2.2 Einbaugeräte

Einbaugeräte ermöglichen zusammen mit den passenden Küchenmöbeln eine individuelle Planung sowie Gestaltung der Küche und bieten viele Kombinationsmöglichkeiten.

2.2.1 Unterbauherd

Das Marktangebot für Unterbauherde ist sehr gering und zielt nur noch auf den Ersatzbedarf ab.

Der Unterbauherd besteht aus:

  • Bedienblende mit Bedienelementen für die Kochstelle und den Backofen
  • Backofen z.T. mit Zubehörauszug (Bei 45 cm breiten Geräten muss er mit einer Blende aus dem Möbelprogramm verkleidet werden.)
  • Sockel
  • z.T. höhenverstellbaren Füßen
Unterbauherd

Bild: Unterbauherd

Unterbauherde haben eine Höhe von 82 cm und passen damit problemlos unter jede durchgehende Arbeitsfläche mit einer Arbeitshöhe von 86 cm. Wird aus ergonomischen Gründen eine Arbeitshöhe von 91 oder 96 cm gewählt, muss die Sockelhöhe der Geräte angepasst werden. Die angebotenen Geräte haben eine Tiefe von 60 cm sowie wahlweise 45, 50 oder 60 cm Breite.

Ergänzt wird der Unterbauherd durch eine Einbaukochstelle (Kochmulde oder Kochfeld) ohne Bedienelemente, die direkt über dem Herd in die Arbeitsplatte eingesetzt wird. Durch Steckvorrichtungen werden die Kochstellen mit der Bedienblende des Unterbauherdes verbunden und müssen deshalb vom gleichen Hersteller sein.

2.2.2 Einbauherd

Der Einbauherd besteht aus:

  • Bedienblende mit Bedienelementen für die Kochstelle und den Backofen
  • Backofen
Einbauherd

Bild: Einbauherd

Das Angebot umfasst Geräte mit einer Höhe von 58 bis 60 cm und einer Tiefe von 54 bis 56,7 cm. Die Breite schwankt in Abhängigkeit der Möbelbreite von 56 cm für 60 cm breite bzw. 66 cm für 70 cm breite Unterbauschränke. Da der Einbauherd über keine eigenen Füße verfügt, benötigt er einen Möbelumbauschrank und wird mit einer Einbaukochstelle ohne Bedienelemente kombiniert.

2.2.3 Einbaukochstelle

Unter einer Einbaukochstelle versteht man sowohl Einbaukochmulden als auch Einbaukochfelder, die in die Arbeitsplatte eingebaut werden und alle notwendigen Bauteile für die Wärmeabgabe an ein Kochgeschirr enthalten. Sie unterscheiden sich lediglich durch die Anbringung der Bedienelemente und durch die Ausführung. Die Höhe (= Einbautiefe) schwankt je nach Bauart zwischen 2,5 und 16,5 cm.

2.2.3.1 Einbaukochmulde

Die Einbaukochmulde besteht aus emailliertem Stahl oder Edelstahl und wird in unterschiedlichen Formen, mit 2, 3 oder 4 Gusskochplatten und zum Teil mit zusätzlicher Abstellfläche angeboten. Die Gerätegröße (= Einbaumaße) variiert von 26 bis 75 cm Breite und 46,8 bis 49,5 cm Tiefe.

2.2.3.2 Einbaukochfeld

Das Glaskeramikkochfeld verfügt über einen Rahmen, seitliche Lisenen oder ein Frontprofil aus emailliertem oder beschichtetem Metall, Edelstahl oder Aluminium. Die nicht eingefassten Ränder haben i.d.R. einen Facettenschliff, d.h.eine schräg nach unten verlaufende Kante.

Rahmenlose Kochfelder zum flächenbündigen Einbau können komplett in eine Arbeitsfläche z.B. aus Stein oder Granit eingelassen werden.

Einbaukochfelder gibt es in verschiedenen Formen und Größen mit einer unterschiedlichen Zahl an Kochzonen auf einer Glaskeramikfläche.

Einbaukochfeld mit -schaltkasten und Einbaubackofen

Bild: Einbaukochfeld mit -schaltkasten und Einbaubackofen

Verfügt das Einbaukochfeld über 4 bis 5 Kochzonen, erfolgt die Anordnung der Kochzonen nebeneinander, paarweise hintereinander oder versetzt. Sie werden z.T. durch eine Warmhaltezone oder Abstellfläche ergänzt. Der Gerätemarkt bietet Kochfelder in einer Breite von 45 bis 116,9 cm. Die Tiefe liegt zwischen 49 und 70,8 cm.

Einzelkochzonen werden in sechseckiger Form (Küppersbusch) angeboten. Die Bedienelemente sind in einem separaten Schaltmodul untergebracht.

Bei zwei Kochzonen (Dominokochstellen, Modularsystem) sind diese hintereinander angeordnet. Die Einbaubreite schwankt zwischen 26,6 und 39,4 cm, die Einbautiefe zwischen 50 und 51,9 cm. Sie können mit Strahlungs- oder Induktionsbeheizung oder Rohrheizkörper ausgestattet sein.

Mit Dominokochfeldern bzw. Kochfeldern aus dem Modularsystem können Sondergeräte wie Einbaugrill (Lava- oder Glaskeramikgrill), Einbaufritteuse, Einbaudampfgarer (Gaggenau), Einbauwok (AEG) oder Teppan Yaki Grill (Induktions Teppan Yaki bei AEG) kombiniert werden.

Kochzonen können mit verschiedenen Beheizungsarten ausgestattet sein (s. Kapitel 4.2.3). Die Kochfelder verfügen meist über eine Restwärme-/Heißanzeige, die die noch vorhandene Restwärme signalisiert und anzeigt, wann ein Kochfeld gereinigt werden kann.

Zusätzlich sind folgende Ausstattungen möglich:

  • Zweikreis-, Dreikreis- oder Bräter-/Mehrzweckzone(n) für eine oder mehrere Kochstellen
  • z.T. Sensoren oder Tasten für die Erweiterung der Beheizung
  • Anzeige der Einstellung
  • Topferkennung/Topfgrößenerkennung
  • Ankochautomatik
  • Timer-Funktion
  • Koch- und/oder Bratsensor (z.T. mit Automatikprogrammen)
  • Boostfunktion (nur Induktion), mit der zeitlich begrenzt mehr Leistung auf eine bzw. zwei Induktionskochzonen konzentriert werden kann.
  • Memory Funktion, mit der Kochstufen und Zeiten für ein Gericht abgespeichert und jederzeit wieder aufgerufen werden kann.
  • Warmhaltefunktion
  • Verriegelungsfunktion, mit der entweder die Inbetriebnahme des Kochfeldes verhindert wird oder eingestellte Leistungen der Kochzonen verriegelt werden
  • „Stop & Go“-Funktion (AEG), mit der bei Störungen im Kochablauf durch Antippen alle aktivierten Kochzonen auf die Warmhaltestufe zurückgeschaltet werden und bei nochmaligem Druck wieder zur voreingestellten Leistung zurückkehren.

2.2.3.3 Einbaukochstelle ohne Bedienelemente

Einbaukochstellen ohne Bedienelemente haben mit 66 % einen relativ hohen Marktanteil, der in den letzten Jahren allerdings stark abgenommen hat. Sie können nur in Verbindung mit einer Bedienung genutzt werden. Dazu eignet sich:

  • ein direkt darunter gebauter Einbauherd; oder
  • ein Einbauschaltkasten für den Einbau in einen Unter- oder Oberschrank; der Einbau über einem Schubkasten oder einem anderen Haushaltsgerät ist nicht zu empfehlen
  • ein Einbauelement in sechseckiger Form zum Einbau in die Arbeitsfläche

Bei den beiden letzten Möglichkeiten kann der Backofen räumlich getrennt von der Kochstelle eingebaut werden. Sie gelten dann als eigenständige Geräte.

2.2.3.4 Autarke Einbaukochstelle

Autarke Einbaukochstellen sind eigenständige Geräte und können räumlich getrennt vom Backofen eingebaut werden, da die notwendigen Bedienelemente für die Kochstellen und Sonderausstattungen, wie z.B. Zeitschalter, bereits im Gerät integriert sind.

Autarkes Einbaukochfeld

Bild: Autarkes Einbaukochfeld

Die Bedienelemente liegen meist an der Vorder- oder rechten Seitenkante. Der Markt bietet:

  • befestigte Drehschalter für Kochmulden und -felder
  • magnetische Aufsätze in Form eines Drehschalters für Kochfelder. Dabei hat der Magnetaufsatz selbst keine Schaltfunktion, die eigentlichen Schaltelemente sind unter der Glaskeramikkochfläche angebracht. Der Drehschalter verfügt über einen sternförmigen Eisenkern, der ein sternförmiges Magnetfeld erzeugt. Dadurch können die Sensoren in den Schaltelementen unter der Glaskeramik eine Drehung oder Verschiebung erkennen und die gewünschten Schaltfunktionen ausführen. Beim Abnehmen des Drehschalters wird je nach Ausführung die vom Schalter angesteuerte Kochstelle oder das ganze Kochfeld abgeschaltet. Die Drehschalter sind spülmaschinengeeignet (Bosch, Neff, Siemens).
  • Sensorbedienung in Form von Sensortasten oder -slidern nur für Kochfelder. Beim Slider kann die gewünschte Leistungsstufe durch Entlangführen eines Fingers oder Tippen an der Leistungsskala ausgewählt werden.
  • PiezoTouch Sensorbedienung für Kochfelder. Hier besteht die Bedienfläche aus Aluminium mit integrierten Sensortasten.

Autarkes Einbaukochfelder

Bild: Autarkes Einbaukochfeld 60 cm, autarkes Einbaukochfeld 80 cm

Autarke Kochfelder haben einen Marktanteil von 34 % mit steigender Tendenz.

Zusätzlich kann eine zweite, erhöhte Ebene mit einer Abstellfläche und zusätzlicher Grillfläche angebracht sein. Aufgrund der zweiten Ebene beträgt die Einbauhöhe bis zu 16,5 cm. Zur Nutzung der tieferliegenden Kochstellen wird die untere Ebene manuell oder elektrisch auf Knopfdruck nach vorne herausgefahren. Die Bedienung erfolgt durch frontal angebrachte Drehschalter oder obenliegende Berührungstaster (Küppersbusch).

2.2.4 Einbauschaltkasten

Der Einbauschaltkasten umfasst alle Bedienelemente für die Einbaukochmulde bzw. für das Einbaukochfeld. Er wird in einen Möbelschrank unter der Arbeitsplatte oder in einem Oberschrank installiert. Das Geräteangebot umfasst Schaltkästen mit folgenden Maßen: Breite: 35 bis 56,8 cm; Tiefe: 11 bis 38,3 cm; Höhe: 6,8 bis 13,5 cm.

2.2.5 Einbaubackofen

Einbaukochfeld mit -schaltkasten und Einbaubackofen

Der Einbaubackofen besteht aus:

  • Backofen
  • oberhalb oder seitlich angeordneter Bedienblende mit Schaltelementen/Sensortasten für den Backofen

Das Angebot umfasst Geräte mit einer Breite von 54 bis 56 cm, die vorrangig in einen dafür vorgesehenen 60 cm breiten Hochschrank in Sichthöhe eingebaut werden. Dadurch ergibt sich für den Benutzer eine ergonomisch zweckmäßige Arbeitshöhe. Beim Einbau in einen Hochschrank muss die ausreichende Belüftung des Gerätes über die Rückwand oder ein Luftgitter gesichert sein. Einbaubacköfen mit einer Breite von 90 cm finden in einem Küchenmöbelschrank unter der Arbeitsfläche oder in einem Hochschrank einen geeigneten Platz. Die Gerätetiefe beträgt jeweils mind. 55 cm.

Je nach Höhe (= Nischenmaß) sind verschiedene Kombinationen und Ausstattungen möglich:

7,5 - 29,5 cm (Maße je nach Hersteller)

  • Wärmeschublade zur Vorwärmen von Tellern oder Warmhalten von Speisen.

38/45 cm:

  • Backofen mit einem Garraum (Kompaktbackofen), auch mit integrierter Mikrowelle oder Dampfgarsystem in einem Gerät (bei AEG können die 38 cm hohen Kompaktbacköfen um eine 7 cm hohe Funktionsschublade, z.B. für die Lagerung von Blechen und Rosten ergänzt werden)

60 cm:

  • Backofen mit einem Garraum, auch mit integrierter Mikrowelle oder Dampfgarsystem in einem Gerät.

90 cm:

  • Backofen mit zwei Garräumen mit unterschiedlicher Größe und Ausstattung in einem Gehäuse (Doppelbackofen). Das Angebot reicht von zwei Backöfen über Backofen und Wärmefach, Backofen und Mikrowellengerät bis hin zu Backofen und Dampfgarer.

Ein sogenannter Wandbackofen (Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau) kann zwischen den Küchenoberschränken oder freihängend installiert werden. Er öffnet sich vollelektronisch nach unten. Der Backofenboden aus Glaskeramik fährt an einem stabilen Teleskop-Hubsystem heraus.