Folgende Beheizungsarten sind möglich:
Weitere Beheizungsarten werden durch Kombination oder Abwandlung erzielt.
Die Beheizung des Backofens erfolgt meist durch einen oben im Backofen-Innenraum liegenden Rohrheizkörper, d.h. durch eine innen- und freiliegende Oberhitze und eine Unterhitze, die unterhalb des Backofenbodens, d.h. außenliegend und verdeckt, angebracht ist (Bild 26). Die Gesamtleistung liegt zwischen 2000 und 3400 W und kann auf Ober- und Unterhitze unterschiedlich verteilt sein, wie z.B. Oberhitze 1100 W und Unterhitze 1500 W. Die Gesamtbeheizung des Backofens (Ober- und Unterhitze) wird normalerweise gemeinsam geschaltet. Bei einigen Modellen ist sowohl eine Solo-Oberhitze und/oder Solo-Unterhitze als separate Beheizungsform wählbar. Die Innentemperatur ist über den stufenlosen Temperaturwähler zwischen 50 und 275 °C, teilweise auch im Bereich zwischen 30 und 300 °C einstellbar.

Bild: Wärmeübertragung durch Strahlung und natürliche Konvektion bei Ober- und Unterhitze
Anwendungshinweise:
Die Beheizung mit Ober- und Unterhitze wird in der seit 1.4.2000 gültigen EN-Norm 50304 auch als konventionelle Heizfunktion bezeichnet.
Bei der Beheizungsart Umluft wird die erwärmte Luft immer mit Hilfe eines Ventilators bewegt, der sich an der Rückwand des Backofens hinter einem Luftleitblech befindet. Durch die in der Mitte liegenden Öffnungen des Leitblechs wird die Luft angesaugt und durch seitliche Öffnungen wieder in den Backofen gedrückt (laut EN-Norm 50304: Zwangsumluftfunktion).
Die Beheizung erfolgt entweder durch

Bild: Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Umluftbetrieb (Beheizung durch Ringheizkörper, Luftumwälzung durch Ventilator)

Bild: Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Umluftbetrieb (Beheizung durch Ober- und Unterhitze, Luftumwälzung durch Ventilator)
Anwendungshinweise:
Die Grillbeheizung besteht aus einem oben im Backofen-Innenraum liegenden Rohrheizkörper, der mit dem Heizkörper der Oberhitze teilweise oder ganz identisch ist. Er ist überwiegend fest und z.T. in einer Mulde vertieft eingebaut, in einigen Geräten zur leichteren Reinigung abklappbar oder als Einsteckgrill über eine dafür vorgesehene Steckdose in der Backofenrückwand angeschlossen. Die Leistung der Grillbeheizung beträgt 2000 bis 3180 W und kann in Stufen oder stufenlos eingestellt werden.

Bild: Wärmeübertragung durch Strahlung beim Grillen
Die Oberflächentemperatur des Rohrheizkörpers liegt während des Grillens zwischen 800 und 900 °C. Die Wärmeübertragung erfolgt durch Wärmestrahlung, die überwiegend im Infrarotbereich liegt und durch den glühenden Heizkörper erzeugt wird. Die Temperaturen im Backofen-Innenraum liegen während des Grillens bei ca. 240 °C (Stufe 1), 260 °C (Stufe 2) und 280 °C (Stufe 3) oder können bei stufenloser Regelung durch Einsatz von Elektronik bis 300 °C erreichen.
Es gibt zweiteilige Grillheizkörper, bei denen sich zwei verschieden große Grillflächen einschalten lassen (Groß- und Kleinflächengrill), die eine Heizleistung von ca. 1600 W (kleinere Grillfläche) bis 3150 W haben.
Anwendungsmöglichkeiten und -hinweise:
Backöfen mit Kombinationen von Beheizungsarten bieten die Möglichkeit, je nach Gargut und Menge die günstigste Beheizungsart aus Ober- und Unterhitze, Umluft oder Grillbeheizung auszuwählen.
Die genannten Beheizungsarten können einzeln oder kombiniert auftreten und eine Vielzahl an Beheizungsarten hervorbringen, z. B.:

Bild: Umluftgrillen
Die Gebrauchsanweisungen der Hersteller geben wichtige Hinweise und Tipps, um für die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten die optimale Beheizungsart, Einschubhöhe, o. ä. zu finden.
Diese Backöfen sind – zusätzlich zu den bisher beschriebenen Beheizungsarten – mit einem Mikrowellenteil zur Erzeugung und Verteilung von elektromagnetischen Wellen ausgestattet. Die maximale Mikrowellenausgangsleistung beträgt je nach Fabrikat 600 bis 1200 W. Die verschiedenen Hersteller bieten feste Stufen oder eine stufenlose Einstellung an.
Die unterschiedlichen Backofenbeheizungsarten und die Mikrowellenerzeugung können einzeln, aber auch gemeinsam in Betrieb genommen werden. Beim Kombinationsbetrieb verringert sich die Gardauer um bis zu 40 % und der Energieverbrauch um bis zu 15 %. Im Kombinationsbetrieb kann jedoch nur auf einer Ebene gearbeitet werden. Das mitgelieferte Zubehör ist so abgestimmt, dass es für alle Anwendungen wie Garen, Backen, Braten oder Grillen im Mikrowellen-Kombinationsbetrieb einsetzbar ist.

Bild: Wärmeerzeugung durch Mikrowellen hier: kombiniert mit Wärmeübertragung durch erzwungene Konvektion bei Umluftbetrieb
Anwendungsmöglichkeiten und -hinweise:
Diese Backöfen sind neben einem Beheizungssystem (Heißluft oder Multifunktion) mit einem drucklosem Dampfgarsystem ausgestattet.
Je nach Bauart benötigen sie feste Anschlüsse für den Wasserzu- und Wasserablauf oder die Wasserversorgung erfolgt über eine Wasserschublade.
Die Dampferzeugung erfolgt entweder in einem separaten Dampferzeuger außerhalb des Garraums (Miele, Küppersbusch) oder innerhalb des Garraums. Innerhalb des Garraums kann die Dampferzeugung entweder mit Hilfe des Heißluftheizkörpers plus Ventilator (Gaggenau, Bosch, Siemens, Neff) oder über eine beheizte Vertiefung im Garraum (AEG, Juno) erfolgen.
Je nach Hersteller haben die Geräte einen Innenraum aus Edelstahl oder Spezialemail.
Das Gerät kann zum reinen Dampfgaren (Dünsten) oder der Dampf kann in Kombination mit den im jeweiligen Gerät vorhandenen Heizarten zum Einsatz kommen. Je nach Hersteller wird dies als Intervall-Dampfgaren, Heißluft plus, Heißluft feucht oder Kombi-Dämpfen bezeichnet. Weiterhin ist es bei einigen Geräten möglich, eine Beschwadung beim Backen in Form von programmierbaren Dampfstößen einzusetzen.
Auch ein Zubehör-Einsatz für die 60 cm breiten Backöfen (Neff) kann zum Dampfgaren genutzt werden. Eine emaillierte Auffang-Pfanne mit Glasdeckel wird mit Wasser befüllt, mit der Backofen-Unterhitze aufgeheizt, so dass das Wasser verdampft. In gelochten Garbehältern können Lebensmittel im Dampf gegart werden. Der Backofen muss immer vorgeheizt sein, die Bedienung erfolgt über den Backofen.
Bei einem Backofen mit Dampfzusatzfunktion kann zur Ergebnisoptimierung beim Backen und Braten zusätzliche Feuchte in den Garraum eingebracht werden. Die Wasserversorgung erfolgt über einen Wassertank, die Dampferzeugung im Garraum. Reines Dampfgaren ist mit dieser Funktion nicht möglich.
Beim sogenannten Hydrobacken (Bosch, Siemens) wird der Wrasenauslass geschlossen, so dass im Garraum befindliche Feuchtigkeit nicht entweichen kann, auch dieses Verfahren wird zur Ergebnisoptimierung insbesondere beim Backen eingesetzt (entspricht bei AEG „Feuchter Heißluft“).