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LBS analysiert Baukosten

Nachricht vom 27.07.2010

Auch im Jahr 2008 realisierten Bauherren ihre eigenen vier Wände immer noch kostengünstiger als Mitte der 90er Jahre. In den letzten Jahren gab es in Deutschland keine Überhitzung des Immobilienmarktes wie in anderen europäischen Ländern, allen voran Spanien und Großbritannien. Auch das Image des Baukosten-Weltmeisters ist abgelegt.

Der Kostenvorsprung bei Doppel- und Reihenhäusern in den neuen Bundesländern ist dabei am größten. In Ostdeutschland lagen nach Angaben von LBS Research die Baukosten für Doppelhäuser zuletzt knapp unter der 1.000-Euro-Marke, Reihenhäuser sind im Schnitt schon für einen Quadratmeterpreis von knapp 900 Euro zu haben. Allerdings scheint bei der Entscheidung zwischen dem frei stehenden Objekt oder eigenen vier Wände in der Reihe nicht allein der Preis ausschlaggebend zu sein, so LBS Research. Denn im gleichen Zeitraum ging der Anteil der Doppel- bzw. Reihenhäuser von 31 Prozent auf 13 Prozent zurück. Der Anteil der frei stehenden Einfamilienhäuser stieg gleichzeitig von rund 69 Prozent im Jahr 1995 auf rund 87 Prozent im Jahr 2008 an, obwohl die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in diesem Segment aktuell um ein Viertel höher sind als in der Reihe. 

Anders ist das Bild in den alten Bundesländern. Dort lag 2008 der Anteil der besonders bevorzugten Bauform - dem frei stehenden Haus - annähernd stabil bei rund 67 Prozent (1995: rund 65 Prozent). Demgegenüber setzten gut 18 Prozent im ehemaligen Bundesgebiet auf das Doppelhaus und 14 Prozent auf das Reihenhaus.

Die Baukosten für das frei stehende Eigenheim hat in den alten Bundesländern - anders als in den anderen Segmenten - mittlerweile wieder das Niveau der 90er Jahre erreicht. Das zeigt die hohe Attraktivität gerade dieser Gebäudeform für Wohneigentümer. Hier sind Bauherren offenbar weniger als bei Doppel- und Reihenhäusern bereit, bei der Realisierung ihrer Wohnwünsche unter Kostenaspekten größere Kompromisse einzugehen.

Wachsender Platzbedarf in allen Segmenten

Die allgemeine Tendenz zum wachsenden Platzbedarf zeigt laut LBS Research der Blick auf die Wohnflächenentwicklung. So stieg in allen Segmenten die durchschnittliche Wohnfläche an, und zwar um 5 bis 22 Prozent. Dabei weisen die Doppelhäuser, aber insbesondere die Reihenhäuser die relativ stärksten Zuwächse auf. Der steigende Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führt, ist hier eindeutig abzulesen, ebenso wie ein sichtbarer Aufholprozess in den neuen Bundesländern. Konnte man dort aus historischen Gründen lange Zeit seine Wohnwünsche nicht frei gestalten, verringert sich dieses Defizit zusehends. Bei der Größe von Reihenhäusern sind die Ost-West-Unterschiede inzwischen sogar praktisch eingeebnet. Es ist aber weiterhin so, dass laut Statistik die durchschnittliche Wohnfläche der neuen Eigenheime in den alten Ländern um rund 19 Prozent größer ist als in den neuen Ländern.

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