels einer Kartusche gefiltert wird. Durch die Filtration werden z. B. Blei oder Kupfer sowie Karbonathärte und Chlor reduziert. Anschließend kann das Wasser frisch gekühlt außen gezapft werden.

Ein besonderes Ausstattungsmerkmal ist ein automatischer Eiswürfelbereiter. Während dies bei den Side-by-Side-Geräte schon länger angeboten wird, gibt es nun auch Geräte mit dem Gefrierteil unten (Liebherr, Miele), die einen solchen besitzen. Dabei ist der Eiswürfelbereiter im Gefrierteil integriert und benötigt den Platz einer halben Gefrierschublade. Für den Betrieb ist ein Festwasseranschluss (3/4 Zoll) nötig.

Eine Besonderheit unter den Geräten bietet eine Kühl-Gefrierkombination mit einer in der Kühlteiltür integrierten Zapfanlage (Foron). Sie besitzt einen geschlossenen Innentürbehälter für ein 5-l-Bierfass und ein spezielles, verchromtes Ablagerost zur Aufbewahrung eines Ersatzfasses. Die Ausgabe ist mit einer Abstellfläche ausgestattet. Das angezapfte Bier ist bis zu 28 Tage haltbar.

Ein immer größer werdendes Marktangebot gibt es bei Kühl-Gefrierkombinationen nach amerikanischem Vorbild, den Side-by-Side-Geräte. Die Geräte werden als No-Frost-Geräte angeboten und besitzen meistens einen Eiswürfelbereiter. Sie benötigen dann einen Festwasseranschluss. Der Eiswürfelbereiter befindet sich meistens im oberen Bereich des Gefrierteils und die fertigen Eiswürfel fallen dann in einen Auffangbehälter in der Innentür. Bei einigen Geräten (LG Electronics) ist der Eiswürfelbereiter komplett in der Tür eingebaut. Bei diesen Modellen sind drei verschiedene Eiswürfelgrößen einstellbar und das Eisfach ist abnehmbar.

Aus den in der Außentür integrierten Spendern lassen sich Eiswürfel, Eiswasser und Crushed Ice (zerkleinertes Eis) entnehmen. Mit am Spender befindet sich dann auch oft die Temperaturregelung des Gerätes. Die Ausgabestelle wird beim Drücken der Spendertaste oder der Wahltasten beleuchtet. Im Gefrierteil befinden sich Schubladen evtl. auch Körbe, Abstellflächen und Ablagemöglichkeiten in der Tür. In der Kühlteiltür kann sich ein Barfach befinden, welches von innen zum Kühlraum geschlossen ist, um Kälteverluste beim Öffnen zu vermeiden. Der Kühlteil ist vielfach auch mit einer Kaltlagerzone ausgestattet.

Anstelle eines kompakten Side-by-Side-Gerätes bieten manche Hersteller (Bosch, Liebherr, Miele, Siemens) TwinCenter an. Dabei können je nach Anbieter ganz unterschiedliche Geräte, wie Gefrierschrank, Kühlschrank, Weinkühlschrank, Kaltlager-Zonen-Schrank, miteinander kombiniert werden. Mittels eines Verbindungssatzes werden die Geräte miteinander kombiniert.

4.3.5 Mehr-Zonen-Geräte

Wie im vorigen Kapitel bereits mit erwähnt, gibt es neben den herkömmlichen Kühlgeräten und Kühl-Gefrierkombinationen auch Geräte, die mit zusätzlichen Kälte-/Temperaturzonen ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um eine Kaltlagerzone oder eine Kellerzone.

Die Kaltlagerzone hat eine Temperatur nahe 0 °C. Durch diese niedrige Lagertemperatur bleibt die Qualität vieler Lebensmittel länger erhalten als bei normalen Kühlraumtemperaturen (siehe Kapitel 5.1.2). Vielfach wird die Kaltlagerzone in zwei Bereiche mit verschieden hoher Luftfeuchtigkeit unterteilt. Der Bereich „Trocken“ hat eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 50 % und eignet sich zur Lagerung von verpackten, tierischen Produkten. Der Bereich „Feucht“ hat eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 90 % und wird zur Lagerung von unverpackten, pflanzlichen Produkten verwendet. Die Feuchtigkeitsregulierung erfolgt über einen Schieberegler (AEG, Juno, Liebherr, Miele) oder auch durch einen Spezialfilter aus 3-Schicht-Verbundgewebe (Bosch, Neff, Siemens), der die Feuchtigkeit der Lebensmittel in der Kaltlagerzone hält. Die Kaltlagerzone und Kühlzone befinden sich meist zusammen hinter einer gemeinsamen Gerätetür. Die Kaltlagerzone ist meist mit Schubladen auf Teleskopschienen ausgestattet.

Vereinzelt werden Geräte mit einer Kellerzone (AEG, Bosch, Electrolux, Liebherr, Siemens) angeboten. Dabei handelt es sich um einen Lagerbereich mit einer Temperatur, die ca. 3-4 °C über der Kühltemperatur liegt. Die Kellerzone befindet sich bei den Geräten als separates Schubfach unter oder zwischen den Kühl- und Gefrierbereichen.

Temperaturen in den Zonen lt. DIN EN 28187 und 28187/A1:

  • Gefrierzone
    -18 °C und kälter
  • Kühlzone
    + 2 °C bis +10 °C
  • Kaltlagerzone
    -2 °C bis +3 °C
  • Kellerzone
    +8 °C bis + 14 °C

Bei manchen Herstellern weichen die Temperaturen in der Kaltlagerzone noch von der Norm ab. So kann beispielsweise der Temperaturbereich der Kaltlagerzone in Side-by-Side-Geräten -3 °C bis +4 °C und bei Kühl-Gefrierkombinationen -7 °C bis +1 °C betragen.

Haltbarkeit (in Tagen) von Lebensmittel in Kühlzone und Kaltlagerzone
Bereich "feucht", Gemüse Kühlzone Kaltlagerzone
Broccoli 5 14
Blumenkohl 3 21
Champignons 3 10
Chicorée 10 21
Gurke 12 nicht geeignet
Kohlrabi 7 60
Kohlkopf 14 100
Möhren 14 150
Pilze (Champignons) 3 10
Porree 14 60
Radieschen 7 21
Salat 3 10
Spargel 3 14
Spinat 2 12
Tomate 14 nicht geeignet
Zucchini 14 nicht geeignet
Zwiebel
Bereich "feucht", Obst Kühlzone Kaltlagerzone
Ananas 21 nicht geeignet
Aprikose 7 14
Apfel 60 180
Banane nicht geeignet nicht geeignet
Erdbeeren 2 7
Heidelbeeren 7 14
Himbeeren 1 5
Kirschen 7 14
Kiwi 2 14
Mango 14 nicht geeignet
Nektarine 7 14
Orange 21 nicht geeignet
Pfirsich 7 30
Pflaume 10 21
Weintrauben 10 21
Bereich "trocken", Milch/Milchprodukte Kühlzone Kaltlagerzone
Butter 14 30
Joghurt (3,5 % Fett) 12 30
Vollmilch (3,5 % Fett) 3 7
Sahne (30 % Fett) 5 20
Saure Sahne (Rahm) 4 21
Speisequark (30 % Fett i.Tr.) 12 21
Bereich "trocken", Käse Kühlzone Kaltlagerzone
Bergkäse (50 % Fett i.Tr.) 7 30
Brie (50 % Fett i.Tr.) 4 21
Edamer (30 % Fett i.Tr.) 6 21
Emmentaler
Feta 4 14
Gouda (45 % Fett i.Tr.) 6 21
Hüttenkäse 12 21
Bereich "trocken", Fisch Kühlzone Kaltlagerzone
Forelle 1 4
Hering 1 2
Jakobsmuscheln 3 5
Kabeljau 1 4
Lachs 2 4
Muscheln 1 2
Seelachs 2 4
Shrimps 2 3
Zander 1 3
Bereich "trocken", Fleisch Kühlzone Kaltlagerzone
Ente 3 5
Hühnchen 3 5
Schweinefleisch (Kotelett) 3 7
Rindfleisch (Filet) 2 7
Putenfleisch 3 5
Bereich "trocken", Wurst Kühlzone Kaltlagerzone
Gelbwurst 5 9
Leberkäse 3 6
Schinken (gekocht) 7 12
Wiener 4 8

Quelle: Liebherr